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28. May 10: Die Grand Prix-Sieger unserer Herzen | culturshock-Team

Es ist mal wieder soweit: Die europäischen Nationen fiebern vor dem Fernseher mit, wenn ihr Vertreter um den Sieg beim Eurovision Song Contest singen wird. Seit 1956 findet diese friedens- und gemeinschaftsstiftende Veranstaltung als unbewaffneter, aber dennoch hart umkämpfter Wettstreit der Nationen statt. Früher mit klassischen Chansons und großem Orchester inszeniert, brav und ganz sittsam, wurden über die Jahre entsprechende Verjüngungskuren angesetzt, um heute teils seichten Pop auf großer Bühne mit übertriebener Show zu präsentieren. Doch gab es Sternstunden des Grand Prix, die wir euch nicht vorenthalten wollen: Große Gefühle, verbrecherische Frisuren, schrille Outfits und eine winzige Prise Kitsch. Die Mischung aus diesen Zutaten bildet das Rezept für großartige Momente der Musikgeschichte und ist der Beweis dafür, dass uns ohne diesen Wettbewerb einiges entgangen wäre.

Katja Ebstein – Wunder gibt es immer wieder (1970)

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„Wunder gibt es immer wieder“ - Das dachten sich 1970 wohl auch der Komponist Christian Bruhn und sein Texter Günther Loose, weshalb sie ebendiesen Song für den damals noch „Grand Prix d‘Eurovision de la Chanson“ schrieben. Ihre Botschaft á la „die Hoffnung (hier auf Wunder) stirbt zuletzt“ durfte die damals 25-jährige deutsche Schlager-Sängerin Katja Ebstein zum Besten geben. Und trotz fürchterlich eierndem Gesang, schaffte es die nur aus Beine bestehende, im sexy türkisfarbenen Dress gekleidete Ebstein, den 3. Platz für Deutschland an Land zu singen. Tja, Wunder gibt es immer wieder…

ABBA – Waterloo (1974)

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Was haben diese vier Schweden nur angerichtet? Seit ihrem Grand Prix-Sieg 1974 erwuchs schlagartig eine Hysterie, die bis heute andauert und ein Ende ist nicht abzusehen. Musicals und Filme, remasterte Alben und immer wieder auftauchende Coverversionen – ohne ABBA geht es einfach nicht. Mit ihrem Gewinnersong „Waterloo“ schafften sie es, einem internationalen Publikum bekannt zu werden und darüber hinaus auch mit ausgeklügelter Musikmischung eine ganz neue Stilrichtung zu etablieren. Großartige Musik, die auch ein Fachpublikum ins Schwärmen bringt. Mit ABBA zeigte der Grand Prix, wie ernst man diese Veranstaltung bisweilen nehmen sollte.

Dschingis Khan – Dschingis Khan (1979)

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Weniger ernst dafür umso spaßiger ging es 1979 beim internationalen Wettsingen zu: Dschingis Khan, die von Grand Prix-Dauerveteran Ralph Siegel zusammengestellte Tanztruppe, boten eine Aufsehen erregende Show: Pseudo-folkloristische Glitzerkostüme, ein Songtext, wie aus einem Kinderbuch abgeschrieben und eine Choreographie, die noch immer Ihresgleichen sucht. Damit machten Dschingis Kahn als Verkleidungs-Sextett den Village People starke Konkurrenz und auch noch den vierten Platz für Deutschland.

Nicole – Ein bisschen Frieden (1982)

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Süße 18 Jahre alt war Nicole, als sie in einem biederen Kleid, einer lustlosen Föhnfrisur und einem Engelsgesicht die große Grand Prix-Bühne betrat. Aber sie hatte eine Waffe im Gepäck, mit der man die Herzen jeder Jury erweichen kann: einen Friedenssong! Sie sei „nur ein Mädchen, das sagt, was es fühlt“ trällerte sie mit ihrer glockenhellen Stimme, Ralph Siegel rieb sich im Hintergrund die Hände und freute sich anschließend über den bisher einmaligen deutschen Grand Prix-Sieg. Da ist es nicht so wichtig, dass aus dem „bisschen Frieden“ dann leider doch nichts wurde…

Stefan Raab – Wadde hadde dudde da? (2000)

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Aus Mist Gold zu machen, ist eine Kunst, die in Deutschland nur einer zur Perfektion treibt. Stefan Raab hat ein unglaubliches Talent, aus scheinbar sinnlosen Aussprüchen große Musik raus zu holen. „Wadde hadde dudde da?“ war eigentlich an einen Hund gerichtet und schaffte es im ‚Funk-Gewand‘ auf Platz 5 des Eurovision Song Contests im Jahre 2000. Ein Erfolg, den oftmals ernsthaft forcierte Teilnehmer nicht erreichen konnten. So wundert es auch nicht, dass dieses Jahr ebendiesem Stefan Raab die Leitung für den deutschen Beitrag übertragen wurde. Adieu, Ralph Siegel!

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