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02. Sep 11: Unsere culturtipps für den September 2011 in Berlin | culturshock-Team

Hurra, hurra, der Herbst ist da! Und, ja, wir freuen uns, denn der September ist gespickt mit allerlei Veranstaltungen, die uns den Übergang in die kalte Jahreszeit erleichtern. Stimmen wir uns doch zum Beispiel mit einer Preview des neuen Lars von Trier-Films Melancholia ein, den es im Babylon als Auftakt zu einer Retrospektive der Werke des dänischen Skandal-Regisseurs gibt. Nach so viel packend bebilderter Weltuntergangs-Stimmung, sind wir für alle melancholischen Phasen im Herbst bestens gerüstet. Doch diese werden wohl erst nach dem September eintreten, denn in diesem Monat gibt es was auf die Ohren: Das Berlin Festival steht in den Startlöchern und will uns mit Acts wie Suede, Beirut und The Drums einheizen, durchtanzte Nächte sind also garantiert. Wer es danach wieder etwas ruhiger angehen lassen will, dem legen wir ein paar Ausstellungen in Sachen Portrait-Kunst und Filmproduktion ans Herz. Zum Monatsende hin wird’s aber wieder laut – dafür sorgen unsere Konzertempfehlungen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Durchleben dieses kulturell hochwertigen Septembers!

Lars von Trier im Babylon

Wenn nicht gerade seine Filme für Furore sorgen, tut es sein loses Mundwerk: Lars von Trier ist alles andere als Everybody’s Darling, aber dafür ein begnadeter Regisseur, dessen Werke, ob sie gefallen oder nicht, garantiert im Gedächtnis bleiben. Ob Dancer in the Dark, Dogville oder der viel gescholtene Antichrist: von Triers jüngere Produktionen gehen unter die Haut und lassen uns über die allgemeine Beschaffenheit des menschlichen Gewissens nachdenken. Das Babylon-Kino bietet nun die Gelegenheit, von Triers Oeuvre nochmal Revue passieren zu lassen oder gar neu zu entdecken: Vom 2. bis zum 24. September werden seine Kinofilme gezeigt, darunter auch frühe Werke wie Nocturne und The Element of Crime. Darüber hinaus gibt es am Eröffnungsabend seinen neuesten Streifen Melancholia in einer Preview zu sehen. Und als wär das nicht schon genug, wird das Enfant terrible am 3. September auch noch höchstpersönlich das Babylon besuchen, um das ein oder andere über sein Schaffen zu erzählen. Also Fans und Kritiker, seid bereit für den Lars von Trier-Overkill, auf eigene Gefahr versteht sich!

Lars von Trier im Babylon
2. bis 24. September
BABYLON
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin

Storyboards-Ausstellung

A.I. – ARTIFICIAL INTELLIGENCE

Als Mittel zur Visualisierung eines Drehbuchs und zur Planung von Filmsequenzen hat das Storyboard zunächst einmal einen rein praktischen Hintergrund. Doch darüber hinaus kann es sehr wohl auch als Kunstform betrachtet werden, wie die Ausstellung Zwischen Film und Kunst. Storyboards von Hitchcock bis Spielberg in der Deutschen Kinemathek verdeutlicht: Seit dem 11. August können hier die Storyboards zu Filmen wie Francis Ford Coppolas Apocalypse Now, Steven Spielbergs A.I. – Artificial Intelligence oder Alfred Hitchcocks Spellbound bestaunt werden. Die Bandbreite reicht dabei von zarten, einfarbigen Skizzen bis zu farbgewaltigen Varianten. Wer generell an filmischen Produktionsprozessen und/oder Comic-ähnlichen Illustrationen interessiert ist, wird sich hier gut aufgehoben fühlen!

Zwischen Film und Kunst. Storyboards von Hitchcock bis Spielberg
11. August bis 27. November
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

Gesichter der Renaissance

Flash is required!

Das Besondere und das Schöne vereinen sich gemeinhin recht selten und doch haben wir derzeit in Berlin die Gelegenheit, eine ganz besondere Ausstellung zu besuchen: Das Bode-Museum präsentiert unter dem Titel Gesichter der Renaissance Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst, die den Übergang von der entrückten Darstellung des Mittelalters hin zu einer individuellen und gar menschlichen Darstellung markieren – ein zu seiner Zeit revolutionärer Schritt, der nachhaltig unser aller Weltbild prägen sollte. Auch wenn’s voll wird, ein Muss!

Gesichter der Renaissance – Ausstellung im Bode-Museum
25. August bis 20. November 2011
Bode-Museum, Berlin

Berlin Festival

Was das Etikett Berlin trägt, muss sich und dem Image auch gerecht werden, weshalb das Berlin Festival auch nicht nur ein schnödes Musikfestival im klassischen Sinne umfasst, sondern seine Fäden weitaus vielseitiger durch die gesamte Stadt spinnt. Im Zentrum steht natürlich das Festival im ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof, bei dem auf drei Bühnen und diversen Nebenschauplätzen Bands wie Suede, Mogwai, Beginners, Beirut, The Drums, The Rapture und viele, viele mehr sich die Ehre geben.

Daneben gehört der Club Xberg für die Jünger der elektronischen Tanzmusik traditionell zum Line-up des Festivals. Per Shuttle geht es direkt vom Festivalgelände auf dem Tempelhofer Feld zum Club, wo dann durchgehend weiter getanzt werden kann. Hier hat sich u. a. auch Mr. Oizo angekündigt und verspricht jede Menge tanzbare gute Laune.

Zudem findet sich im art village die Berliner Urban Art Szene ein mit dem Themenschwerpunkt zum 50. Jahrestag des Mauerbaus. Diverse Künstler widmen sich in Plastiken, Performances und Installationen dem Thema. Abgerundet wird dies durch einen Kunstbasar und Mitmachkunst.

Das seit 2005 stattfindende Berlin Festival verspricht an nur zwei Tagen derart viel an Musik und Kunst, dass dies allein schon einen ganzen Monat ausreizen würde, deswegen nix wie hin!

Berlin Festival
9./10. September 2011
Flughafen Tempelhof
Berlin

Berlin Music Week

Doch dem ist noch nicht genug, denn das Berlin Festival ist nur der Ausklang der Berlin Music Week 2011, die bereits am 7. September startet. Eine ganze Woche lang ist Berlin Nabel der Musikwelt und lädt neben Branchengrößen auch das Publikum zu diversen Veranstaltungen ein. Alle Informationen und Events findet ihr auf der Homepage.

Konzerthighlights

The Specials

Die großen Helden einer erst noch entstehenden Bewegung kommen zurück und schauen dabei auch gleich mal in Berlin vorbei. Als 1979 der Punk längst von der Musikindustrie einverleibt wurde, entstand in London etwas völlig neues: eine mit punkiger Attitüde vermischte Adaption des 60er-Jahre-Ska, jenes Up-Tempo-Vorläufers des Reggae. Die großen Vorreiter The Specials lösten diese neue Welle aus und sind zeither Musikgeschichte und nun live zu erleben!

Flash is required!
The Specials live
Dienstag, 20. September um 20.00 Uhr
Columbiahalle, Berlin

Erdmöbel

Die deutsche Band Erdmöbel ist schon lange kein Geheimtipp mehr, gehören aber noch immer nicht zu den ganz ‚Großen‘. Dass dies wohl zu unrecht der Fall ist, beweisen die vier Herren nun auch live und stellen dann auch gleich ihre neue Platte vor – obwohl dies eigentlich keine neue Platte ist, sondern vielmehr ein, wie der Titel schon sagt, Retrospektive. 18 Songs aus nunmehr 15 Jahren und 8 Alben – plus eines neuen Stücks – lassen auch bisher noch wenig mit der Band in Berührung Gekommene die ganze Bandbreite ihres Könnens an nur einem Abend erleben.

Flash is required!
Erdmöbel live
Freitag, 30. September um 19.00 Uhr
Lido, Berlin

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