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25. Mar 11: Dialekte | culturshock-Team

In unserem schönen deutschen Sprachraum leben bunte Völkchen aus bärigen Schnauzen, Fischköppen, Jecken, Lederhosen-Freaks, Babbelern, Sachsen, Schweizer Schokoladen-Meistern, Almdudlern und noch vielen anderen mehr, die sich zwar alle lieb haben, aber nicht immer gut verstehen. Denn es trennt sie nicht etwa eine Mauer, sondern der gemeine Dialekt. Jeder kennt sie und im Grunde findet sie doch auch jeder super, oder? Freilich, einige Sprachvarietäten klingen hart und gar nicht schön, während andere einfach nur Entzücken auslösen. Doch entstehen genau durch diese Vielfalt die herrlichsten Witze, komischsten Missverständnisse, heißesten Diskussionen und selbstverständlich ganz interessante musikalische Schmankerl, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Also spitzt die Lauscher und versucht zu verstehen oder amüsiert euch einfach köstlich!

Vorab ein kleiner Witz für Bayern-Fans:

„Und am 8.Tag erschuf Gott die Dialekte... Alle Völkchen waren glücklich. Der Berliner sagte: ‚Icke hab nen wahnsinns Dialekt, WA?‘ Der Hanseate sagte: ‚Moin Dialekt ist dufte, NE!‘ Der Kölner sagte: ‚Hey, du Jeck, mit Kölsch feiert man Karneval!‘ Der Hesse sagte: ‚Babbel net, di Hessa babbeln des best Hochdeutsch!‘ Der Sachse sagte: ‚Ja nu freilisch is äs Sächsisch klosse!‘ Nur für den Bayer war kein Dialekt übrig. Da wurde der Bayer traurig...... Irgendwann sagte dann Gott: ‚Scheiss di ned o, dann redst hoid wia I !!!‘“ (http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/398349)

 

Panda – Jeht kacken

Die Berliner Schnauze entspricht größtenteils dem Charakter der Ureinwohner dieser Stadt: mürrisch, aufmüpfig und generell kaltschnäuzig scheint diese Mundart. Doch wie die Berliner Band Panda und Frontfrau Anna Fischer mit ihrem rotzigen Lied 2007 verdeutlichten, ist diese dialektale Derbheit bloß ein Schutzmechanismus, hinter dem sich sehr oft ein geschundenes, enttäuschtes Herz verbirgt. Und was hat man dann noch den verlogenen Mitmenschen zu sagen? Rischtisch: „Jeht kacken!“

Baseldeutsch: Baschi - Din Wäg

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Ja, auch der Schweiz bleibt der ‚Schnulzen-Pop‘ nicht erspart. Der nationale Superstar Baschi, alias Sebastian Bürgin, hat es sogar bei uns zu einer Erwähnung geschafft und darf daher auch in unserem besonderem Tape über Dialekte im deutschen Sprachraum nicht fehlen. Mit seiner schweizerischen Mundart eroberte er das Alpenvolk im Sturm und schrieb mit bereits 3-Top-Hits in den Schweizer Charts Musikgeschichte, denn kein anderer Mundartkünstler vor ihm schaffte dies. Doch wenn wir mal das Exotische weglassen, bleibt eine eher dem deutschen Schlager nahestehende Retortenmusik mit ebensolch recht banaler Lyrik, der lediglich der jugendliche Charme des Sängers noch einiges abgewinnen lässt.

Fettes Brot - Nordisch by Nature

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Mit „Nordisch by Nature“ erreichten 1995 ganz besondere Klänge die deutschen Charts: Angereichert mit plattdeutschen Strophen, in der längeren LP-Version um dänische und niederländische Passagen erweitert, wird hier dem norddeutschen Lebensgefühl ein Denkmal gesetzt. Und woraus besteht dieses? Holsten Pilsener, frischer Fisch, steife Brisen, Alltagsreibereien („Und du morgens deine Stullen aufm Kuechentisch vergisst, / Aber du die ganze Schose erst bei Blohm und Voss vermisst.“), und immer wieder: DISCO (oder vielmehr: „Dans op de Deel“). Auch wenn diese Hommage an das Flachland eigentlich nie für die Charts bestimmt war, ist die Nummer von Fettes Brot und vielen weiteren damaligen deutschen Rap-Größen schnell zur Hymne aller Norddeutschen und solchen, die es danach sehr gerne sein wollten, avanciert. Danach konnte „Schleswig-Holstein meerumschlungen“ einpacken.

Claudia Koreck – I wui weg

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Der (Klischee-)Bayer ist in ganz besonderem Maße stolz auf seine eigene kleine Kultur in Deutschland und hegt seinen Dialekt dementsprechend mit Inbrunst. So verwunderte es das Millionen-Publikum des Bundesvision Song Contests am 13. Februar 2009 nicht sonderlich, als die junge bayrische Singer-Songwriterin Claudia Koreck im heimischen Dialekt für ihr Bundesland mit dem Lied „I wui dass du woaßt“ antrat. Auch wenn sich die Begeisterung in Grenzen hielt und sie eher ein regionaler Star ist, schaffte sie es immerhin auf Platz 10. Und mal ehrlich, so schlecht klingt ihr pop-rockiger Gesang in tiefstem Bayerisch wirklich nicht. Es könnte auch ausländisch sein… Ihre musikalische Perle „I wui weg“ demonstriert ihr Können sehr toll und wenn wir ganz genau hinhören, verstehen wir auch was sie singt. Es geht um Liebe, richtig?

Bündnerdeutsch: Gimma - Mensch si

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Da sag noch einer, die Schweiz sei das Land der etwas biederen Bundesgenossen, die zwar eine beneidenswerte Affinität zu Volksentscheiden hat, aber ansonsten derart grundfest hinter ihren Bergen die Neutralität pflegt, dass man sich kaum vorstellen mag auch hier den Pöbel-Rap der aufkeimenden ‚Gangsta‘-Kultur in Europa zu vermuten. Doch siehe da, Gimma, alias Gian-Marco Schmid, pflegt nicht nur das Bündnerdeutsch, sondern bannt es in Versgewand des legeren Rap und sinniert hier in der Single „Mensch Si“ zum gleichnamigen neuen Album über das Menschsein. Auch wenn die Bissigkeit der vorherigen Platte hier eher dem zahmen Popgewand weichen musste, gewinnt die schwer verständliche Mundart an Charme, wenngleich die französischen wie englischen Einschübe dem geneigten deutschen Ohr das Verständnis noch mehr erschweren.

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