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27. Aug 10: Devil’s Playground: Mark McQueens erschreckend langweiliger Abstecher in das Genre des Zombiefilms | Dobrila Kontic

Die Zombies sind unter uns! Nun ja, zumindest, was die Kinoleinwände betrifft, lässt sich feststellen, dass sich Zombiefilme in den letzten Jahren dank realitätsnaher Streifen wie 28 Days Later, großartiger Komödien wie Shaun of the Dead und Doghouse, sowie lästiger aber solider Remakes wie Zack Snyders Dawn of the Dead vom Nischenprodukt zum Dauerbrenner gemausert haben. Spätestens seit Zombieland, dem bislang kommerziell erfolgreichsten Film über die heute vergleichsweise schnellen und bedrohlichen Untoten, ist das Genre im Mainstream angekommen. Diese Allgegenwart des Zombie-Motivs ist es denn auch, die von einem neuen Genrefilm schon etwas außerordentlichere Elemente erwarten lässt, als sie Mark McQueens auf ganzer Linie versagender Devil’s Playground zu bieten hat.

Diesmal sind Medikamente der Auslöser: Ein Londoner Pharmaunternehmen hat das neue Medikament RAK-295 an 30.000 menschlichen Probanden getestet, doch bald darauf wird von den Versuchsleitern festgestellt, dass die Nebenwirkungen über Übelkeit und Schwächeanfälle hinausgehen: Manche Patienten fallen ins Koma und blutrote Adern treten aus ihren Körpern hervor. Cole, Ex-Söldner und Angestellter des mächtigen Pharmaunternehmens, soll nun helfen, die skandalösen Entwicklungen von der Öffentlichkeit fernzuhalten – und dazu soll er wirklich alle denkbaren Mittel anwenden. Doch der Ausbruch der mysteriösen Infektionskrankheit, die nun rabiat um sich greift, ändert alles. Für Cole gibt es nur noch einen Ausweg: Die einzige Probandin zu finden, die immun gegen die Nebenwirkungen des Medikaments ist. Doch die Bedrohung ist groß, und hier kommt der scheinbare Clou dieses Zombiefilms: Das Medikament hat die Probanden nicht nur in ansteckende, blutgierige Gestalten verwandelt, sondern sie auch mit übermäßig viel Kraft und Agilität ausgestattet. Dies müssen auch Angela (die Immune) und ihre Freunde feststellen, die sich schon bald als letzte Überlebende in einer kleinen Werkstatt verschanzen, bis sich Cole zu ihnen gesellt.

Und damit wären noch nicht mal die Grundzüge der Story von Devil’s Playground in Gänze dargestellt, denn die Macher haben sich wohl vorgenommen jeder gängigen Zombie-Thematik der letzten Jahre einen kleinen Besuch abzustatten. Da wäre die rasend schnelle Verbreitung der Infektionskrankheit, blutspritzende Szenen bis hin zum Gemetzel, Bilder der scheinbar ausgestorbenen Stadt bei Nacht, das Verschanzen einer kleinen Gruppe von Überlebenden, die bald einsetzende Niederträchtigkeit unter den Überlebenden, der Hoffnungsschimmer in Form einer Person, die gegen den ganzen Schlamassel immun ist und die Aufopferungsbereitschaft Einzelner, um diese Person und damit den Rest der Menschheit zu schützen. Dabei scheinen natürlich vor allem Motive aus Danny Boyles famosem Schreckensszenario 28 Days Later und dem etwas hinter den Erwartungen gebliebenen Nachfolger 28 Weeks Later durch. Doch über den billigen Versuch eines Abklatsches kommt Devil’s Playground nicht hinaus: Zu blass bleiben die Figuren, lediglich der grobschlächtige Cole tritt ein wenig unter den grauen Gesichtern hervor. Langatmig, streckenweise sogar peinlich ambitioniert fallen die Dialoge aus. Und die scheinbare Neuerung, dass die Zombies hier noch mit übermenschlicher Kraft ausgestattet wurden, äußert sich lediglich in hohen Sprüngen, für die Nicht-Zombies wohl in den meisten Fällen ein Trampolin bräuchten. Und dann wäre da noch ein Element, das man am schmerzlichsten in dieser faden, absehbaren Aneinanderreihung von beliebten Zombie-Szenen vermisst: Humor! Dabei hätte sich zumindest in dieser Sparte ein Seitenblick auf die Erfolgsfilme dieses Genres gelohnt. Es lässt sich nur hoffen, dass die Langeweile, die Devil’s Playground befallen hat, nicht auf kommende Zombiefilme übergreift.

Devil’s Playground
Großbritannien 2010
Regie: Mark McQueen. Drehbuch: Bart Ruspoli
Hauptdarsteller u.a.: Jaime Murray, Danny Dyer, Shane Taylor
95 Min. Dt. Filmstart: unbekannt

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