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06. Aug 10: Live-Cover | culturshock-Team

Es muss nicht immer kommerzieller Natur sein, wenn sich Künstler einem bereits mehr oder weniger bekannten Track widmen, ihn sich aneignen und etwas völlig neues daraus hervorkommen lassen. Nein, manchmal werden Cover einfach ‚just for fun‘ produziert, vorzugsweise auf der Bühne, gelegentlich aber auch im Studio eines Radiosenders, der seinen Zuhörern gerne etwas neues, so noch nie gehörtes, präsentieren möchte. Und gerade diese Versionen erweisen sich aufgrund ihrer Irrelevanz für den Musikmarkt häufig als überaus gelungen – denn hier haben die Künstler in der Auswahl des Originaltitels und ihrer eigenen Umsetzung unbegrenzte kreative Freiheit. So kann sich etwa eine respektable Band wie Coldplay an einem, nun ja, etwas simpleren Song der Poplegende Kylie Minogue austoben. Gossip-Röhre Beth Ditto kann sich einen Schmalzsong der 80er vorknüpfen, während Franz Ferdinand ihrer bislang verborgenen Liebe zu Britney Spears-Hits fröhnen. Ja, so macht Covern Spaß! Deshalb hier eine kleine Auswahl an diversen spaßigen und manchmal einfach nur schönen Live-Covern:

Franz Ferdinand - Womanizer (Britney Spears)

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„Womanizer“ (2008) gehört mit zu den relativ erfolgreichsten Singles der abgestürzten Pop-Prinzessin Britney Spears und handelt von allen Schönlingen dieser Welt, die so einigen Mädels Liebeskummer bereiten. Die Indie-Rockband Franz Ferdinand erkannte entweder ein gewisses Potenzial in dem Song oder sie wollten einfach nur Spaß, weshalb sie die Single live coverten. Heraus kam ein komplett anders klingendes Indie-Liedchen, das abgesehen vom Inhalt gute Laune verbreitet. Schade nur, dass die Jungs nicht auch ihr letztes Hemd für die Untermalung (?) des so überaus aussagekräftigen Textes opferten…

The Kooks - Kids (MGMT)

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Ende 2008 begeisterten uns MGMT mit ihrem psychedelisch anmutenden Song „Kids“ und schafften so ihren weltweiten Durchbruch. 2009 nahm sich die britische Band The Kooks in den Studios des australischen Radiosenders Triple J diesem Lied an. Mit ihrer Akustik-Version, fernab von Synthie-Klängen, legen sie den melancholischen Text der Nummer übers Kindsein frei und erschaffen so eine aufs Wesentliche reduzierte und gerade deswegen berührende Version des Titels. Wunderschön.

Coldplay - Can't get you out of my Head (Kylie Minogue)

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Wenn die kleine Kylie Minogue sexy ins Mikrofon singt „Boy, I can’t get you out of my Head“ und sich gewohnt lasziv dazu räkelt, lässt das mit Sicherheit die Männer reihenweise dahin schmelzen. Doch wie wirkt es wohl, wenn nun Chris Martin, Sänger der britischen Band Coldplay und Ehemann von Gwyneth Paltrow, diese Zeile trällert? Will er uns und seiner Frau vielleicht irgendetwas sagen? Aber Spaß bei Seite: Coldplays Live-Version von „Can't get you out of my Head” ist rockiger, tanzbarer und eine lustige Alternative zum Original.

Pink - Crazy (Gnarls Barkley)

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Als 2006 die Single „Crazy” von Gnarls Barkley ihren langsamen Sturm durch die Charts antrat und sodann auch zum Ohrwurm aufstieg, kannte auf einmal jeder die beiden Amerikaner dahinter. Die Zeit ging ins Land und aus dem Hit wurde schnell ein Klassiker, dem sich auch Pink nicht verschließen konnte. So gibt sie auf ihren Konzerten eine an die großen Rockballaden der 80er erinnernde Version zum Besten. Natürlich darf da auch ein übermäßig langes Gitarrensolo nicht fehlen, auch wenn der Schwung des Originals darunter leidet. So wird aus dem Groove eine etwas behäbig wirkende Pop-Rock-Nummer, die jedoch aus dem wirklich guten Original schöpfen kann.

The Noisettes - When you were young (The Killers)

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Es war einer ihrer größten Hits bislang: „When you were Young“ aus dem zweiten Album der Killers versprühte mit seinen eingängigen Riffs und seinem Text über die Suche nach Vergebung und Erlösung in der Liebe eine immense Kraft und verlieh der US-amerikanischen Band 2006 ein neues, respektableres Gesicht. In der Live-Lounge von BBC Radio 1 greift die britische Indie-Rockband The Noisettes hingegen zu sanfteren Tönen, der sanften Stimme von Frontfrau Shingai Shoniwa und Streichern, um sich die Nummer anzueignen – und damit gelingt ihnen eine sehr hübsche, loungigere Version des Tracks.

Gossip - Careless Whisper (George Michael)

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Ach, wie schön doch die 80er waren, denken wir, wenn wir George Michael lauschen, intoniert vom so typischen Saxophon, und es dahin schmachtet, dieses sorglose Geflüster. Doch, was passiert, wenn ein Pfundsweib mit ordentlich Feuer im Hintern sich dieser Nummer annimmt, zeigen Gossip mit der unvergleichlichen Beth Ditto. Im nunmehr typischen Gossip-Gewand wird aus der Ballade „Careless Whisper“ eine herrliche Tanznummer, die nichts mehr von ihrem schnulzigen Charme bewahrt, und aus dem vormals eher Leidvollen wird pure Freude!

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