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Wenn der Sinn stiften geht

20. May 10: Allen Coulters Familiendrama Remember me | Dobrila Kontic

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„Fast alles, was du tust, ist letzten Endes unwichtig. Aber es ist wichtig, dass du es tust.“ Mehrmals wird dieses vom indischen Freiheitskämpfer und Pazifist Mahatma Gandhi stammende Zitat in Allen Coulters Familiendrama Remember me von der Hauptfigur Tyler Hawkins überdacht, weiß der junge Student nach einer traumatischen Erfahrung doch äußerst wenig mit seinem Leben anzufangen. Eine vielversprechende Ausgangslage, die den Zuschauer erwarten lässt, mit einer sinnstiftenden Veränderung im Leben des Protagonisten konfrontiert zu werden. Doch wohin der Film nach zwei eher gemächlichen Stunden steuert, vermag leider nur zu enttäuschen.

New York, 1991: Eine Mutter wartet mit ihrer elfjährigen Tochter auf die nächste U-Bahn, wird Opfer eines Überfalls durch zwei minderjährige Täter und anschließend erschossen. Der Ehemann des Opfers, Polizist Neil Craig (Chris Cooper) erscheint daraufhin am Tatort und schließt seine verbliebene Tochter Alli in die Arme. Mit dieser erschreckenden Szene führt uns Remember me in die Handlung ein und macht anschließend einen Zeitsprung ins Jahr 2001. Hier begegnet uns der 21jährige Student Tyler Hawkins (Robert Pattinson), der mit seiner inzwischen zerrütteten Familie das Grab seines Bruders aufsucht, der vor einigen Jahren Selbstmord begangen hat. Tyler hat den Tod seines Bruders immer noch nicht gänzlich verarbeitet – er ist emotional aufgewühlt und hat ein sehr schlechtes Verhältnis zu seinem scheinbar gefühlskalten Vater Charles (Pierce Brosnan), dem er vorwirft, zu sehr mit seiner Karriere als Anwalt beschäftigt zu sein und zu wenig Zeit mit ihm und seiner Schwester Caroline zu verbringen. Als Tyler eines Abends beim Ausgehen zusammen mit seinem besten Freund Chris in eine Schlägerei verwickelt wird, steckt ihn der Polizist Neil Craig aufgrund seiner Aufmüpfigkeit kurzerhand für eine Nacht ins Gefängnis. Als kleine Rachegeste schlägt ihm sein Freund Chris nach der Entlassung vor, sich an die Tochter des Polizisten, die Studentin Alli (Emilie de Ravin), ranzumachen. Tyler folgt dem Vorschlag seines Freundes, nichtsahnend, dass auch Alli ein eigenes traumatisches Erlebnis mit sich herumträgt. Die beiden verlieben sich ineinander, werden aber mit den familiären Problemen beiderseits nicht so einfach fertig, bis sich alles langsam zum Guten zu wenden scheint. Wäre da nicht dieses schreckliche Ereignis in New York im Jahre 2001…

Remember me als Kinoerlebnis ähnelt einem komplexen Labyrinth, durch das man sich doch recht mühsam zu kämpfen hat, nur um am Ausgang mit etwas partout Unpassendem enttäuscht zu werden. Komplex, aber dennoch reizvoll fängt die Geschichte an, die sich um Familie, nicht überwindbare Traumata und Orientierungslosigkeit dreht. Hinzu kommt ein harscher Vater-Sohn-Konflikt, der von Pierce Brosnan und Robert Pattinson auch auf sehr glaubwürdige Weise dargestellt wird. Doch die interessante Ausgangssituation kann von den Mängeln im Drehbuch kaum hinwegtäuschen – zu konfus wurden die Szenen und Dialoge aneinandergereiht, denen es noch dazu an Tiefe fehlt. Die Handlung kommt nur mühsam voran und gewinnt erst in der Spannungskurve vor dem Ende an Tempo. Ohne zu viel verraten zu wollen, ist es dann auch leider das Ende, das wie ein penetranter Betonklotz die vor sich hin plätschernde Story unter sich begräbt – was hier als großes sinnstiftendes Element für die bisherige Handlung herhalten soll, verfügt leider über einen generell sinnfreien Charakter und vermag kaum zum Rest des Films zu passen.

 

Remember me
Summit Entertainment, USA 2010
Regie: Allen Coulter. Drehbuch: Will Fetters
Hauptdarsteller u.a.: Robert Pattinson, Emilie de Ravin, Pierce Brosnan
128 Min. Dt. Filmstart : 25. März 2010
FSK: 12

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