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Dufte Duffy

16. Dec 10: Duffy wagt sich mit ihrem zweiten Album „Endlessly“ auf neue Wege | Martin Müller

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Schon in frühster Jugend war bei Aimee Ann Duffy der Wunsch gereift, als Musikerin den Lebensunterhat zu bestreiten. Es erwies sich dann schwieriger als gedacht und brauchte einige Zeit, bis sie den Durchbruch 2008 mit ihrem Debütalbum „Rockferry“ schaffte. Wie so typisch in unserer heutigen Zeit gab es auch bei ihr die Zwischenstation Castingshow, wo sie 2003 als Zweitplatzierte des walisischen Wawffactor abschnitt. Dies gab der Musikkarriere weiteren Auftrieb und schließlich bekam sie dann 2007 ihren ersten Plattenvertrag. Heute kennt jeder Duffy , was nicht zuletzt auch an ihrer ersten Single „Mercy“ lag, mit der sie einen Welterfolg feierte. Fortan galt sie neben Amy Winehouse oder Adele als Speerspitze der Bewegung um junge britische Musikerinnen, die sich dem Sixties-Sound verschrieben haben. Für ihr neues Album „Endlessly“ arbeitete Duffy nun mit dem erfolgreichen Songschreiber und Musiker Albert Hammond zusammen und es kam eine Mischung aus dem von ihr gewohnt souligen Sixties-Pop und Funk heraus. Gepaart mit ihrer einzigartigen Stimme wandelt die kleine Soul-Röhre auf den Pfaden der großen amerikanischen Diven wie Dusty Springfield oder Nancy Sinatra.

Die erste Singleauskopplung „Well, Well, Well“ ist schon mal ein guter Vorgeschmack auf die gesamte Platte. Es wird etwas swingiger und mehr Energie verstreut, die auch ganz bewusst in Richtung Tanzfläche schielt. Diese Kooperation mit The Roots hat alles, was ein ordentlicher Kracher braucht: gut ausbalancierte Musik, ordentlich Tempo und reichlich Funk. Ebenso funky wird es mit „My Boy“ oder „Keeping my Baby“, die wunderbar zwischen Soul und Funk tendieren, direkt ins Gehör dringen und sich dann gleich den Weg in die Beine bahnen. Doch bietet das Album auch genügend Platz für die großen souligen Balladen, die so sanft anmuten und durch den Einsatz von Streichern und Bläsern so groß aufwarten, wenn über die Liebe sinniert wird. Ganz im Stile der 60er verstärkt durch den Einsatz des Background-Chors werden die ganz großen Gesten im Pop erzeugt, wenn man in „Breath Away“ oder „Lovestruck“ eintaucht. Daneben wird es aber auch ganz schwermütig, wenn das ganz dezente „Endlessly“ so melancholisch dahin wandelt und Duffy so zerbrechlich und leidenschaftlich im dunklen Raum gegen ihren Schwermut ansingt. Ebenso bezaubernd wie herzzerreißend gelingt „Don´t Forsake me“, das so schleppend schon fast jazzige Anmut entwickelt. Es geht durchweg von den Höhen über die Tiefen einmal querbeet durch die Gemütslagen, die durch die stimmungsvolle Instrumentierung immer auch den großtragenden Moment mit einfangen.

Das berühmte zweite Album nach einem Welterfolg gerät immer unter besondere Beobachtung und wird gerne auch überkritisch mit seinem Vorgänger verglichen. Hier nun kein Vergleich mit dem Erstling „Rockferry“, sondern nur ein Lob an die neue Platte „Endlessly“, die eine gelungene Mischung aus dem bewährten Sound der 60er und dem schnellen Funk darstellt. Auch wenn bisweilen die Dramatik in den Balladen überhand nimmt, vermögen es besonders die nicht minder dramatisch inszenierten temporeicheren Soul-Funk-Nummern zu überzeugen. Die zauberhafte Symbiose aus vielschichtiger Instrumentierung und der einmalige Farbklang von Duffys Stimme sind sowohl eingängig wie auch wohlig im Sound. Die Zusammenarbeit mit Hammond hat sich wahrlich gelohnt und der kleinen Großen neue Facetten hinzugefügt. Eine gelungene Fortsetzung!

Endlessly von Duffy
Erschienen am 26. November 2010 bei Polydor (Universal)

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