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Überraschungseier zum Verlieben

18. May 10: Alan Pouls romantische Komödie Plan B für die Liebe | Jana Brinckmann

Flash is required!

Jennifer Lopez hat durchaus ihre ganz eigenen Vorzüge. Neben Stimme und Po, hat sie noch ein paar sexy Moves drauf und kann, wie so viele Rampenlicht-Künstler, einfach nicht die Finger von der Schauspielerei lassen. Sicher, ein gewisses Talent ist vorhanden. Doch bei eingehender Betrachtung ihrer Filmografie, entdeckt man viele inhaltliche, aber auch kommerzielle Flops, wie die Liebeskomödien Gigli (kommerziell) oder Manhattan Love Story (inhaltlich), die vor Klischees und Kitsch nur so triefen. Leider bleiben wir auch in diesem Frühjahr nicht davon verschont, wenn es heißt: Mrs. Right und Mr. Right verlieben sich zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weshalb sich der Weg zum Glück etwas holperig gestaltet. Oder gibt es diesmal doch kein Glück am Ende?

Die Mittdreißiger Single-Geschäftsfrau Zoe (Jennifer Lopez) hört ihre biologische Uhr sehr laut ticken, weshalb sie unbedingt ein Baby möchte. Doch bedauerlicherweise ist die Liebe ihres Lebens nicht in Sicht. Wie gut, dass es Samenbanken gibt! Gleich in der ersten Filmszene dürfen wir deshalb der freudig-erregten Zoe bei der künstlichen Befruchtung zusehen. Aber prompt hat die frisch Befruchtete die Praxis verlassen, trifft sie den charismatischen Bauern Stan, der es zufällig auf dasselbe Taxi abgesehen hat. Es kommt zu einem neckischen Wortgeplänkel, bei dem schnell klar wird: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Nun ja, zumindest bei Stan, denn Zoe schwebt gerade voller Glückseligkeit auf Wolke ‚taffe-Single-Mom-forever‘ und schließt sich alsbald der verschrobenen, aber dennoch sympathischen Selbsthilfegruppe für ledige Mütter an. Das Schicksal hat aber etwas andere Pläne für unsere Hauptfigur geschmiedet und so treffen sich die Beiden auf einem Wochenmarkt wieder, wo Stan eigens hergestellten Käse verkauft. Sie kommen erneut ins Gespräch, daten und verlieben sich. Dann bekommt Zoe ein schlechtes Gewissen, denn immerhin ist sie schwanger und ihr Mr. Right weiß es noch gar nicht… Nach ein paar Proben vorm Spiegel und ausgiebigem S**, gesteht sie es ihm schließlich. Doch irgendwie ist Stan ziemlich überfordert, reagiert etwas harsch und stellt die maximal ein paar Wochen alte Beziehung in Frage. Aber wenn sich die große Liebe nun einmal als unerwünschtes Überraschungspaket herausstellt, was hat man dann für eine Wahl? Stan entscheidet sich jedenfalls erstmal für Zoe und geht mit ihr durch eine leicht übertriebene Schwangerschaftshölle. Wird die Beziehung das überleben?

Plan B für die Liebe wirkt wie Jennifer Lopez‘ ganz persönliche Hommage an ihre 2008 geborenen Zwillinge, die sie im Alter von 38 Jahren (ähnlich wie unsere Filmheldin) zur Welt brachte. Dieser Gedanke ist auch ganz süß und ebenfalls der Fokus auf das letzte Trimester der Schwangerschaft, indem die Sorge mit der Freude über die Zukunft als Eltern Hand in Hand geht. Und dennoch mangelt es der Handlung an allem, was einen Film besonders zu machen vermag: Esprit, Originalität, Facettenreichtum und eine herausfordernde schauspielerische Leistung. Stattdessen bedient sich die Liebeskomödie jedes nur erdenklichen Klischees über schwangere Frauen, die lüsterne Zeitbomben zu sein scheinen, Frauen beziehungsweise Männer, die bereits Eltern sind und deshalb von der ‚Hölle auf Erden‘ reden, ohne die man trotzdem nicht mehr Leben mag, und Hasenfüßen von werdenden Vätern. Verpackt wird das Ganze in lahmen Sprüchen, einer typisch vorhersehbaren Story und stereotypen Figuren. Das einzig Positive, ist die hin und wieder auftretende Situationskomik. Aber wer schon immer auf Schmonzetten stand, wird auch dieses belanglose Werk, das eher in die Kategorie TV-Produktion passt, mögen.

 

Plan B für die Liebe (The Back-up Plan)
CBS Films, USA 2010
Regie: Alan Poul. Drehbuch: Kate Angelo
Hauptdarsteller u.a.: Jennifer Lopez, Alex O’Loughlin, Michaela Watkins
106 Min. Dt. Filmstart: 13. Mai 2010

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