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Die erzählerische Essenz Rushdies

18. Oct 09: Die bezaubernde Florentinerin enthält vertraute Themen aus Salman Rushdies früheren Romanen | Dobrila Kontic

Literatur

Vertraut und fremd zugleich — so könnte das erste Urteil lauten, das ein mit Salman Rushdies Werken vertrauter Leser über dessen neuen Roman Die bezaubernde Florentinerin treffen mag: Vertraut erscheint der thematische Brückenschlag zwischen östlicher und westlicher Kultur, Orient und Okzident. Fremd erscheinen jedoch der märchenhafte Ton, den der Erzähler anschlägt, sowie der geschichtliche Fokus auf das 16. Jahrhundert. Erst bei näherer Betrachtung entpuppt dieser bilderreiche, bunte Roman sich nicht etwa als Ausnahmewerk, sondern vielmehr als erzählerische Essenz aus dem bisherigen Schaffen Rushdies.

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Radau im Underground

18. Oct 09: Matias Faldbakkens kalkulierte Provokation Macht und Rebel | Dobrila Kontic

Literatur

Ein Roman, der von einem abtrünnigen Mitglied des Underground im 21. Jahrhundert namens Rebel handelt, rege Kritik sowohl an der Konsumgesellschaft als auch an der Gegenkultur üben will und noch dazu drastische Tabubrüche begeht; der Fall scheint klar: Matias Faldbakken will mit seinem neuen Werk Macht und Rebel vor allem provozieren.

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Aufstieg und Fall des Truman Capote

18. Oct 09: Gerald Clarkes Biographie zu dem gefeierten Literaten | Dobrila Kontic

Literatur

Spätestens seit Bennett Millers preisgekröntem Film Capote (2005) dürfte der amerikanische Schriftsteller Truman Capote auch hierzulande einem breiteren Publikum bekannt sein. Mit Gerald Clarkes Truman Capote. Eine Biographie liegt zudem seit 2007 eine umfassende und hochspannende Schilderung des bewegten Lebens dieser schillernden Persönlichkeit in deutscher Übersetzung vor, die das Kunststück bewältigt, biographische Fakten und Ereignisse in romanhaft anmutender Form zu präsentieren. Fast 13 Jahre hat die Arbeit an der Biographie nach Gerald Clarkes eigener Aussage gedauert. Die Basis hierfür bildeten teilweise langwierige Interviews mit Truman Capote von 1975 bis zu seinem Tod im Jahre 1984, sowie Gespräche mit Verwandten, engen Freunden und Bekannten Capotes. Herausgekommen ist eine mit 758 Seiten sehr detailliert ausgefallene Biographie, die mehr als eine reine Lebensbeschreibung ist; vielmehr schwankt Clarkes Werk zwischen einer objektiv-distanzierten Analyse der Schriftstellerkarriere Capotes und einer einfühlsamen Annäherung an die charismatische und zugleich verletzliche Privatperson Truman.

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Auf der Suche nach der verlorenen Handlung

18. Oct 09: Marisha Pessls Debütroman Die alltägliche Physik des Unglücks | Dobrila Kontic

Literatur

Mit Die alltägliche Physik des Unglücks präsentiert uns die 1977 geborene, amerikanische Autorin Marisha Pessl einen 600seitigen Debütroman, der sich nicht so recht entscheiden will, ob er eine Coming of Age-Erzählung, einen Krimi oder einen Enthüllungsroman darstellen will. Dies müsste er auch nicht, wenn sich die Handlung als durchgehend fesselnd und plausibel erweisen würde.

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Drama without a cause

15. Oct 09: Rowan Woods’ Filmdrama Winged Creatures | Dobrila Kontic

Kino & TV

Berichte über Amokläufe im Ausland und hierzulande lösen immer wieder eine gewisse Ratlosigkeit und Erschütterung in der Gesellschaft aus. Psychologen und Politiker mischen in der Diskussion um Motive und Präventivmaßnahmen eifrig mit, vermögen aber kaum die Dimensionen solch unfassbarer Taten hinreichend zu erkunden und begreifbar zu machen. Filmische Auseinandersetzungen mit dem Phänomen des Amoklaufs schaffen dies vielleicht ebenso wenig, versuchen aber zumindest durch Perspektivwechsel differenzierte Muster fernab simpler Ursache- und Wirkungs-Schemata aufzuzeigen. Ein solcher Versuch ist auch der US-Film Winged Creatures, der sich auf die Überlebenden eines Amoklaufs konzentriert, aber leider an allzu simplen Schlussfolgerungen und der Distanz zu seinen Figuren scheitert.

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Das Herz bluten und wieder volltanken lassen

15. Oct 09: Starsailor live | Dobrila Kontic

Musik

Zehn Jahre gibt es die britische Band Starsailor nun schon, die bekannt ist für ihre gefühlvollen Songtexte und die melancholische Stimme ihres Sängers James Walsh. In diesem Jahr haben sie ihr viertes Album „All the Plans“ veröffentlicht, dessen Songauskopplung „Tell me it’s not over“ zu Recht vermuten ließ, dass die Band inzwischen nicht mehr nur in rührenden Balladen brilliert, sondern auch ihre rauere Seite weiter kultiviert hat. So präsentierte sich denn auch der Auftritt von Starsailor im überschaubaren Postbahnhof in Berlin als eine besondere Mischung aus tränenreicher Melancholie und erbaulicherem Rock. Unterstützt wurden Starsailor bei ihrem Auftritt von der jungen deutschen Band Oh Napoleon aus Krefeld. Die fünfköpfige Band hatte in ihrem halbstündigen Auftritt ein Repertoire aus kraftvollen emotionalen Songs zu bieten, die von einer noch etwas schüchternen, aber mit einer wunderschönen klaren Stimme gesegneten Sängerin vorgetragen wurden – insgesamt eine sehr passende Einleitung für den Auftritt des Hauptacts. Dieser gesellte sich denn auch nach einer scheinbar nie enden wollenden Aufbaupause (in der die drei verschiedenen Gitarren von James Walsh alle mit äußerster Präzision gestimmt werden mussten) schüchtern aber freudestrahlend auf die Bühne. Sie eröffneten ihren Auftritt mit „Tie up my hands“, dem ersten Song ihres ersten 2001 erschienenen Albums „Love is here“. Nach einem kleinen Witz über den offenen Knopf seines Hemdes und dem sich darunter befindenden gemütlichen Wohlstandsbäuchlein fuhr der Sänger James Walsh im Programm unter anderem mit „All the Plans“, dem titelgebenden Songs ihres aktuellen Albums vor. Doch es waren vor allem die ‚Klassiker‘ des Debütalbums, welche das alters- und stylemäßig bunt gemischte Publikum aufjubeln ließen. Unpassend und witzig zugleich erschien dabei das Aufjauchzen eines Fans nach dem Erklingen der ersten Zeile vom besonders Keyboard-lastigen Song „Alcoholic“: „Don’t you know you’ve got your Daddy’s eyes, and Daddy was an Alcoholic.“

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