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20. Apr 12: Die Macht der Worte | culturshock-Team

Ein Wochenende entfernt uns noch von einem wahrlich bedeutsamen Tag: Dem Welttag des Buches! Die Leseunwilligen unter euch mögen gähnen oder mit den Schultern zucken, doch nicht so voreilig! Schließlich geht es ums Lesen, ums Urheberrecht (dieser Tage ein echtes Reizwort) und die Kultur des geschriebenen Wortes. Und geschriebene Worte führen häufig zu Songs – und zwar auch gerne zu Songs über Worte. Schließlich vermögen sie sehr viel auszurichten: Sie können Liebe entfachen aber auch Hass anzetteln, sie können trösten oder verletzen, ja sie können sogar im nicht-ausgesprochenen Zustand ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen. Es folgt eine kleine Auswahl an Musikern, die singend über die Macht der Worte sinnieren und sie mal niedrig, mal hoch einschätzen. Dabei wird jeder von ihnen eingestehen müssen: Ohne Worte wären sie nie so weit gekommen!

Bee Gees – Words

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Es ist immer schwierig, selbst im gewandtesten Umgang mit Worten die gewünschte Glaubwürdigkeit zu erreichen. Scheinbar haben die die drei Brüder von den Bee Gees einen gewissen Grad an Erfahrung, die wortreich erklärte Liebe tatsächlich an die Frau zu bringen. Sicherlich ist man zunächst etwas irritiert von einer toupierter Tolle und einem ‚Zahnweiß-Lächeln‘ mit einer für das männliche Geschlecht doch recht hohen Stimme im kitschig-sülzigen Klangbrei angehimmelt zu werden, doch meinen es die Drei nur gut – ganz ehrlich! Daher lauscht dem in utopischer Gesangshöhe vorgetragenen Plädoyer, dass Worte nicht nur Worte sind, sondern der Ausdruck innerster Gefühle, die nach Erwiderung lechzen.

Wir sind Helden – Nur ein Wort

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Oh, wie sehr doch das Schweigen in uns Unruhe, Raserei und Ungeduld beschwört aus dem Umstand heraus, einfach nicht hinter die ungesagten Gedanken blicken zu können. Und diese Unruhe wächst und wächst, je mehr das Schweigen verharrt. So fühlen sich scheinbar auch Wir sind Helden, die sich fast schon flehentlich an eben jenen Schweiger wenden, um doch Nur ein Wort zu erringen. Sie zeigen uns, wie sehnlich und wichtig uns der Austausch ist, wie sehr wir es brauchen, dem anderen zu folgen, die Gedanken zu hören und die süßen Worte aus dem verborgenen Dickicht des Geistes zu vernehmen. Ja, manchmal ist es Nur ein Wort, das uns in unbekannte Bahnen der Glückseligkeit versetzen kann.

Cameo – Word up

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Die Macht der Mund-zu-Mund-Propaganda, wenn es ums Feiern geht, propagierte die Funk/Soul-Gruppe Cameo mit ihrem Himt Word up – zu deutsch bedeutet das so viel wie „Na klar“ oder eben Türlich, Türlich. Doch im Cameo-Song hat dieser Begriff noch einen weiteren Status: Er ist ein Codewort, das das Abgehen schleunigst einleiten soll. Also, was sagen die Feierwilligen, wenn sie sich Gehör verschaffen wollen? … Richtig! Ab dafür.

My Chemical Romance – Famous Last Words

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Die Macht der Worte entfaltet sich in manchen heiklen Situationen ganz besonders, wenn sie unausgesprochen bleiben. Genau diesen Umstand besingt uns so herrlich hitzig und bis zur Raserei bewegt Gerad Way von der Alternative Rockband My Chemical Romance. Denn fehlen einem gerade in der Beziehung die Worte, die beispielsweise Hinweise auf die aktuelle Gefühlslage geben könnten, endet dies leicht in gebrochenen Herzen. Zu dumm, wenn einem erst nach der Trennung die Macht der Kommunikation bewusst wird und man nur noch in den entflammten Himmel schreien kann, dass man wohl oder übel auch alleine klar kommt. Obwohl der (Ex-)Partner bei Meinungsänderung natürlich mit offen Armen empfangen werden würde… Also immer brav miteinander reden!

Extreme – More Than Words

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So manch einem kommen diese drei Worte nur schwer über die Lippen, andere hingegen können es gar nicht erwarten sie auszusprechen: Ich liebe dich. Beim ersten Mal noch ein richtiges Statement, kann der inflationäre Gebrauch dieser Worte schnell ihre Bedeutsamkeit zunichte machen – so sahen es jedenfalls Extreme 1990 und hauten eine Powerballade raus, die klipp und klar forderte: Weniger sagen, mehr tun! Zum Beispiel den Liebsten halten, wie man ihn noch nie festgehalten hat: “All you have to do is close your eyes / And just reach out your hands / And touch me / Hold me close, don't ever let me go.” Ganz schön anstrengend die Jungs von Extreme – aber wer aussieht wie Gitarrist Nuno Bettencourt kann sich so eine Anhänglichkeit auch erlauben!

Lupe Fiasco – Words I never said

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Der US-amerikanische Rapper Lupe Fiasco hat es noch nicht in die erste Riege der Szene-Stars geschafft, obwohl er ein großes Talent ist und uns sogar mit spärlich bekleideten Damen verschont. Ob das an den eher ernsthaften, kritischen und teilweise sarkastischen Worten liegt, derer er sich gerne in seinen Songs bedient? Hoffentlich nicht… Nichtsdestotrotz, der Song Words I never said ist wunderbar und bewegend, denn hier wird uns mal wieder die dunkle Seite der Macht der Worte vor Augen und in die Ohren geführt: Worte werden zu oft instrumentalisiert, um zu manipulieren, zu polarisieren und Angst zu schüren. Wer uneingeschränkt alles für bare Münze hält, was beispielsweise in den Medien oder von Seiten der Regierung verbreitet wird, kann schnell als willenlose Marionette enden. Doch was ist die Wahrheit und was passiert, wenn wir sie einfach so hinausbrüllen? Nun, zumindest nicht Folgendes: „It’s so loud Inside my head / With words that I should have said! / As I drown in my regrets / I can’t take back the words I never said.”

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