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09. Feb 10: Owen Palletts Album „Heartland” | Martin Müller

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Man könnte sich bei diesem Werk in sämtliche Klischees verlieren und die Auffälligkeit in Bezug auf den scheinbaren Hang homosexueller Musiker zum Pomp bemühen, doch würde dies der Schönheit von „Heartland“ nicht gerecht. Sicherlich sind die Anleihen bei Antony, der den Kehlkopfgesang zur hohen Kunst stilisierte, und Rufus Wainwright mit seiner Exzentrik und Opulenz mehr als erkennbar. Dennoch schafft es Owen Pallett sich seinen eigenen Raum zu erobern. Mit seinem nunmehr dritten Studioalbum legt Pallett sein bisheriges Pseudonym Final Fantasy, benannt nach dem Videospiel, ab und tritt als sein eigener Schöpfer auf.

Wunderbare Arrangements aus Streichern, Bläsern, Pianotupfern und Elektroklängen, dazu die wie entrückt wirkende Stimme von Pallett, kreieren einen in sich magischen Raum, vergleichbar einer Oper. Hier nur von Popmusik zu sprechen, wäre eine Untertreibung. Als klassisch ausgebildeter Violinist versteht Pallett sein Handwerk und hat ein ausgeprägtes Gespür für Klangsphären. Dies stellte er als Arrangeur für die Streicherparts bereits für Beirut und Arcade Fire unter Beweis. Seine Vollendung findet er jedoch in „Heartland“, das unter allem Pomp und seinem klassisch orchestralen Erscheinungsbild eine bisweilen spielerische Leichtigkeit hat. Diese Mischung wirkt wie ein postmoderner Minnegesang über Entfremdung, Liebe und Erfüllung und wähnt einen manchmal wie in einem Musical oder in einem Walt Disney Film, nur befreit vom Kitsch und mit einer dichten Vielschichtigkeit.

Die Wirkung des Albums entfaltet sich besonders bei einer Fahrt übers Land. Man blickt auf die vorbeiziehende Landschaft, dann beginnt Pallett seine elegische Komposition und man wird verzaubert. Die Welt um einen herum wird zu einem märchenhaften Ort voll Schönheit und Magie. Schöner kann man sich nicht in den Moment fallen lassen.

Link zur Website von Owen Pallett

Link zur MySpace Seite von Owen Pallett

Heartland von Owen Pallett
Erschienen: 22.01.2010 bei Domino

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