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Die aufständischen Kinder des Zeus

20. Apr 10: Louis Leterriers Heldenepos Kampf der Titanen | Jana Brinckmann

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Louis Leterriers Kampf der Titanen soll ein Remake des gleichnamigen Films aus den 80er Jahren sein. Tatsächlich aber haben die Handlungen so wenig miteinander gemein, dass die Neuauflage als eine völlig divergente Interpretation verstanden werden muss. Auch entspricht die Filmgeschichte des im Mittelpunkt stehenden Helden Perseus nicht der Sage aus der ursprünglichen griechischen Mythologie. Vielmehr diente diese als Inspirationsquelle für eine komplett andere Version, die hier und da weitere mythologische Gestalten agieren lässt, um ein wenig Undurchsichtigkeit in dem ansonsten feststehenden Plot hineinzuzaubern. Aber das hat natürlich auch seine Vorzüge.

Zu einer Zeit, in der sich die Menschen, welche die Geschöpfe des Zeus sind, gegen die göttliche Herrschaft auflehnen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, findet der Fischer Spyros in einem auf offenem Meer treibenden Sarg ein Baby in den Armen seiner toten Mutter. Er nennt das Kind Perseus und zieht ihn wie seinen eigenen Sohn groß. Die heile Familienwelt wird jedoch brutal zerstört, als Soldaten des Königreichs Argos die Statue des Zeus niederreißen und ins Meer stürzen. Denn der Herrscher des Olymp, der seine Kinder im Grunde liebt, will sie mit Gewalt wieder zum Glauben zurückführen und befehligt seinen Bruder Hades die Soldaten zu töten. Unglücklicherweise sind just in diesem Moment Perseus und seine Familie zum Fischen in der Gegend und werden ebenfalls vom rasenden Hades versenkt. Perseus wird als einziger Überlebender nach Argos transportiert, wo er durch den Hochmut des Königspaares Cassiopeia und Kepheus, die sich mit den Göttern gleichstellen und die Schönheit ihrer einzigen Tochter Andromeda höher preisen als die der Aphrodite, erneut auf Hades trifft. Denn durch diese Blasphemie erzürnt, fordert der Gott der Unterwelt entweder das Leben der Prinzessin oder aller Einwohner des Reiches als Tribut. Der von Trauer und Wut erfüllte Perseus wähnt seine Chance Hades zu töten, wird aber von jenem in die Schranken gewiesen und erfährt obendrein, dass er der Sohn des Zeus ist. Daraufhin ist sowohl die Götter- als auch Menschenwelt aufgewühlt, da die einen ihren Fall fürchten und die anderen auf den Sieg hoffen. Das ist der Beginn eines großen Abenteuers, indem sich Halbgott Perseus und seine Gefährten mythischen Wesen stellen müssen, um die Prinzessin sowie ihr Königreich zu retten und Hades zu vernichten.

Louis Leterriers Kampf der Titanen ist nicht ganz das, was der Titel verspricht: der Kampf zwischen den Titanen, dem ältesten Göttergeschlecht, aus dem die bekannten Götter wie Zeus, Hades, Poseidon etc. erst hervorgegangen sind. Vielmehr wird dieser Kampf innerhalb eines Satzes abgehandelt, der den Krieg zwischen den Göttern des Olymp und den Menschen dazu in Beziehung setzen soll. Allerdings gelingt es nur sehr plump und für all diejenigen, die mit der Thematik mäßig bis gar nicht vertraut sind, mit Sicherheit auch nicht besonders verständlich. Doch abgesehen davon ist der Film ein klassisches Heldenepos, das für alle Liebhaber des Genres ein Genuss sein wird, obwohl keine großen Überraschungen zu erwarten sind. Und dennoch gibt es sie, die Überraschungen, da wie bereits erwähnt, die griechische Mythologie auf den Kopf gestellt wird – trotz dessen die ursprünglichen Sagen auch großes Leinwandpotenzial besitzen – wodurch neue Konstellationen, Schicksale und Ausgänge kredenzt werden. Der einzig große Wehrmutstropfen ist aber der angepriesene 3D-Effekt. Denn das Fantasy-Spektakel wurde nicht als 3D-Film produziert, sondern nur nachbearbeitet. Das Resultat: ein 2D-Effekt… Ergo: Lasst den 3D-Zuschlag stecken und genießt einfach einen klassisch zweidimensionalen ‚Mono-Held-Fantasyfilm‘ der ebenso klassischen Art.

 

Kampf der Titanen (Clash of the Titans)
Warner Bros. Pictures, Großbritannien, USA 2010
Regie: Louis Leterrier. Drehbuch: Travis Beacham, Phil Hay, Matt Manfredi
Hauptdarsteller u.a.: Sam Worthington, Liam Neeson, Mads Mikkelsen
106 Min. Dt. Filmstart: 8. April 2010

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