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Neue Helden braucht das Land!?

09. Dec 10: Nach Shrek kommt ein neuer Held wider Willen: Megamind | Martin Müller

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Geschichten über Großmut und uneigennützige Wohltaten gibt es wohl seit Anbeginn der Menschheit. Anfangs noch als Sagen- oder Märchengestalt wandelte sich der Typus Held später durch den Comic zum Superhelden mit meist übernatürlichen Kräften, die er ausschließlich zum Wohle der Menschen einsetzt – versteht sich. Ihm werden zumeist ein Bösewicht oder auch mehrere beigesellt, die ebenfalls über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, um die ganze Sache dann auch spannend zu gestalten. Ganz klassisch geht es dabei immer Gut gegen Böse, wobei sich das Gute auch immer hübsch gegen den Widersacher durchsetzen kann, auch wenn es bisweilen haarscharf ist. Nun präsentiert uns Dreamworks einen neuen Helden, der eigentlich gar keiner sein will. Ohne übernatürliche Kräfte, aber dafür mit großem Genie, ist der ganz bescheidene Megamind ausgestattet und kämpft eigentlich gegen Metro Man, aber nur eigentlich.

Diese Feinschaft nimmt ihren Anfang schon kurz nach der Geburt von Megamind, der nach acht Tagen von seinen Eltern zusammen mit Minion, einem Fisch und sein Beschützer, in den fernen Weltraum geschickt wird. Und genau dort, mitten im Nichts, begegnen sich Metro Man und Megamind das erste Mal. Beide steuern auf die Erde zu und kurz vor der Landung in einer Villa wird Megamind von Metro Man abgedrängt und landet im Knast. Dort wird er von den Insassen aufgezogen und kommt schließlich auch in die Schule, wo er Metro Man wieder begegnet. Während dieser von allen gemocht wird, schafft es Megamind einfach nie, auch nur irgendwelche Sympathien zu erlangen. So beschließt er das bereits im Knast ausgeprägte böse Genie zu seiner Berufung zu machen und fortan nur noch kriminell zu sein. Es entwickelt sich eine ewig gleich anmutende Schlacht gegen Metro Man, in der Megamind und Minion immer wieder versuchen, ihn zu erledigen, es aber nie packen. Doch wendet sich eines Tages das Schicksal; unverhofft gelingt es Megamind seinen Rivalen zu erledigen und Schwups, die Stadt Metro City ist sein. Nur hat die Sache einen Haken: Er hat nun keinen Gegenspieler mehr und es langweilt ihm. Voll Missmut entschließt er sich, einen neuen Superhelden von Metro City zu erschaffen und dann gegen diesen zu kämpfen, genau wie früher. Er hat nur zwei Probleme, denn zum einen ist er in die leidenschaftliche Reporterin und absolute Megamind-Hasserin Roxanne Ritchi verliebt, die neben den Schmetterlingen auch sowas wie Moral und Ethik bei ihm erwachen lässt, und zum anderen ist sein neuer Superheld Tighten alles andere als ein Guter. Zu allem Überfluss verscherzt er es sich dann noch mit Minion und sieht sich plötzlich alleine. Doch kommt ausgerechnet dann Hilfe von einer Seite, die selbst Megamind nicht erwartet hat.

Ein wunderbar leichter Film für groß und klein hat sich Dreamworks für das Weihnachtsgeschäft an den Kinokassen da einfallen lassen. Die sympathischen Figuren mit ihrem allerorts waltenden Sarkasmus sind unterhaltsam, aber auch nicht mehr. Die in einem amerikanischen Film gewohnt wenig unterschwellig mit fließenden Moral und Ethik wird auch in Megamind fleißig aufgeboten. Doch Megamind und Minion als boshaftes Duo mit einigen Macken sind charmant und liebenswürdig und erinnern verdächtig an Shrek mit seinem Esel – was wohl am gleichen Studio liegen mag. Daneben bietet Megamind eine schnelle wie einfallsreiche Handlung, die hier und dort noch einige Überraschungen parat hält und so bis zum Schluss die Spannung hält. Dadurch lassen sich auch einige eher platte Passagen um Tighten und so manch ausgelatschter Gag leichter ertragen. Doch alles in allem ein gelungener Animationsfilm mit reichlich Spaß und gutem Unterhaltunsgswert.

Megamind
Dreamworks Animation, USA 2010
Regie: Tom McGrath. Drehbuch: Alan J. Schoolcraft, Brent Simons.
Sprecher (Original) u.a.: Will Ferrell, Tina Fey, Brad Pitt
Sprecher (Deutsch) u.a.: Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe, Oliver Welke
95 Min. Dt. Filmstart: 2. Dezember 2010

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