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01. Feb 11: Die Rückkehr | culturshock-Team

Und schon sind wir wieder da! Nach einem einmonatigen Winterschläfchen, in dem wir Kraft fürs neue Jahr getankt haben, melden wir uns wieder zum Dienst und haben noch rasch ein culturtape eingepackt, das unsere Rückkehr thematisch aufgreift. Denn alle brauchen mal eine Pause, ob Musiker, Liebende oder der Nachbar nebenan. Und sei es nur zum Zwecke der fulminanten Rückkehr, des unerwarteten Wiedersehens, das man wahlweise mit einem fulminanten Rooftop-Auftritt, einem infantilen aber witzigen Wortspiel, einem röhrenden „Ich bin wieder hier“ oder mit einem Tanz im Regen eröffnen kann. Eins steht jedenfalls fest: Wir bleiben, zumindest bis zur nächsten Winterpause, und versorgen euch weiterhin mit unseren Befunden, Ratschlägen und musikalischen Zusammenstellungen in Sachen (Pop)Kultur. Und nun eine Reihe von Künstlern, die in weiser Voraussicht passende Songs zu diesem freudigen Ereignis erschaffen haben:

Beatles – Get Back

Flash is required!
Sich seiner Wurzel besinnen, heimkehren, umkehren – es gibt keine ultimative Deutung des späten Beatles-Hits „Get Back”. Entstanden aus ein Paar spärlichen Riffs während einer Jam-Session, später mit sich ständig wandelnden Songzeilen angereichert (darunter politische Passagen wie „Get back to your Commonwealth homes“) und schließlich am 30. Januar 1969 zur Eröffnung der berühmten „Rooftop Peformance“ auf dem Dach des Apple Corps-Gebäude in London live gespielt, ist der Song eine besonders lebendige Reliquie der Beatles-Zeitgeschichte: Seine Entstehung ließ sich im Film Let it be mitverfolgen und die beschwingte Melodie und der nonchalant vorgetragene Text können wohl kaum darüber hinwegtäuschen, dass zu diesem Zeitpunkt eine Rückkehr zu den vermeintlichen Wurzeln und Gemeinsamkeiten wohl kaum mehr möglich war. Doch dies soll kein Grund sein, diesen wunderbaren Song und den legendären Auftritt zu schmähen, oder ihn gar aus unserem Rückkehrtape auszuschließen!

Madonna – Back in Business

Flash is required!
Auch wenn wir uns als recht respektabel empfinden, scheuen wir dennoch nicht davor zurück, im Pfuhl aus Sünde und Laster zu wühlen, um für euch „Back in Business“ zu sein. Zwar bezieht sich das Pop-Chamäleon Madonna in ihrem Song aus dem Soundtrack der Comicverfilmung von Dick Tracy auf die dunklen Machenschaften eines klassischen Gangstermilieus der 1930er, dennoch wagen wir uns gleichwohl detektivisch in die Abgründe vor, auch wenn wir unsere Unterwelt mehr in den Subkulturen als denn in nebligen und dunklen Gassen finden. „Back in Business“ rahmt im Stile der Big-Band-Kulisse die kokette Anspielung auf Klischees der Bad Boys vergangener Zeiten, deren lässiger Gegenpart allzu gern schier unberührbar hindurch schreitet, so cool, wie auch wir uns lässig durch die Wirrungen der Popkultur wagen!

Westernhagen – Wieder hier

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1998 kehrte die kratzige Stimmgewalt Marius Müller-Westernhagen nach vierjähriger Bühnen-Abstinenz zurück und eroberte mit seinem Album Radio Maria prompt die Charts. Den Auftakt bildete – ganz passend – sein melancholischer Hit „Wieder hier“, der mit den Zeilen „Ich rieche den Dreck / Ich atme tief ein / Und dann bin ich mir sicher / Wieder zuhause zu sein“ die deutsche Musikbranche wissen ließ, wie sehr sie ihm gefehlt hat. Ja, und auch das Musikvideo in Schwarzweiß ist alles andere als die Visualisierung einer triumphalen Rückkehr, vielmehr verdeutlicht es das widersprüchliche Wesen dieses Songs über eine vermeintliche Heimkehr, der wiederum wie ein Abschied klingt.

Die Fantastischen Vier – Troy

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Fast 22 Jahre ist das Stuttgarter Hip-Hopper-Quartett Die Fantastischen Vier nun schon im Musikgeschäft und dass da selbst die innigste Band-Fan-Beziehung phasenweise Tiefs erlebt beziehungsweise Auszeiten braucht, ist durchaus verständlich. Aber weil die Vier ja fantastisch sind, gelingt es ihnen immer wieder die Fans zurückzuholen, wie im Jahr 2004 mit dem Album Viel, das sie nach einer fünfjährigen Album-Pause veröffentlichten. Die Singleauskopplung „Troy“ richtet sich dabei direkt an die Fans, indem sie an die tolle gemeinsame Zeit erinnert und die liebsten Treueschwüre vom Stapel lässt. In diesem Sinne sagen auch wir: „Jetzt komm' mal her, die Warterei ist vorbei / wir sind wieder bei dir und wir bleiben dir troy!“

Soul II Soul – Back To Life

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Auch die 80er Jahre R&B-Band Soul II Soul bietet mit ihrem damaligen Erfolgshit „Back To Life” einen wunderbaren Song für alle Rückkehrer, die sich nun wieder der Realität stellen müssen: „Back to life, back to the present time / back from a fantasy…“ In unserem culturshock-Sinn heißt das natürlich, zurück in den schmerzlichst vermissten Schreiberling-Alltag, der erst durch den Dienst für die getreue Leserschaft an freudiger Bedeutung gewinnt. Schleim! Abgesehen davon ist die 1989 veröffentlichte Single ein heiterer Ohrwurm-Klassiker, der in Kombination mit dem Musikvideo einfach gute Laune verbreitet und recht lustig anzuschauen ist.

Elton John – The Bitch is Back

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Auch wenn „The Bitch is back“ etwas frivol anmuten mag, verbirgt Elton John hierin einen tieferen Sinn als joviale Gesellschaftskritik, der er das Bild der ‚Bitch‘ entgegen hält. Exzentrisch und grell bietet uns der Kanarienvogel des Pop diese zynische Nummer dar, gewandet im typischen Sound aus seinem huldvollen Klavier und dem Retro-Blues der 80er im aufreizenden Tempo. Auch wenn Elton John mit der hier gezeigten Haarpracht farblich wunderbar zu culturshock passen mag, wollen wir uns im Tenor mit der ‚Bitch‘ nicht in Einklang bringen, doch gestehen wir uns zu, scharfzüngig zu kommentieren, auch wenn es bisweilen weh tut.

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