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Verwirrte Wildwest-Deppen

16. Feb 18: BERLINALE 2018 – WETTBEWERB: Der seltsame Western-Klamauk Damsel | Dobrila Kontić

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Eigentlich konnte man sich freuen: Eine Komödie, die sich die Stereotype des Westerns parodistisch vorknöpft, deutete sich schon mit dem Titel von Damsel an, dem Wettbewerbseitrag der amerikanischen Regie-Brüder David und Nathan Zellner. Schließlich kann man sich diesem angestaubten Genre heute kaum noch widmen, ohne das ein oder andere Motiv, wie die "Damsel in Distress" (dt. Jungfrau in Nöten), zu überdenken. Doch was auch immer sich die Zellners gedacht hatten, lässt ihr Film in ungelenkem Klamauk untergehen.

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Zum letzten Gebell

15. Feb 18: BERLINALE 2018 – WETTBEWERB: Wes Andersons Stop-Motion-Parabel Isle of Dogs eröffnet die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin | Dobrila Kontić

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„Wer sind wir und wer wollen wir sein?“ Die zentrale Frage von Wes Andersons Isle of Dogs, dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, mag nicht neu sein, aber angesichts des Meinungsextremismus heutiger Zeiten hochaktuell. In seinem gestalterisch bis ins letzte Detail ausgetüftelten Stop-Motion-Abenteuer setzt sich Anderson auf seine typisch augenzwinkernde Weise mit dieser Frage auseinander und erschafft eine nachdenkliche Parabel über das Zusammenbringen von Realität und Idealen im Menschsein.

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Ohne Rücksicht auf Verluste

26. Jan 18: Martin McDonaghs ungeahnt vielschichtiges Drama Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Dobrila Kontić

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Eine schwarze Komödie, Gesellschaftsdrama oder Rache-Thriller? Martin McDonaghs Three Billboards Outside Ebbing, Missouri entzieht sich partout solchen Einordnungen und wird jeden vor den Kopf stoßen, der eine simple Geschichte über den Kampf einer Frau für Gerechtigkeit erwartet. Stattdessen fordert uns dieser Film mit widersprüchlichen Charakteren, schockierenden Wendungen und späten Einsichten heraus – zum Glück.

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Drei Leben und eine letzte Chance

24. Jan 18: Özgür Yildirims herbes Gangsterdrama Nur Gott kann mich richten | Dobrila Kontić

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Vor zehn Jahren zeigte uns der deutsch-türkische Regisseur Özgur Yildirim mit Chiko, dass gute Gangsterfilme auch hierzulande entstehen können. Darin erzählte er von einem Hamburger Kleinkriminellen (gespielt von Denis Moschitto), der vom prallen Gangsterleben träumte, aufstieg und schließlich von unerwarteter Seite zu Fall gebracht wurde. Yildirims Spielfilmdebüt war rasant, witzig, tragisch – und wirkte dank eines talentierten Casts und hervorragender Dialoge so authentisch wie nur wenige deutsche Filme. Nach zwei Tatort-Episoden und dem klamaukigen Blutzbrüdaz, kehrt Yildirim nun zum Geist von Chiko zurück, mit Nur Gott kann mich richten: Ein multiperspektivisches Gangsterdrama, in dem die Figuren nicht vom Gangsterleben, sondern von einer stabilen, bürgerlichen Existenz träumen – und am Ende ums Überleben kämpfen müssen.

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Prestige und Potenzial

22. Jan 18: Eine Nachbetrachtung zu den Fantasy Filmfest White Nights 2018 in Berlin | Dobrila Kontić

Kino & TV

Nun fängt wirklich der Ernst des Lebens an – zumindest fürs Fantasy Filmfest. Im vergangenen Jahr hat das Festival für den fantastischen Film (Horror, SciFi, Thriller etc.) sein 30jähriges Bestehen gefeiert und steuert nun als immer besser besuchtes Publikumsfestival auf ein Luxusproblem zu: Der Horrorfilm, einst Kern-Genre des Festivals, wird immer vielfältiger und salonfähiger. Dementsprechend wird es vermutlich schwieriger, eine Filmauswahl zu treffen, die sowohl eingefleischte Genre-Fans als auch das sich mehrende ‚Prestige Horror‘-Publikum anzieht und zudem brandaktuell ist. Das Fantasy Filmfest kommt diesem Andrang entgegen, in dem es auf Masse setzt und seine Frequenz erhöht – statt sein Potenzial als Genre-Festival voll auszuschöpfen.

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Von Menschen und Monstern

10. Jan 18: Wissenschaftsjournalist Hubert Filser erkundet in Menschen brauchen Monster, was Monster und damit Menschen ausmacht | Dobrila Kontić

Literatur

Sie lauern unter so manchem Kinderbett, werden in tiefen Seen ebenso wie in den höchsten Gebirgen gesichtet, bescheren uns als Figuren in Film und Literatur schlaflose Nächte und bezeichnen alles, was wir angsteinflößend oder abstoßend finden: Monster. Wissenschaftsjournalist Hubert Filser hat sich weder von der schieren Unbegrenztheit dieses Oberbegriffs noch von der umfassenden Kulturgeschichte dieses Phänomens abschrecken lassen und erklärt in seinem Sachbuch Menschen brauchen Monster, welche Funktionen Monster für uns erfüllen und was wir aus der Auseinandersetzung mit ihnen lernen können.

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