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Mein Freund der Feind

06. Apr 10: Das 3D-Animationsabenteuer Drachenzähmen leicht gemacht | Jana Brinckmann

Flash is required!

Nach Shrek, Madagaskar und Monsters vs. Aliens, entführt uns DreamWorks Animation nun in die raue Welt der Wikinger. Genauer gesagt in das Dorf „Stur“ auf der Insel Berk, welche „Zwölf Tage nördlich von Trostlos und ein paar Grad südlich von Schweinekalt und mitten auf dem Längengrad der Langenweile“ liegt. Der Name ist in diesem besonderen Fall auch Programm, denn alle Dorfbewohner sind unverbesserlich stur. Das äußert sich beispielsweise allein in der Tatsache, dass sie nicht daran denken andere, viel freundlichere Lebensräume zu erschließen, weil es einer Flucht vor ungemütlichen Situationen gleich käme. Und kein Wikinger läuft vor Herausforderungen oder Gefahren davon, nicht einmal wenn täglich monströse, feuerspeiende sowie Schafe klauende Drachen hereinschneien und das Dorf in Schutt und Asche legen.

Die kleine, aber kämpferische Wikinger-Gemeinde befindet sich bereits seit 300 Jahren im Zwist mit den Drachen, da letztere regelmäßig angreifen und Nahrungsmittel stehlen. Aufgrund dessen wird jede Generation, egal ob männlich oder weiblich, von Kindesbeinen an zu Drachentötern erzogen. Sie trainieren hart und sehr praxisorientiert, indem sie zusammen mit den unterschiedlichsten Drachenarten in einen Käfig gesteckt werden. Und da nur die Besten die Ausbildung zum Krieger erfolgreich bestehen, gebührt dem ‚Allerbesten‘ die ‚Ehre‘ der Tötung eines besonders gefährlichen Exemplars. Doch wie überall auf der Welt, gibt es auch hier einen Außenseiter, der weder vom Temperament und der Geschicklichkeit, noch von der geistigen Einstellung her in die Gemeinschaft passt. Und zum größten Bedauern des Anführers Haudrauf – der Stoische, handelt es sich bei diesem Sonderling ausgerechnet um seinen einzigen Sohn Hicks. Hicks trägt zwar den Beinamen „Der Hüne“, aber tatsächlich ist er das komplette Gegenteil: schmächtig und überaus tollpatschig, aber dafür umso erfinderischer. Dennoch möchte er unbedingt dazugehören und ebenfalls an der Ausbildung teilnehmen, wovon Haudrauf – der Stoische nur mäßig begeistert ist, da er sowohl um die Sicherheit seines Kindes, als auch um die der Dorfbewohner fürchtet. Nun wäre Hicks aber kein richtiger Einwohner Sturs, wenn er nicht unverbesserlich stur wäre, deshalb wagt er sein Glück im nächsten Kampf und schafft es tatsächlich den gefürchtetsten Drachen vom Himmel zu katapultieren. Zu dumm, dass es keiner gesehen hat… Darum sucht er das gefallene Tier und hofft durch dessen Leichnam als Held angesehen zu werden. In einer felsumringten Oase findet er allerdings keinen toten, sondern lediglich flugunfähigen Drachen, der zudem weniger einem Monster, sondern mehr einem riesigen, verängstigten und vor allem liebenswürden Haustier entspricht. Damit muss auch Hicks einsehen, dass er partout kein Drachentöter ist. Hat sich nun sein Traum von der Integration in die Gesellschaft ausgeträumt?

Die Macher von Drachenzähmen leicht gemacht haben sich vorerst selbst übertroffen, denn das herrliche Animationsabenteuer hat tatsächlich eine sowohl lustige, als auch herzerwärmende Geschichte zu erzählen. Und diese Geschichte wird mit Hilfe einer guten 3D-Technik, die dich regelrecht in den Film hineinzuziehen vermag, optisch und emotional unterstützt. Sehr gelungen ist ebenfalls die Darstellung der vor Kraft und trockenem Humor strotzenden Wikinger, die dank des drolligen nordischen Dialekts, jeden Dialog zum Ohrenschmaus machen. Darum freut euch auf ein witziges 3D-Spektakel mit charmanten Raubeinen, schnuckeligen Drachen und coolen Sprüchen, das Jung und Alt gleichermaßen begeistern kann.

 

Drachenzähmen leicht gemacht (How to Train Your Dragon)
DreamWorks Animation, USA 2010
Regie & Drehbuch: Dean DeBlois, Chris Sanders
Romanvorlage: Cressida Cowell
Hauptdarsteller (Original-Sprecherrollen) u.a.: Jay Baruchel, Gerard Butler, America Ferrera
98 Min., Dt. Filmstart: 25. März 2010

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