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Familienbande

10. Nov 13: Julie Plecs The Vampire Diaries-Spin Off The Originals | Jana Schmidt

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Aus Erfahrung wissen wir, dass der Vampirmythos ein einziger Kassenschlager ist. Darum verwundert es kaum, dass immer wieder neue Vampirgeschichten den literarischen und visuellen Markt fluten. Ein Newcomer ist die Serie The Originals, das Spin-Off zu Julie Plecs The Vampire Diaries. Letztere dreht sich um Elena Gilbert, ihre hoch emotionale Beziehung zu den Vampirbrüdern Damon und Stephan Salvatore, sowie um all die komplexen und tragischen Zusammenhänge, die sich aus ihrer Rolle als „Doppelgängerin“ ergeben. Zugegebenermaßen hat sich die Serie ab der zweiten Staffel von einer langweiligen Teenie-Vampir-Lovestory in ein durchaus einnehmendes Drama mit komplexen Hintergrundgeschichten verwandelt. Deshalb muss ich meinen ersten Eindruck revidieren. Eine dieser Hintergrundgeschichten, die sich um das mystische Blut der „Doppelgängerin“ rankt, ruft The Originals, die ersten Vampire, auf den Plan, angeführt von dem egozentrischen Klaus Mikaelson (Joseph Morgan), seiner impulsiven Schwester Rebekah (Claire Holt) und seinem Bruder Elijah (Daniel Gillies), dem ewigen Gentleman. Dank der charismatischen Charakterzeichnung und interessanten Familiengeschichte der Mikaelsons erfreuten sich die Darsteller bald größter Beliebtheit, weshalb man die Idee für ein Spin-Off fast schon als logische Konsequenz betrachten kann. Doch ob sich der Erfolg der Mutterserie wirklich fortführen lässt, bleibt abzuwarten.

 

Ein wenig zum Hintergrund

Vor Eintausend Jahren wurde ein friedliches Dorf von sehr hungrigen Werwölfen heimgesucht. Doch rechneten die Bestien nicht mit Mutter Mikaelson, die nicht nur den übermenschlichen Schutzinstinkt einer liebenden Mama hat, sondern obendrein eine sehr mächtige Hexe ist. Nachdem die Werwölfe ihr jüngstes von sechs Kindern gerissen haben, braut sie einen mächtigen Zaubertrank, um ihre verbleibenden Nachkömmlinge zu schützen. Stark, schnell und unverwundbar will sie sie machen und siehe da, es glückt, allerdings nicht ohne blutige Nebenwirkungen… Der Rest ist Vampir- und Werwolfgeschichte!

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Geschwister immer mehr voneinander entfernt, was vor allem an Klaus liegt, dem Zweitältesten und ersten seiner Art: halb Vampir und halb Werwolf, dank eines Techtelmechtels seiner Mutter. Jähzornig, sensibel, machthungrig und einsam begeht er Taten, die ihn meistens als Buhmann dastehen lassen und doch wieder nicht, wie zum Beispiel die Vorliebe, seine Geschwister zu erstechen und damit in einen Dauerschlaf zu versetzen, wenn diese seinen aktuellen Plänen im Wege stehen. Eine Demonstration dessen dürfen wir auch in der ersten Folge genießen. Betroffener ist diesmal Elijah, der älteste Mikaelson-Spross und ewige Optimist bezüglich der Herzensgüte von Klaus. Dieses Ereignis wiederum ruft die süße Rebekah auf die Bühne, die ihren Lieblingsbruder Elijah vor dem aktuell nicht sonderlich gemochten Halbbruder retten will. Und der Grund für die wundervolle Wiedervereinigung der Geschwister ist erneut eine Hexe.

Tatort New Orleans

Die Hexe Sophie Deveraux lockt Klaus in der Hoffnung auf Hilfe im Kampf gegen den Tyrannen Marcel durch einen Zauber nach New Orleans, der Stadt, die er vor 300 Jahren aufbaute. Marcel war damals sein Protegé. Bevor er sein Königreich jedoch vollständig errichten konnte, musste er vor seinem Daddy fliehen, der ihn töten wollte. In seiner Abwesenheit hat nun Marcel das Zepter übernommen und regiert mit eiserner Faust. Die Werwölfe hat er komplett vertrieben und die Hexen unterdrückt, dank einer geheimen Machtquelle, die jede Anwendung von Magie aufspürt. Wer erwischt wird, stirbt. Auch gegenüber seinem früheren Mentor stellt Marcel die Machtverhältnisse klar. Doch wäre Klaus nicht Klaus, wenn er dies einfach so hinnehmen könnte. Aggressive Ausfälle bringen ihn allerdings nicht sehr weit, was nicht zuletzt an der emotionalen Bindung zu Marcel liegt. Deshalb sträubt er sich, als Sophie seine Hilfe fordert. Wie gut, dass die Hexe ein ganz besonderes Druckmittel besitzt: Sie bedroht das Leben seines ungeborenen Kindes, gezeugt in einem One-Night-Stand mit dem Werwolfmädchen Hayley! Völlig aufgewühlt durch diese Neuigkeit, fügt sich Klaus nach einigem Widerstand und lässt sogar einen Funken Vaterfreude durchblicken. Damit ist der Mikaelson-Clan zurück und bereitet sich auf eine intrigenreiche, blutige Wiedereroberung des Königreiches vor.

 

Die Figur des Klaus ist sehr faszinierend. Wir können ihn lieben und hassen im gleichen Moment und seine spitze Zunge sorgt für viele Schmunzler. In Kombination mit seinem biederen Bruder und seiner emotionalen Schwester sind die Grundbausteine schon mal gelungen. Der Plot ist aber auch nicht zu verachten: Ein magisches Baby, das nicht nur die Hexen fürchten werden, Intrigen und Machtkämpfe am königlichen Hof und ein übernatürlicher Krieg. Julie Plecs The Originals fesselt ab der ersten Folge, denn die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf und verzichtet auf langatmige Gefühlsduseleien, wie es vor allem zu Beginn der Mutterserie The Vampire Diaries der Fall war. Wir sind von Anfang an in einer komplizierten Erwachsenenwelt. Aber natürlich gibt es auch hier leidenschaftliche Verwicklungen und emotionale Ausbrüche, das gehört doch irgendwie dazu. Leider sind Serien in einem so frühen Stadium auf lange Sicht schwer zu prognostizieren. So können wir nur hoffen, dass es nicht nur bei einem spannenden Start bleibt, sondern uns die Serie durch ausgefeilte Handlungsstränge noch sehr lange zu begeistern vermag. Potenzial ist reichlich vorhanden!

 

The Originals
Bonanza Productions Inc., USA 2013
Regie und Drehbuch: Julie Plec, Leslie Morgenstein, Gina Girolamo
Hauptdarsteller u.a.: Joseph Morgan, Claire Holt, Daniel Gillies
Ca. 45 Min./Folge
Erstausstrahlung USA: 3. Oktober 2013 auf CW

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