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12. Oct 10: Der musikalische „Ring“ von Glasser | Martin Müller

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Aus purer Erfindungslust und der Ödnis einer Nacht geschuldet, fassten Carmen Mesirow und Tauba Auerbach den Plan ein Musikinstrument zu bauen. Daraus entstand eine Art Banjo, das die beiden zu weiteren Taten ermutigte. So schufen sie eine Art Tandem-Orgel, die nur mit zwei zeitgleich spielenden Musikern funktioniert. ‚Auerglass‘ haben die beiden Künstlerinnen es getauft und bewiesen ihr Interesse an der Musik. Mesirow entwickelte dieses weiter und brachte unter dem Pseudonym Glasser ein imposantes Album heraus. Zwar versteht sich die Kalifornierin mehr als Künstlerin denn als Musikerin, aber mit dem Album „Ring“ beweist sie, dass sie beides sein kann.

Der Titel des Albums beschreibt die Struktur der Platte, in der alle Songs zyklisch angeordnet sind, so dass es weder Anfang noch Ende gibt und alle gleichwertig Teil eines Ganzen sind, so die Künstlerin. Dabei arbeitet Glasser hauptsächlich mit ihrer Stimme, die zumeist vielschichtig überlagert wird und so elfengleich in verträumter Manier wie ein ewiger Choral durch die Platte führt. Dann und wann bricht sie aber auch in ein Japsen aus, wie in „Apply“. Musikalisch wird fleißig experimentiert, aber doch auf Zurückhaltung gesetzt. Unzählige Instrumente und Computersound-Schnipsel kommen zum Einsatz, fügen sich aber zu einem Ganzen zusammen, ohne einen Bruch in der Harmonie zu erzeugen. Das steht den Songs und lässt die Magie des „Ring“ vollends zur Geltung kommen.

Die Künstler-Attitüde bewahrt sich Glasser besonders bei ihren Auftritten, bei denen sie sich allzu gern hinter Masken verbirgt, opulente Kostüme trägt und Unterstützung bei Künstlerkollegen sucht, die die Bühne bereichern. Dennoch ist ihr Album ein Highlight des musikalischen Jahres 2010, denn neben Joanna Newsom findet man heute selten solche Werke, die derartig traumwandlerische Wege bestreiten.

Ring von Glasser
Erschienen am 01.10.2010 bei MATADOR (Indigo)

Hier noch kurz das ‚Auerglass‘ in Aktion.

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Lonnsen schrieb am 12.01.2011 15:25

ein wirklich feines album, und die dame ist auch bald auf tour...

Glasser live:

01.02.2011 - Hamburg - Prinzenbar

08.02.2011 - Berlin - Comet Club

10.02.2011 - Köln - Blue Shell

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