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Nicht nur Männer sind Schweine!

15. Oct 09: Lesbian Vampire Killers - Die Antwort auf die männerlastigen Vampirstreifen | Martin Müller

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Wie verbringt man am besten eine Sinnkrise in England? Na klar, man macht einen Ausflug in die gottverlassene englische Provinz, um beim Wandern den Kopf frei zu bekommen. So ziehen die beiden Helden Jimmy, der zum x-ten Mal von seiner Freundin verlassen wurde, und Fletch, der gerade seinen Job als Kinderclown verloren hat, nach einem Pub-Besuch los, nachdem per Dartpfeil die Wahl auf Cragwich, einem Ort im Nirgendwo, fiel.

Dort angekommen platzen beide verwirrt und beschwingt vom Anblick vier schwedischer, vollbusiger, langbeiniger, jedwede Fantasie bedienender Touristinnen in den Dorf-Pub, der sich dann leider eher als mittelalterliche Schwulenbar entpuppt als den erhofften feuchten Männertraum. Glück im Unglück für die Beiden, denn sie dürfen in einem Cottage im tiefen Walde für lau übernachten und der Zufall will es, dass unsere vierköpfige Holden-Schar genau dorthin unterwegs ist. Was Jimmy und Fletch jedoch nicht wissen, ist, dass sich nach einer Legende jedes Mädchen der Gegend an ihrem 18. Geburtstag in einen Vampir verwandelt. So nimmt die Geschichte ihren Lauf, als die getreuen lesbischen Vampire ihre Königin wieder erwecken wollen und dem Reiz der Touristinnen natürlich auch nicht widerstehen können. Fletch und Jimmy finden sich so unvermittelt im Kampf gegen verführerische Vampire wieder und ahnen noch nicht, welch tragende Rolle sie noch spielen werden. Doch Hilfe naht in Form des Dorfpfarrers, der ihnen im Kampf ums Überleben zur Seite steht und eine schaurig-komische Jagd durch das britische Unterholz kann beginnen. Jedoch verfallen die erledigten Vampirinnen nicht etwa zu Staub oder Asche, nein, sie zerplatzen in eine milchig-cremige Substanz, die extrem an Männerejakulat erinnert.

Leider verfällt der Film ein wenig stark dem Klamauk und der in Amsätzen vorhandene britische Humor hilft diesem Film auch nicht, um wirklich vollends zu gefallen. Sicher, der Anspruch ist es auch nicht, über eine reine Unterhaltung des Publikums hinaus zu gehen. Aber etwas weniger hätte auch nicht geschadet. Dennoch hält der Titel, was er verspricht. Jede Menge lesbische Vampire, Killer und Männerabend-Unterhaltung vom Feinsten. Phil Claydon, der bereits mit Alone; von 2001 eine Slasher-Überraschung schuf, die komplett aus der subjektiven Perspektive eines Killers erzählt wird, zeigt in Lesbian Vampire Killers all seine Actionszenen, wie mit Bratpfannen Köpfe spalten, in Echtzeit und die verführerischen Kussszenen dafür immer in Zeitlupe, so dass man sich schon fragen kann, ob man hier nicht in einem fechten Männertraum gelandet ist. Auch die Auswahl der Vampire schien diesem Prinzip zu folgen, so dass uns makellose Frauen in aufgesetzter 'Verführer-Manier' durch das Szenario geleiten. Bisher war der Film nur auf dem Fantasy Filmfest 2009 zu sehen, doch soll er voraussichtlich 2010 in den Verleih gehen. Die Männerwelt dürfte begeistert sein und auch alle Feministinnen können beruhigt werden, denn in der Fortsetzung wird die nächste Minderheit in Angriff genommen. Dann machen Fletch und Jimmy Jagd auf den schwulen Werwolf.

 

Lesbian Vampire Killers, Großbritannien 2009, 88 min.
Regie: Phil Claydon
Drehbuch: Stewart Williams, Paul Hupfield
Hauptdarsteller u.a.: Mathew Horne, James Cordon, Silvia Colloca
Dt. Kinostart: voraussichtlich 2010
FSK: 16

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