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29. Sep 10: Dreamworks‘ neuester Streich Ich – Einfach unverbesserlich | René Müller

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In vielen Filmen gibt es den klassischen einsamen Bösewicht, der versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die Hauptfigur aus Ich – Einfach unverbesserlich, Gru, gehört auf den ersten Blick ebenfalls in diese Schublade: Unter seinem Haus hat er ein unterirdisches Labor, in welchem er mit genmanipulierten Maiskörnern den Diebstahl des Mondes plant. Auf den zweiten Blick fällt jedoch auf, dass dieser Superschurke am täglichen Leben teilnimmt. So wohnt Gru in einer idyllischen Vorortsiedlung, wo er sich am Gartenzaun mit seinen Nachbarn streitet. Die Widrigkeiten des Alltags kann er aber mit der einen oder anderen Erfindung zum Nachteil seiner Mitmenschen umgestalten.

Als ihm seine „Bad Bank“ (ehem. Lehmann Brothers) keinen neuen Kredit zum Diebstahl des Mondes gibt, wird er nicht ganz zufällig von Vector, dem nerdigen Sohn des Bankchefs als Superschurke Nummer Eins abgelöst. Denn wie ein echter Nerd hat dieser sein komplettes Haus verkabelt und kann während des Wii-Spielens alle Angriffe Grus abwehren. Aufgrund der leckeren Kekse lässt er jedoch drei Waisenmädchen ins Haus, was Gru zu seinem Vorteil nutzt, indem er diese wenig später adoptiert, um mit Keksrobotern in Vectors Haus einzufallen.

Durch den Kontrast vom professionellen Superschurken und der verspielten Naivität der Mädchen ergibt sich die primäre Komik des Films. Die zweite Witzquelle ist das streitsüchtige Temperament der genmanipulierten Maiskörner. Leider war es das größtenteils auch schon. Die in derartigen Animationsfilmen übliche gesellschaftskritische Witzebene fehlt dem neuesten Werk von Dreamworks bis auf das erwähnte Beispiel der „Bad Bank“. Daher gehört Ich – Einfach unverbesserlich nicht zu den herausragenden Animationsfilmen wie Findet Nemo oder Shrek. Ob sich ein Gang ins Kino lohnt, muss natürlich jeder selbst entscheiden. Es wird zumindest kurzweilige Unterhaltung geboten, die sich nach dem Film allerdings wieder recht schnell legt. Aber vielleicht gibt es analog zu Die Pinguine aus Madagascar eines Tages eine Serie mit den wunderbaren Maismännchen...

Ich – Einfach unverbesserlich (Despicable Me)
Universal Studios, USA 2010
Regie: Pierre Coffin, Chris Renaud. Drehbuch: Ken Daurio, Sergio Pablos
Synchronsprecher: Oliver Rohrbeck, Jan Delay
95 Min. Dt. Filmstart: 30. September 2010

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