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Flügge werden

18. Apr 18: Greta Gerwig zeigt uns in Lady Bird eine Teenagerin im tragikomischen Abnabelungsprozess | Dobrila Kontić

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Scheiternde Romanzen, zerbrechende Freundschaften, Streit mit der Mutter und eine ungewisse Zukunft: Greta Gerwigs zwischen Leichtigkeit und Betrübtheit schwankende Komödie Lady Bird setzt sich intensiv mit den Erfahrungen eines Mädchens kurz vor ihrem High-School-Abschluss und der Abnabelung von der Familie auseinander. Ihr Film ist zwar keine Neuerfindung des Coming-of-Age-Genres, aber hebt auf herzerwärmende Weise das Besondere im Gewöhnlichen der Jugend hervor.

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Die Jesus-Versteherin

13. Mar 18: Das Drama Maria Magdalena ergänzt die bisherigen Auferstehungsfilme um wichtige Aspekte | Dobrila Kontić

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Der kitschige Trailer-Zusammenschnitt lässt nichts Gutes vermuten, aber hinter Maria Magdalena von Garth Davis steckt deutlich mehr: Eine kluge Betrachtung der (platonischen) Beziehung zwischen Jesus von Nazareth und Maria Magdalena, der lange Zeit verfemten und unterschätzten ersten Frau unter seinen Jüngern. Zudem gelingt diesem Film eine nachdenkliche Auseinandersetzung mit (Irr)Glauben und Deutung religiöser Lehren im Spannungsfeld von Diskriminierung und Revolutionsversessenheit. Ein Film für unsere Zeit – und das ohne plumpe Bedienung aktueller Hashtag-Ideologien.

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culturtape – Berlinale 2018

25. Feb 18: Ein musikalischer Rückblick zur Berlinale | Dobrila Kontić

Musik

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Die Bären sind verliehen, bald wird der Rote Teppich vorm Berlinale Palast zusammengerollt und das war’s dann für dieses Jahr. Was bleibt in Erinnerung von der Berlinale 2018? Viele Filme, die sich mit dem Künstlerdasein auseinandergesetzt haben: im Zusammenhang mit Bigotterie (Becoming Astrid, The Happy Prince), politischem Druck (Dovlatov), Aktivismus (Matangi/Maya/M.I.A.) oder persönlichen Rückschlägen (3 Tage in Quiberon, Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot). Touch Me Not, der Preisträger des Goldenen Bären, hatte damit aber genausowenig zu tun wie mein persönlicher Favorit In den Gängen von Thomas Stuber. Letzterer hatte einen bemerkenswerten Einsatz von Musik zu bieten und trug zu den vielen Ohrwürmern bei, die mich von einem Film zum nächsten begleiteten. Hier nun der sich daraus ergebende Soundtrack zur Berlinale 2018.

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Symphonie des Großmarkts

23. Feb 18: BERLINALE – WETTBEWERB: Thomas Stuber verfilmt mit In den Gängen eine Kurzgeschichte von Clemens Meyer | Dobrila Kontić

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Dass große Dramen und Romanzen nicht immer vor malerischer Kulisse stattfinden müssen, beweist Thomas Stuber mit seinem Berlinale-Beitrag In den Gängen: Ort des Geschehens ist ein Großmarkt im deutschen Osten – wie schon in der gleichnamigen Kurzgeschichte aus Clemens Meyers Die Nacht, die Lichter (2008). Mit feinem Gespür für Arbeiterhumor und einem poetischen Blick auf das scheinbar Schlichte eine zwar nicht vollends makellose, aber unglaublich sympathische Tragikomödie gelungen.

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Collage eines Heilungsprozesses

22. Feb 18: BERLINALE – WETTBEWERB: Gus Van Sants biographisches Drama Don’t Worry, He Won’t Get Far On Foot über den Cartoonisten John Callahan | Dobrila Kontić

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Ein verlassener Rollstuhl in der Wüste, umringt von ratlos umherschauenden Cops zu Pferde. Einer versichert den anderen: „Don’t worry, he won’t get far on foot.“ („Keine Sorge, er wird nicht weit kommen.“) Dieser titelgebende Cartoon stammt aus der Feder von John Callahan (1951-2010), der sich mit Vorliebe über den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung und Krankheit lustig machte, aber auch gern mal gegen Lesben und Chinesen austeilte. Nichts war ihm heilig, seine Cartoonzeichnungen hingegen äußerst heilsam für ihn: Im frühen Teenageralter verfiel er dem Alkohol und nach einem Autounfall mit 21 Jahren war er querschnittsgelähmt. Wie er danach zu sich, seinem Lebenswillen und seiner Berufung fand, zeichnet Gus Van Sant in Don’t Worry, He Won’t Get Far On Foot nach – manchmal bewusst unkonventionell und dann wieder mit altbewährten Motiven solcher Heilungsgeschichten. Doch eine Darbietung sorgt dafür, dass diese Tragikomödie doch herausragt – und nein, ausnahmsweise ist das nicht Joaquin Phoenix.

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Kur und Konfrontation

21. Feb 18: BERLINALE – WETTBEWERB: Emily Atefs Drama 3 Tage in Quiberon gibt einen Auszug aus Romy Schneiders spätem Leben. | Dobrila Kontić

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Viel frische Luft, kein Zucker, keine Zigaretten und vor allem kein Alkohol – diese Kur samt freudloser Hotel-Diät lässt Romy Schneider 1980 im Hafenort Quiberon über sich ergehen. Zu diesem Zeitpunkt ist sie 42 Jahre alt und von einem Leben voller Erfolge und Exzesse gezeichnet. Frühen Ruhm als Schauspielerin, die Liebe und die Verachtung der deutschen Presse hat sie erfahren, sowie zwei Scheidungen hinter sich gebracht. Im Jahr zuvor hatte ihr Ex-Mann Harry Meyen Selbstmord begangen und vor kurzem hat ihr Sohn David ihr eröffnet, dass er lieber bei seinem Stiefvater in den USA leben will als bei ihr. Rückschläge, die Schneider nur noch mit Alkohol und Tabletten bewältigen kann. Das Drama 3 Tage in Quiberon zeigt Schneider im Versuch, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben und wie dieser kurz nach Eintreffen des stern-Journalisten Michael Jürgs und des Fotografen Robert Lebeck grandios scheitert.

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