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Selbstfindung mit Shrek

07. Jul 10: Für immer Shrek – Der vierte und letzte Teil aus dem Sumpf | Martin Müller

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Als 2001 der erste Teil über das grüne, miesgelaunte Sumpfmonster Shrek in die Kinos kam, war die Begeisterung derart groß, dass Dreamworks einen wahren Hit landete. Auch die folgenden zwei Teile füllten die Kinosäle und eben auch die Kassen von Dreamworks. Dabei scheint das Rezept so einfach wie genial: Der klassische Antiheld gewinnt durch das Öffnen seines Herzens auch die Herzen anderer und erkennt, dass Veränderungen auch ein Segen sein können. Was im ersten Teil noch ganz spritzig wirkte, verlor sich dies dann zusehends in den Fortsetzungen. Der sich ewig widerstrebende Oger Shrek mit dem Nerv tötenden Esel an seiner Seite, später ergänzt durch den Don-Juan unter den Katern, boten zwar gute Slapstick und halfen den Geschichten, die immer stärker bemüht wirkten, nicht vollends zu missraten. Dies schien jetzt auch Dreamworks aufgefallen zu sein, denn mit dem letzten Teil der Shrek-Saga wird alles anders. Der harmlos gewordene Familienvater bricht aus, hat genug!

Es ist eben nicht leicht für einen sonst so groben und die Einsamkeit gewohnten Oger mit Frau und Kindern, dazu Freunden, die zu allen Gelegenheiten auch noch ins heimelige Familienglück einbrechen und schlussendlich auch die Menschen, die jedwede Angst vor dem einstigen Schreck verloren haben. Das klingt nach einer guten Voraussetzung für eine handfesten Identitätskrise. So platzt dann Shrek auf der Geburtstagsparty seiner Kinder der Kragen und er sprengt die Veranstaltung. Im Selbstmitleid zerfließend trifft er auf Rumpelstilzchen, der ihm einen Vertrag anbietet, den Shrek nicht ausschlagen kann: Einen Tag lang ganz der alte Oger sein, Angst verbreiten und gefürchtet werden. Dafür muss er nur einen Tag seines Lebens an Rumpelstilzchen abtreten, der natürlich damit nichts Gutes im Schilde führt. Es kommt wie es kommen muss, denn Rumpelstilzchen wählt schließlich den Tag der Geburt von Shrek und alles, wie wir es aus den anderen Filmen her kennen, verkehrt sich, denn Shrek hat ja nie existiert. Fiona ist nicht gerettet worden, das Königreich ‚Weit-Weit-Weg‘ ist unter Kontrolle vom selbstherrlichen Rumpelstilzchen, der sich der Hexen als Gehilfen bedient, und natürlich kennen die ehemaligen Weggefährten Shrek nicht. Doch lässt sich der Zauber aufheben, wie es sich im Märchen gehört, durch den „Kuss der wahren Liebe“ vor Ablauf des Tages. Und dies ist nun mal Fiona, die zwar noch leicht zu finden ist, aber als Anführerin der Oger im Krieg gegen den despotischen Rumpelstilzchen andere Sorgen hat, als die wahre Liebe zu finden. Dabei tauchen natürlich die alten Weggefährten wieder auf, die mehr oder weniger hilfreich bei der Rettung der vormals bekannten Welt sind.

Ganz nach Manier von Märchen liegt auch diesem Film eine nicht gerade tiefgründige Moral zu Grunde: Man weiß erst, was man hat, wenn man es verloren glaubt. Doch sind es eben die charmanten Charaktere, die die Handlung tragen. Im Vergleich zu den anderen Teilen wirken diesmal die Dialoge und Gags nicht ganz so platt und vorhersehbar. Vor allem Shrek in seiner existenziellen Angst und der Erkenntnis, dass Liebe auch bedeuten kann, sich selbst nicht als das Wichtigste zu sehen, berührt. Das ganz große Kino ist auch der vierte Teil nicht geworden, aber für die Saga ein würdiger Abschluss. So kann man nun auch beruhigt Abschied nehmen von der völlig durch geknallten Märchenwelt.

Für immer Shrek (Shrek – The Final Chapter)
Dreamworks Animation, USA 2010
Regie: Mike Mitchell. Drehbuch: Josh Klausner, Darren Lemke
Sprecher (Original) u.a.: Mike Myers, Eddie Murphy, Cameron Diaz
Sprecher (deutsch) u.a.: Sascha Hehn, Ester Schweins, Bernhard Hoecker
94 Min. Dt. Filmstart: 30.06.2010

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