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05. Nov 11: Unsere culturtipps für den November 2011 in Berlin | culturshock-Team

Die verfärbten Blätter rascheln unter euren Schritten, es weht ein kalter Wind und nichts ist momentan schöner, als es sich zu Hause gemütlich zu machen. Gar nichts? Der November in Berlin hat da doch einige Ereignisse zu bieten, die euch aus dem trauten Heim zu locken vermögen. Da wäre zum Beispiel eine Lesung des Schöpfers von The Virgin Suicides, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Oder ein Film über die isländische Band Sigur Rós, die uns schon lange mit ihrer sphärischen Musik begeistert. Und anzuschauen gibt es auch jede Menge: Die Russische Filmwoche etwa, die euch die Metropole Moskau näherbringen soll oder Total Recall, das Festival des nacherzählten Films – für alle, die Filme nicht nur gern anschauen, sondern gern auch ihre Freunde mit nacherzählten Szenen und Dialogstücken belästigen. Musikalisch ist der November auch keineswegs zu verachten, denn Wilco, James Blake und Lamb kommen nach Berlin! Also: Zieht euch warm an und lasst euch kulturell berieseln! Wir wünschen viel Spaß mit unseren culturtipps!

Jeffrey Eugenides-Lesung

Mit leichten Themen gibt sich der griechisch-amerikanische Schriftsteller Jeffrey Eugenides nun wirklich nicht ab: In seinem großartigen Debütroman The Virgin Suicides brachte er die dramatisch-dunkle Seite der Pubertät auf den Punkt, sein Folgeroman Middlesex handelte von Inzest, Hermaphroditismus und Migration und erwies sich als faszinierendes Familienepos. Nun ist auch endlich sein dritter Roman erschienen: Die Liebeshandlung, ein Roman über die Suche nach Liebe in Zeiten ihrer Dekonstruktion. Wer mehr über den Autor und sein neuestes Machwerk erfahren möchte, sollte sich die Lesung am 11. November im Berliner Verlag keinesfalls entgehen lassen!

Lesung mit Jeffrey Eugenides
11.11., 20 Uhr im Berliner Verlag
Großer Saal

Sigur Rós – „Inni“

Mit Heima haben Sigur Rós bereits 2007 einen Film zur damaligen Tour durch ihre Heimat (daher auch der Titel) herausgebracht. Seinerzeit präsentierten die vier Isländer ihren Film im Admiralspalast in Berlin und gaben als kleines Bonbon noch ein Minikonzert. Frenetischen Jubel, nicht nur von den Anwesenden, löste dieser Film mit seiner Einbeziehung geografischer, sozialer und historischer Perspektiven Islands aus, gerahmt von der grandiosen Musik und einfach atemberaubend schönen Bildern. Mit Inni gehen sie jetzt einen ganz anderen Weg und die Weite und Offenheit verkehrt sich in eine geschlossene und ganz direkte Betrachtung der Band und ihrer Musik. Regisseur Vincent Morisset filmte die Band an zwei Tagen im Alexandra Palace in London und konzentrierte sich dabei allein auf die Performance. Ein ganz intimer Blick mit der unvergleichlich sphärischen Musik von Sigur Rós.

Flash is required!
Sigur Rós - Inni
14.11., 19.30 Uhr im Babylon

Total Recall

Das Festival des nacherzählten Films

Alljährlich finden sich im HAU 1 in Berlin filmbegeisterte Menschen zusammen, um einer unterschätzten Kunstform zu frönen: Dem Nacherzählen von Filmen. 10 Minuten stehen dem Teilnehmer dabei zur Verfügung. Wenig Zeit, um die groben Handlungsstränge, Schlüsselszenen und vielsagenden Dialoge des mehr oder weniger geschätzten Films unterzubringen. Manch einer stellt sich dabei als begnadeter Nacherzähler heraus, der die Essenz des jeweiligen Films auf grandios-lustige Weise auf den Punkt bringt (siehe Video). Das Publikum kann dies am Ende belohnen und per Stimmzettel den Besten nennen, der dann die „Silberne Linde“ gewinnt. Ein Muss für Menschen, die nicht nur gerne Filme schauen, sondern darüber endlos schwatzen können!

Flash is required!
"Rambo" in 10 Minuten, von Samuel Fischer, Total Recall Zürich 2008.
Total Recall
25.-26.11. im Hebbel am Ufer (HAU 1)

7. Russische Filmwoche Berlin

Moskau – eine Metropole der Gegensätze und Extreme. Es ist alles wahnsinnig teuer und außer Frauen in Pelzmänteln, Milliardären, Mafiosi und Bettlern scheint es auch nichts zu geben – zumindest nach § 1 Abschnitt 1 „Vorurteile aufgrund vorsätzlichen Nichtwissens“ aus dem Klischee-Handbuch. Welch glücklicher Umstand, dass nunmehr die 7. Russische Filmwoche in Berlin ansteht, die sich mit einem Stück Zeitgeschichte der Hauptstadt Russlands beschäftigt. Im Rahmenprogramm, welches bereits in der Woche vom 18. November bis zum 27. November 2011 stattfindet, werden beispielsweise 7 neue sowie alte Filme im Zeughaus gezeigt, die uns das Leben und Lieben der Großstädter näher bringen sollen. In der anschließenden Filmwoche können dann mehrere Werke aus der kreativen Filmszene Moskaus mit anschließender Diskussionsrunde besucht werden. Ein vielversprechendes, abwechslungsreiches Ereignis, das uns einen anderen Blickwinkel auf das Herz Russlands zu zeigen vermag!

7. Russische Filmwoche Berlin
18.11.-27.11.: Rahmenprogramm im Zeughaus
30.11.-07.12.: Delphi Filmpalast, Russisches Haus und Kant Kino

Konzerthighlights

Wilco

Jetzt ist es endlich da: Das neue Album The Whole Love von Wilco ist endlich erschienen. Nach ihrem 2009 für den Grammy nominierten Meisterwerk Wilco (The Album) setzen sie mit ihrem neuen Werk noch eins oben drauf und finden zu neuer Kreativität. Ob dieser Schub der Neugründung des eigenen Labels zu verdanken ist, wäre wohl reine Blasphemie! Denn kaum eine andere Band kann kontinuierlich eine grandiose Platte nach der anderen abliefern wie es eben Wilco vollbringen! The Whole Love ist wie eine Essenz aus all ihren Sounds zwischen hart und zart, leise und laut, euphorisch und melancholisch usw. Ein unbedingtes Muss für alle Fans und die, die es noch werden wollen und sogar für jene, die einfach nur gute Musik lieben!

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Wilco live
Samstag, 12. November um 20.00 Uhr
Tempodrom, Berlin

James Blake

In Sachen Minimalismus führt heute kein Weg an ihm vorbei: James Blake. Kaum ein anderer kann derart gekonnt wie harmonisch das gewollte Auslassen inszenieren. Dennoch ist seine Musik intensiv wie leidenschaftlich, vollführt das ganz große emotionale Kino und bleibt doch ganz zurückgesetzt und doch opulent. Der so zart wirkende Londoner versetzte mit seinem Erstlingswerk Kritiker und Musikfans in grenzenlose Verzückung und seine Coverversion von Feists Limit to your Love ist geradezu ein Ohrwurm geworden. Gespannt dürfen wir sein, wie er mit diesem Minimalismus den großen Admiralspalast füllen wird, doch das es gelingt, steht außer Frage!

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James Blake live
Mittwoch, 16. November um 20.00 Uhr
Admiralspalast, Berlin

Lamb

Nachdem scheinbar 2004 alles aus war, sind sie nun wieder zurück: Lamb. Mit 5 haben sie nicht nur sich selbst sondern auch wieder zueinander gefunden. Sängerin Louise Rhodes war indes nicht untätig und brachte bereits 3 Soloalben heraus. Vereint mit Andy Barlow knüpfen sie wieder dort an, wo es 2004 aufhörte: zwischen den Stühlen, irgendwo zwischen Drum`n`Bass und Dub-step. Die klare Zugehörigkeit oder Schublade war nie ihr Ding und so ist es dann auch geblieben. Auch wenn bisweilen ein Gefühl von ‚in den 90ern steckengeblieben‘ bei diesem Album nicht zu vermeiden ist, bezaubert Rhodes‘ Stimme umso mehr. Ein schöner Abend, der uns zurück in die Zeit harter Drums und engelsgleichen Gesangs zurückversetzt!

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Lamb - the Reunion Live on tour
Dienstag, 22. November um 21.00 Uhr  
Heimathafen Neukölln im Saalbau, Berlin  

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