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Die Schicksalsfrage

27. May 10: Mike Newells Fantasy-Abenteuer Prince of Persia – Der Sand der Zeit | Jana Brinckmann

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Ob Lara Croft: Tomb Raider (2001), Resident Evil 1-4 (2002-2010), Doom (2005) oder Far Cry (2008): Videospiele gehörten und werden auch zukünftig zu einer der wichtigsten Inspirationsquellen beziehungsweise Vorlagen für Leinwandproduktionen gehören. Seit neuestem hat es auch das Jump ‚n‘ Run Action-Abenteuer-Spiel „Prince of Persia“ mit der 2003 erstmals veröffentlichten Trilogie „The Sands of Time“ in die Kinos geschafft. Zu verdanken haben wir diesen Streich á la Tausendundeine Nacht dem Fluch der Karibik-Produzenten Jerry Bruckheimer, der sich schnell die Filmrechte für die mehrfach ausgezeichnete Game-Vorlage kaufte. Wir dürfen gespannt sein, ob der Film an den Erfolg des Spiels anknüpfen kann oder nur ein Kopfschütteln mehr versucht, angesichts des bisher zu Recht ramponierten Images computerspielbasierter Verfilmungen.

Im mystisch-mittelalterlichen Persien eilt der Straßenjunge Dastan seinem Freund zur Hilfe, der gerade von Soldaten Prügel bezieht. Just in diesem tollkühnen Moment ist der König zugegen, der äußerst angetan von dem Mut und dem Kampfgeist des Jungen ist und ihn prompt adoptiert. Hintergründig spielt natürlich eine Prophezeiung und somit das Schicksal die entscheidende Rolle, denn es wurde vorhergesagt, dass die Königsfamilie erst durch einen nicht-blaublütigen Sohn komplett sein wird. Fünfzehn Jahre später sind die drei Königssöhne zu guten, mehr oder weniger disziplinierten Kriegern herangewachsen und sollen die heilige Stadt Alamut angreifen, weil diese angeblich mit dem Feind kooperiert. Der Kampf fällt schnell zugunsten der Perser aus und die Prinzessin der heiligen Stadt, Tamina, wird in ‚Schutzhaft‘ genommen. Allerdings muss Prinz Dastan auf der Siegesfeier bitterlich feststellen, dass die Anschuldigung falsch war und sie aus den eigenen Reihen hintergangen wurden. So war der Angriff nur ein Vorwand, um an einen Dolch mit dem „Sand der Zeit“ heranzukommen, mit dem man uneingeschränkte Macht über die Zeit besitzt. Dummerweise würde das einen Sandsturm entfesseln, der die ganze Welt vernichtet. Deshalb brechen Prinz Dastan und die etwas spröde Prinzessin Tamina, die sich als Wächterin des Sandes der Zeit entpuppt, in ein gefährliches Abenteuer auf, um die Zerstörung der Erde aufzuhalten.

Die Ankündigung der Prince of Persia-Verfilmung dürfte bei vielen Skepsis oder bestenfalls Desinteresse hervorgerufen und die Frage aufgeworfen haben: Ist die Fantasie vieler Filmemacher denn wirklich so begrenzt, dass sie auch noch die Videospiellandschaft abgrasen müssen? Nichtsdestotrotz stellt sich allein der Trailer als sehr vielversprechend dar und lockt mit Sicherheit auch ein paar Zweifler ins Kino. Und zur großen Überraschung ist der Film tatsächlich sehenswert, wenn auch kein Meisterwerk. Denn die Kulisse ist ein orientalischer Traum und selbst Jake Gyllenhaal als Prinz Dastan vermag erstaunlich gut zu überzeugen. Desweiteren existiert zur Abwechslung mal eine als ‚richtige‘ Geschichte anzuerkennende Handlung, die zwar nach dem typischen Heldenstory-Schema abläuft, wonach der vom Schicksal Auserwählte die Welt rettet und am Ende die holde Maid bekommt, aber dennoch gut umgesetzt wurde und sogar einige witzige Sidekicks sowie Dialoge enthält. Leider stören wieder einmal die zu schnellen Schnitte bei den Kampfszenen, was ein fetter Minuspunkt bei ACTION-Abenteuerfilmen ist, da keiner mehr die Kämpfe, geschweige denn irgendwelche Techniken, nachvollziehen kann. Jedoch ist diese Produktion ein guter Anfang, vom Trash-Image der Videospiel-Verfilmungen wegzukommen. Da können wir nur hoffen, dass es die geplanten Filmprojekte zu „Splinter Cell“ und „World of Warcraft“ nicht wieder ins Gegenteil verkehren.

 

Prince of Persia – Der Sand der Zeit (Prince of Persia: The Sands of Time)
Walt Disney Pictures, USA 2010
Regie: Mike Newell. Drehbuch: Boaz Yakin, Doug Miro, Carlo Bernard
Computerspiel-Entwickler: Jordan Mechner
Hauptdarsteller u.a.: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley
116 Min. Dt. Filmstart: 20. Mai 2010

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