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01. Apr 11: April, April | culturshock-Team

Es ist mal wieder soweit und wir alle sind hellen Auges unterwegs, um ja nicht unversehens auf einen dieser so beliebten Aprilscherze hereinzufallen. Doch wie wollen wir uns davor schützen, wenn große Tageszeitungen uns Enten auftischen, nette Menschen mit irgendwelchen Kleinigkeiten uns schnell mal dumm dastehen lassen und wir nach all der mühevollen Obacht dann doch dieses entnervende „April, April“ ertragen müssen?. Wem wir dieses leidliche Ritual zu verdanken haben, weiß keiner, doch frönt fast die ganze Welt diesem Brauch und es wird sich wohl auch noch bis in alle Ewigkeit weiter fleißig in den April geschickt werden, solange in uns diese hämische Freude aufkeimt, jemanden mal ganz neckisch auf den Arm zu nehmen. Und dem wollen wir uns auch nicht ganz verwehren und wühlten mal im Fundus unserer Musiker, wie sie uns ganz ‚April-like‘ auf die falsche Fährte schicken. Anfänglich ist sind es die Musik und der Gesang, die vertraut wirken, doch scheinen die auftauchenden Menschen nicht recht zu den vertrauten Bildern zu passen. Was ist denn da passiert? – Ja, April, April! Und diesmal gibt’s wirklich was zu lachen.

Deichkind – Luftbahn

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Die Hamburger Jungs von der Hip-Hop-Electro-Formation Deichkind sind für ihre ausgefallenen, bunten beziehungsweise einfach nur schräg-kreativen Bühnenauftritte bekannt. In ihren Ohrwurm-Songs nehmen sie gerne Szenen aus dem Alltag, die sich zum Beispiel im Reeperbahn-Getümmel abspielen, oder allgemeine Befindlichkeiten hinsichtlich gesellschaftsbedingter Zustände, wie im Liedchen Arbeit nervt!, auf humorvoll-ironische Weise aufs Korn. Im Musikvideo zu ihrer 2009 veröffentlichten Single Luftbahn haben sie diesem Schema folgend, wieder einmal den Vogel abgeschossen: Wir hören die Deichkind-Jungs von den Lasten der Welt singen, denen sie per Luftbahn zum Mond entfliehen, doch wen sehen wir da? Richtig, die Chippendales im Legolas-Gedächtnis-Look, die sich lasziv räkeln, Rehtränen herauspressen und Schokoladencreme auf ihre nackten Oberkörper schmieren. Endlich mal was für die Frauen!

Korn – Twisted Transistor

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Sie saufen, sie raufen, sie stürzen sich auf ihre Instrumente und rocken die Bühne – Nu Metal-Band Korn, wie sie leibt und lebt. Aber Moment mal, ist das nicht Snoop Dogg, und der andere Typ Xzibit? Und was zum Teufel ist mit Frontmann Jonathan Davis passiert? Folgendes: Für das Video zu Twisted Transistor wurden einfach amerikanische Rap-Größen wie Lil‘ John herangeholt, die in einer ‚Mockumentary‘ den Lifestyle der Band zum Besten geben sollten. Und sie geben sich alle Mühe, das muss man ihnen lassen. Allein Snoop Dogg hätte für seine Darbietung als mal pöbelnder, mal meditativer Gitarrist einen Oscar verdient!

Elton John – This Train don’t stop there anymore

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Es ist schon ein schweres Los, in der wunderbar glitzernden Welt des Showbusiness bestehen zu wollen. All das aufgesetzte Ffeiern, die unecht freundlichen Menschen um einen herum, der scheinbare Glanz und die anhimmelnde Gloria – nichts als Schall und Rauch. Wer könnte dies nicht besser beschreiben, als der bunte Kanarienvogel und schillernde Popfigur Sir Elton John. Berühmt geworden in den wilden wie glitzernden Siebzigern und bis heute als Ikone des Glame gefeiert, machten insbesondere die quietsch- bunten Outfits Elton John zu einer schon rein optisch unvergesslichen Erscheinung. Mit dem Video zum 2001 erschienen „This Train don´t stop there anymore“ rückt er all diese Scheinheiligkeit des Star-Daseins ins rechte Bild. Doch irgendwoher kennen wir doch dieses Gesicht… Aber woher nur? – Ja, genau, leichte Makulaturen am Haar und Kinn und fertig ist der ‚junge Elton‘, den hier Justin Timberlake so wunderbar doublelt!

New Order – Crystal

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Wenn man so lange im Musikgeschäft ist wie die New Wave-Kombo New Order, hat man wohl irgendwann keine Lust mehr, seine Visage vor jede Kameralinse zu halten. Und was macht man, wenn dann wieder ein Video geplant ist für eine neue Single-Auskopplung wie Crytal im Jahr 2001? Man sucht sich ein Paar junge Musiker (oder solche, die es gern wären), schiebt sie auf eine prächtig umleuchtete Bühne und lässt sie den Song performen. Und dann gibt man ihnen auch noch einen Namen, The Killers in diesem Fall (siehe Schlagzeug). Tatsächlich ließ sich Brandon Flowers, der Frontmann der heutigen ‚realen‘ Killers, von diesem Video inspirieren und benannte seine Band nach der Fake-Kombo im Video. Eine Art audiovisuelle Intertextualität, die einem großartigen Song und einem gelungenen Video mit hochmotivierten Laiendarstellern zu verdanken ist!

The Knife – Pass this on (live)

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Bereits im Originalmusikvideo zur Single Pass this on aus dem Jahre 2003 saehen wir Schwedens hübscheste Drag-Queen (Rickard Engfors ) als überaus aufreizende Playback-Sängerin sexy ins Mikro hauchen, anstelle des weiblichen Parts des Geschwister-Duos von The Knife, Karin Dreijer Andersson. Doch wer meint, dass es live wesentlich ‚echter‘ zu geht, der hat sich zumindest in Bezug auf ihren Auftritt in der schwedischen Talkshow (!) „Sen kväll med Luuk“ geirrt: Steif und vielleicht sogar ahnungslos sitzt das Publikum da und folgt der Performance unserer Drag-Queen scheinbar skeptisch. Plötzlich erstürmt ein junger Bursche mit leidenschaftlichem Blick die Bühne und tanzt Rickard Engfors wollüstig an. Es folgt eine La-Ola-Welle der Ekstase, die weitere Leute auf die Bühne spült und den Zuschauern eine grandiose Show bietet – vor allem beim Anblick der faszinierenden Tanzstile einiger Herren…

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