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culturtape

03. Jun 11: Dschungel | culturshock-Team

Diese Woche entführt euch unser culturtape in den Dschungel – in all seinen natürlichen und vor allem metaphorischen Ausprägungen. Im tiefen Bedeutungsdickicht treffen wir etwa auf eine kleine Isländerin, die ihren Herzschlag mit dem starken Rhythmus von Jungle Drums vergleicht, während sich Guns’N’Roses und The Specials musikalisch der Gefahren und Hoffnungslosigkeit des urbanen Dschungels mitsamt des hier hinein übertragbaren „Recht des Stärkeren“ widmen. Einen Wettkampf-mäßigen Bezug wagen auch die Fugees mit ihrem Titelsong zur preisgekrönten Dokumentation über den legendären „Rumble in the Jungle“ zwischen Muhammad Ali und George Foreman im Jahre 1974. Und natürlich muss auch ein Disney-Song in dieser wilden, undurchdringbaren Musikvideo-Zusammenstellung mitmischen und euch schließlich wohlig in den Schlaf wiegen (vorzugsweise nachdem ihr euch durch unsere Songauswahl geklickt habt).

Guns’N’Roses – Welcome to the Jungle

Flash is required!
Jung, etwas unbedarft und noch nicht gezeichnet von Alkohol und Wutausbrüchen sieht Axl Rose zu Beginn des Videos zu „Welcome to the Jungle” aus. Doch das soll sich nach seiner Ankunft in New York schnell ändern: Drogen, leichte Mädchen und die Konfrontation mit Gewalt machen im Verlauf von vier Minuten aus ihm „unseren“ Axl – stinksauer, wild und laut kreischend, wie wir es lieben. Dabei schrieb Axl den Titel ursprünglich in Bezug auf das sündige Los Angeles, in dem die Band Guns’N’Roses 1985 in einem heruntergekommenen Gebäude lebte. Der Song handelt vom lasterhaften Leben im sündigen Großstadtdschungel, in dem man schnell die Orientierung, sein Geld und jegliche Skrupel verlieren kann. 1987 erschienen, stellt er bis heute die perfekte musikalische Untermalung für die harsche Konfrontation mit dem Chaos, dem Stress, aber auch der spannenden Aufregung der urbanen Welt dar.

Emilíana Torini – Jungle Drum

Flash is required!
Im Dickicht des Dschungels strahlt uns ein zauberhaftes Lächeln entgegen und eröffnet uns die Botschaft: „Hey, I‘m in love“! – Und los geht die Reise durch das Gemüt der in purer Lebensfreude badenden Isländerin, mit dem so gar nicht isländisch anmutenden Namen, Emilíana Torini. Im Westernsound gleich eines Tarantino-Films schlägt ihr Herz „like a jungle drum“ und frohlockend im Rausch der Gefühle, scheinbar, tänzelt sie leichtfüßig wie doch süß ungelenk im Björk-Outfit durch ihren Dschungel. Eine gute Laune-Nummer, die nicht zuletzt wegen ihrer ganz besonderen musikalischen wie stimmlichen Mischung in Deutschland 2009 ein wahrer Kassenschlager wurde.

The Specials – Concrete Jungle

Flash is required!
Auch als Metapher kann der Dschungel herhalten, wie uns The Specials mit ihrem Song „Concrete Jungle“ zeigen. Obwohl die lebensfrohe Ska-Untermalung es nicht vermuten lässt, zeichnet der Track ein gar grausiges Bild von Angst und Gewalt. Aus dem Kontext des Englands Ende der 70er Jahre, das von hoher Arbeitslosigkeit und rassistischen Spannungen geprägt war, setzen The Specials ein Statement gegen ebendiese aggressive Stimmung. Dabei nehmen sie kein Blatt vor dem Mund und ziehen einen Vergleich mit fadem Beigeschmack: Gleich eines Dschungels geht es um ein Dickicht aus Traurigkeit und Ohnmacht vor Gewalt und Ablehnung, das es bisweilen nur mit Gefährten zu durchschreiten gelingt.

Bob Marley & The Wailers – Jungle Fever

Flash is required!
Auch wenn von der Reggae-Legende Bob Marley und seiner Band The Wailers eher das Lied gegen den Betondschungel „Concrete Jungle“ bekannt ist, haben sie noch einen ganz bedeutenden Song auf Lager, der mit dem Thema Dschungel arbeitet – mal losgelöst von der sozialkritischen Komponente: „Jungle Fever“. Die Lyrics sind recht simple gehalten und viel Text zu merken gibt es auch nicht: „Eh, my temperature gets high with jungle fever.“ Was lernen wir aus diesen mit gechillten Reggae-Beats unterlegten Zeilen? Richtig, immer schön impfen lassen, bevor es in den Dschungel geht!

Fugees – Rumble in the Jungle

Flash is required!
Als „Rumble in the Jungle“ war der legendäre Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman vom 30. Oktober 1974 angekündigt worden. Er sollte in Kinshasa, der Hauptstadt des damaligen Zaïre, stattfinden und wurde als bis dato wichtigstes Sportereignis auf afrikanischem Boden mit großer Spannung erwartet. Dabei rechnete damals niemand mit einem Sieg Muhammad Alis, dem der Weltmeistertitel sieben Jahre zuvor aus politischen Gründen aberkannt worden war. Mit dieser Thematik und dem überraschenden Ausgang des Kampfes befasste sich 1996 der Oscar-gekrönte Dokumentarfilm When we were Kings. Den Soundtrack lieferten neben Zelma Davies und Diana King unter anderem eben auch The Fugees, zusammen mit A Tribe Called Quest und Busta Rhymes und dem kämpferischen Titel „Rumble in the Jungle“. Passt wie die Faust aufs Auge, auch zu unserem Dschungel-Tape!

König der Löwen – The Lion Sleeps Tonight

Flash is required!
Disneys Der König der Löwen bezaubert seit 1994 als Zeichentrickfilm die Kinderherzen und auch so manches Erwachsenenherz. Eine wundervolle Geschichte mit tollen Figuren, wie Simba, Timon oder Pumbaa, und vor allem einprägsamen Gute-Laune-Songs, wie „The Lion Sleeps Tonight“ oder „Hakuna Matata“. Sicherlich, dieses Dschungel-Musikvideo ist geschummelter Weise ein Filmausschnitt und Timon sowie Pumbaa sind nicht wirklich die Interpreten, aber wen kümmert‘s – immerhin ist der Dschungel hier der Lebensmittelpunkt. Er bietet zahlreichen Tierarten ein Zuhause und stellt ein zwar hartes, aber blühendes Leben dar – besonders wenn die Löwen, die unbestreitbar das Sagen haben, schlafen…

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