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Mörderisches Inselparadies

14. Oct 09: Harper‘s Island – Eine kurze Horrorserie | Jana Brinckmann

Flash is required!

Wenn ein langer Arbeitstag zu Ende geht und wir uns zu müde für feucht-fröhliche Kneipentouren fühlen, kann ein netter Serienabend recht entspannend sein. Aus diesem Grunde bäumen wir uns ein letztes Mal auf, nehmen die Fernbedienung in die geschundenen Hände und klicken uns aufmerksam durch das reichhaltige TV-Programm. Eine Möglichkeit den Abend ausklingen zu lassen, wäre in dem Fall, sich die relativ neue Serie Harper’s Island anzuschauen.

Harper‘s Island ist eine US-amerikanische Horror-Serie aus dem Jahre 2009. Produziert wurde sie u.a. von dem Regisseur Jon Turteltaub, der bereits Regie zu den Filmen Das Vermächtnis der Tempelritter sowie Während du schliefst führte. Die Idee stammte u.a. vom Sex & the City Drehbuchautor Darren Star. Interessante Mischung, doch was erwartet uns bei der ‚neuen‘ Serie? Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine illustre Hochzeitsgesellschaft, die aus überwiegend privilegierten, jungen und schönen Mitgliedern besteht. Allen voran das Brautpaar Trish und Henry, die sich auf der (fiktiven) Insel Harper‘s Island, welche einen Katzensprung von Seattle entfernt ist, aus nostalgischen Gründen trauen lassen wollen. Immerhin verbrachten sie dort ihre wilden Kinder- und Jugendjahre. Deshalb darf auch Henrys beste Freundin Abby Mills nicht fehlen, die ebenfalls auf Harper‘s Island aufwuchs. Umso bedauerlicher, dass Nostalgie nicht immer mit etwas Positivem verbunden werden kann. Denn sieben Jahre vor dem Schauspiel in Weiß, frönte der Psychopath John Wakefield seiner Mordlust und erhängte seine sechs Opfer an einem schaurig-schönen alten Baum. Unter den Ermordeten befand sich auch Abby Mills Mutter. Ihr Vater, der Insel-Sheriff, tötete John Wakefield daraufhin und schickte seine Tochter zwecks Traumabewältigung zu den Großeltern nach Seattle. Aber wie kann es dann sein, dass ausgerechnet an dem Tag als Abby wieder heimkehrt, das Morden erneut beginnt und ebenfalls die Handschrift des angeblich toten Killers trägt? Fest steht, der blutige Weg zur Auflösung beschert uns noch so manche Überraschung.

So begrenzt wie die Anzahl der Hochzeitsgäste, so begrenzt ist auch die Anzahl der Folgen. In dreizehn ca. 45 Minuten langen Episoden wird „Einer nach dem Anderen“, wie es im Serienvorspann heißt, auf sehr abwechslungsreiche Weise niedergestreckt. Überbrückt werden die Serienhighlights selbstverständlich mittels zwischenmenschlicher Dramen, wie die Intrigen des Brautvaters, der die Hochzeit verhindern will, Ehebetrug, einer verlorenen Liebe oder Streit ums Geld. Die Charaktere lassen leider alle Wünsche offen, denn sie unterscheiden sich nicht von diversen Anderen in Horrorfilmen. Es gibt zum Beispiel den stets in Schwarz gekleideten Außenseiter, der Antidepressiva schluckt und immer verdächtig wirken muss, den Gutherzigen und seine schutzbedürftige Freundin, den Playboy, die Heilige, die Hure, den sogenannten Quotenschwarzen und die melancholische Hauptfigur. Alles in Allem ist die Serie nicht mehr als ein in dreizehn Folgen gedehnter Horrorfilm der langweiligen Art. Denn die Story ist vorhersehbar, die Idee dahinter absolut nicht neu und die ‚schlimmen‘ Szenen wenig Angst einflößend.

Harper's Island Horror-Serie. USA, Kanada 2009. 13 Folgen à 42 min.
Regie: Jon Turteltaub, Jeffrey Bell, Ari Schlossberg.
Drehbuch: Darren Star, Rob Thomas.
Hauptdarsteller u.a.: Elaine Cassidy, Christopher Gorham, Jim Beaver.
Erstausstrahlung: 09.04.2009 auf CBS
Deutsche Erstausstrahlung: 26.08.2009 auf Pro Sieben.

Antje schrieb am 18.10.2009 12:10

Ich habe Harper's Island wegen des interessanten Trailers angeschaut und dann auch, obwohl sich der "Spannungsbogen" m.E. relativ schnell wieder nach unten entwickelt, zu Ende gesehen. Der Unterhaltungseffekt war nach den ersten drei Folgen nur noch minimal, aber irgendwie will man dann ja doch wissen, wer in welcher Form als nächster stirbt. Eine Serien-Version von Final Destination. Braucht die Welt das? Ich denke nicht.

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