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Höllische Heinzelmännchen

16. Aug 11: Don’t be afraid of the Dark eröffnet das Fantasy Filmfest 2011 | Dobrila Kontić

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25 Jahre – so alt wird das Fantasy Filmfest in diesem Jahr also schon und in diesen Tagen können sich die Fans des gepflegten Schockers in sieben deutschen Städten auf gruselige Kino-Abende freuen. Die Wahl des passenden Eröffnungsfilms für solch ein Jubiläum dürfte den Machern dieses Genre-Festivals einiges Kopfzerbrechen bereitet haben, aber schließlich entschied man sich für den vielversprechenden Titel Don’t be afraid of the Dark – ein Horrorfilm, bei dem Regie-Star Guillermo del Toro (Pan’s Labyrinth, Das Waisenhaus) als Drehbuchautor seine Finger im Spiel hat, kann so schlecht ja nicht sein, mochte man denken. Besonders gut ist dieses recht konventionelle und storytechnisch kaum aufgehende Gruselfilmchen aber leider auch nicht geraten…

Mit einem Ortswechsel fängt das Grauen an: Das Scheidungskind Sally (Bailee Madison) soll für einige Zeit zu ihrem Vater, dem in dieser Rolle recht unbedarften Architekten Alex (Guy Pearce), ziehen. Alex restauriert gerade mit seiner Freundin Kim (Katie Holmes) eine viktorianische Villa namens Blackwood Manor, die – man ahnt es vielleicht schon, wenn man die dunklen, weiten Räume des Anwesens betritt – eine düstere Vorgeschichte hat. Schnell wird klar, dass Sally mit der neuen Freundin ihrer Vaters einfach nicht warm wird und sich einsam fühlt. Doch ihre Entdeckungstouren rund ums Haus lassen sie alsbald feststellen, dass sie so allein gar nicht ist. Sie macht Alex und seine Freundin auf ein zugemauertes Kellergeschoss aufmerksam, das diese – ohne auf den Rat des Hausmeisters zu hören – offenlegen. Im dunklen Kellergeschoss vernimmt Sally bald darauf eindringliche Flüsterstimmen und sie folgt ihnen bis zum verschlossenen Brennofen, der – wieder entgegen dem Rat des Hausmeisters – bald schon geöffnet wird. Die Kreaturen, die sich ab diesem Moment im ganzen Haus tummeln, entpuppen sich als eine Art infamer Heinzelmännchen, die mit beachtlichem Ehrgeiz alles daran setzen, Sally in die entlegenen Tiefen des Brennofens zu ziehen.

Das animierte Intro von Don’t be afraid of the Dark lässt zunächst ein elegant komponiertes Schauermärchen erwarten, doch leider geht es von da an, was Raffinesse und Einfallsreichtum betrifft, zusehends bergab. Regie-Neuling Troy Nixey gelingt es weder die Vorgeschichte um Blackwood Manor und die aktuellen Ereignisse in seinem Film zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen, noch schafft er es dem Zuschauer wohlige Schauer zuzufügen. Zu vorhersehbar sind die meisten der rar gesäten Schockmomente, zu einseitig das Spiel der Figuren, allen voran Katie Holmes, die wohl meint, sich den gesamten Film über auf einen Gesichtsausdruck beschränken zu können (fürsorglich-bekümmert). Dabei hätte es vielleicht schon gereicht, diese Geschichte um fiese kleine Gnome, die jeden Moment nutzen, um sich mit scharfen Gerätschaften auszurüsten und der armen kleinen Sally nach dem Leben zu trachten, mit ein wenig Humor anzureichern. Doch Nixey entschied sich für Ernst und Langeweile. Die Chance um einen beeindruckenden Eröffnungsfilm ist damit wohl vertan – aber dennoch lassen die kommenden Tage des Fantasy Filmfest noch einiges an Spannung und Horror erwarten, ein Blick ins Programm lohnt sich also nach wie vor.

Don’t be afraid of the Dark
Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2011
Miramax, USA/Australien 2010
Regie: Troy Nixey. Drehbuch: Guillermo del Toro, Matthew Robbins
Hauptdarsteller: Katie Holmes, Guy Pearce, Bailee Madison
99 Min.

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