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In Whiskey Veritas

15. Apr 11: TMS and the Baptists, das neue Album vom irischen Folk-Rocker The Mighty Stef | Dobrila Kontić

Um Sünde und die ewige Suche nach Erlösung geht es auf dem Album TMS and The Baptists vom hierzulande noch recht unbekannten, aus Dublin stammenden Singer-Songwriter The Mighty Stef und der Goth-Folk-Gruppe The Baptists. Und dementsprechend oszilliert das Werk zwischen hoffnungsvollen, düsteren und bitteren Stücken, die von den vielen Reisen vom Sänger Stefan Murphy durch die USA und das heimische Europa geprägt sind und zusammen einen akustischen Roadtrip durch die Schattenseiten dieser Orte und der eigenen Seele ergeben.

Schwungvoll, Britpop-artig ist das Eröffnungsstück „John the Baptist – Part One“ gestaltet, das mit dem Gospel-artigen Refrain „I have sinned and I want redemption“ die Themen des Albums einleitet. Die mit diesem Song transportierte Hoffnung weicht aber daraufhin schnell der Wut: Mit dem hier bereits vorgestellten kämpferischen Song „We want Blood“ widmet sich die Band den jüngst von irischen Politikern begangenen Sünden und klagt die desolate finanzielle Lage des Landes und die Konsequenzen für das einfache Volk an.

Flash is required!
The Mighty Stef zu Gast bei BalconyTV

Und nun folgt der unausweichliche Abstieg ins Düstere, etwa mit dem stampfenden „Blood and Whiskey“ über ausufernde Whiskey-Gelage oder einer bitteren Abrechnung mit der Traumfabrik Hollywood, das den dortigen Lifestyle treffend mit den Songzeilen „Depression for the daytime and a fake smile for the nighttime“ umschreibt. Auf dem stärksten Stück des Albums, „John the Baptist – Part Two“, kündet The Mighty Stefs raue, dunkle Stimme dann von den Menschen, deren Sünden – entgegen der Weissagung der Bibel – wohl nie ans Tageslicht kommen werden und erschafft damit einen einprägsamen Song über die vielen Ungerechtigkeiten des Lebens. Eine davon dürfte der enorme Anpassungsdruck im Musik-Business sein, den er mit „Social Science“ gekonnt auf den Punkt bringt:

Flash is required!

Man könnte meinen, dass TMS and The Baptists sich wohl eher als Soundtrack für die deprimierten Stunden des Lebens eigne, und tatsächlich ist der große Teil des Albums von einer eher wütend-melancholischen Stimmung geprägt (mal abgesehen von den zwei Liebesliedern „Georgia Girl“ und „Jeffrey Lee“). Doch diese wird von der unfassbar tiefen Stimme von Stefan Murphy auf so kraftvolle Weise transportiert, dass sich das in Berlin aufgenommene Werk schnell als hörenswerte Kostbarkeit erweist, die sich sowohl in Erwartung einer Whiskey-getränkten Nacht als auch im Durchleben der darauffolgenden Kater-Stimmung als passende musikalische Begleitung eignet.

The Mighty Stef-Homepage

TMS And The Baptists von The Mighty Stef
Erschienen bei Tonetoaster Records

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