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28. Jan 10: Und übrigens noch was… - Die von Eoin Colfer verfasste Fortsetzung zu Per Anhalter durch die Galaxis | Rémi Schmidt

Copyright Michael Paynter

Wie bitte? Ein neuer Teil der bislang fünfteiligen Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis? So ist es! Die Fortsetzung wurde jedoch nicht vom Autor dieser erfolgreichen Science-Fiction-Reihe, Douglas Adams, geschrieben, da er seit dem Jahr 2001 leider nicht mehr in unserer Dimension kreativ waltet. Das neue Werk stammt von dem irischen Schriftsteller Eoin Colfer, der mit seiner Romanserie Artemis Fowl (2001-2009) zum international gefeierten Bestseller-Autor avancierte und zu Douglas Adams‘ größten Bewunderern zählt. Aber kann er dem Mann, der sein „Weltbild abgerissen und in einer anderen Dimension wieder aufgebaut hat“ (Zitat Eoin Colfer, Danksagung) auch gerecht werden?

Die Geschichte knüpft jedenfalls direkt an den letzten Teil an. Arthur Dent ist einer der letzten Überlebenden der Erde in einem Universum etwas entfernt von dem Unseren, was die Vogonen wohl übersehen haben… Und wie in den vorherigen Romanen stiefelt er immer noch missmutig durch die Galaxie, allerdings nicht mehr nur im Morgenmantel sondern mit durchaus wechselnder Kleidung. Es kommt zu neuen Begegnungen mit den Vogonen, die bekanntlich auch den letzten Menschen, gemäß ihrer bürokratischen Genauigkeit, ausradieren wollen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit dem Raumschiff „Herz aus Gold“ und den restlichen Hauptfiguren der Reihe. Wie bereits erwähnt beginnt die Handlung genau da, wo die des fünften Buches endet, zumindest wenn man die Zeit real bemisst. Falls ihr jedoch einer derjenigen Zeitegomanen seid, die sich sagen: „Zeit ist was du daraus machst“ oder „Du bist so alt, wie du dich fühlst“, dann startet die Geschichte etwa 70 Jahre später. Arthur ist ein alter Mann und seine Tochter Random ist die Präsidentin der Galaxis. Trillian besteht quasi nur noch aus Ersatzteilen, wogegen Ford sich wohl zu seinem Vorteil verändert hat, zumindest laut eigener Beurteilung, denn er besitzt jetzt ein „froody Kinn“. Wie es scheint geht es allen den Umständen entsprechend gut, bis die Realität oder besser Ego-Realität Risse bekommt...

Da die Fortsetzung ein neuer Autor verfasst hat, wurde mit Spannung erwartet, ob hier eine Huldigung oder Schändung des Andenkens an Douglas’ Erbe entstand. Zur großen Erleichterung kann ich sagen, das Buch ist Ersteres und damit ein Muss für alle Fans dieser Romanserie. Noch einmal kann Wissenswertes über das Universum erfahren und sich über die altbekannten Helden der Saga gefreut werden. Eoin Colfer beschreibt in ähnlicher Weise die abstrusen Vorgänge in einem Universum, welches derart seltsam ist, dass es beinahe der Wirklichkeit entsprechen kann. Zudem gibt es wieder amüsante Zusatzinformationen, die bereits in den vorherigen Büchern einen großen Teil des Charmes ausgemacht haben. Trotzdem scheint die Erzählweise etwas näher an der ‚normalen‘ Realität zu liegen als bei Douglas Adams, wenn man davon ausgeht, dass beide ihre Geschichten an Bord der „Herz aus Gold“ schrieben. Dem Lesevergnügen schadet dies allerdings nicht. Vielmehr sorgt es dafür, dass das Buch insgesamt nicht als Kopie, sondern als Weiterführung der Geschichte mit neuem Moderator des gleichen Sub-Etha-Senders erscheint.

 

Eoin Colfer
Und übrigens noch was…
Übersetzt aus dem Englischen von Gunnar Kwisinski
Wilhelm Heyne Verlag, München 2009
416 S., 19,95 Euro

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