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Porträt mit Fingerfarben

24. Aug 12: Fantasy Filmfest 2012: Bing Baileys (Very) Low Budget-Produktion Portrait of a Zombie startet vielversprechend und scheitert grandios! | Dobrila Kontić

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Geringes Budget, große Ambitionen – unter diesen Voraussetzungen entstehen mitunter funkelnde Genre-Perlen. Leider trifft das auf Bing Baileys kürzlich auf dem Fantasy Filmfest gezeigten Portrait of a Zombie definitiv nicht zu. Besonders groß ist die Enttäuschung vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Zombie-Splatter mit einer vielversprechenden Idee startet…

Einen schweren Schicksalsschlag muss das Ehepaar Murphy in Dublin verkraften: Ihr Sohn Billy, der jüngst einen vielversprechenden Job in einer Fleischerei angefangen hat, hat sich mit einem seltsamen Virus infiziert, der ihn zu einem gefräßigen Zombie gemacht hat. Doch statt kurzen Prozess mit Billy zu machen, wie es der Zombie Survival Guide einem dringend nahelegen würde, besinnen sich die Murphys auf ihren Glauben und beschließen, ihren erkrankten Sohn daheim zu ‚pflegen‘. Und wie es heute eben üblich ist, darf sich auch gern ein dilettantisches Film-Team zu ihnen gesellen und über ihr Schicksal berichten. Genervte Nachbarn und ein süffisanter Priester kommen dabei ebenso zu Wort wie Billys schwangere Verlobte, die trotz allem fatalerweise auf ein Happy End hofft. Genügend Stoff also für die Doku-Filmer, möchte man meinen. Doch der Chef muss natürlich noch eine reißerische Schippe drauflegen…

Eine Zombie-Mockumentary – klingt nach einer netten Idee, die sich auch mit schmalem Budget gut umsetzen ließe. Aber Regisseur/Produzent/Drehbuchautor Bing Bailey schien das einfach nicht zu reichen. Nachdem Portrait of a Zombie mit Verve startet, durch überzeichnete Charaktere und Seitenhiebe auf die katholische Kirche und das Spießbürgertum amüsiert, muss es ans Eingemachte gehen und aus Billys Einzelfall soll plötzlich eine sich in Dublin rasch ausbreitende Epidemie apokalyptischen Ausmaßes werden, die ausgerechnet von einem Gangster-Trio in Schach gehalten werden soll. Dumm nur, dass weder Ton, noch Schnitt und schon gar nicht die dilettantische Maske mit den Ambitionen des Regisseurs mithalten können. Und so hat selbst der wohlwollendste Zuschauer nach der ersten halben Stunde noch eine grausig lange Zeit voller unfassbar schlecht umgesetzter Gore-Elemente und unfreiwilliger Komik vor sich…

Portrait of a Zombie
Organ Hill Films, Irland 2011
Regie: Bing Bailey. Drehbuch: Bing Bailey, Laura Morand Bailey
Hauptdarsteller: Geraldine McAlinden, Rory Mullen, Todd Fletcher
87 Min.

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