culturmai
03. May 11: Unsere culturtipps für den Mai 2011 in Berlin | culturshock-Team
Nun ist er also da, der Wonnemonat Mai und egal ob Sonne, Wind oder Regen: Dieser Monat will von euch mit spannenden Erlebnissen gefüllt werden! Nur wie? Für die kulturorientierten Berliner unter euch hätten wir da ein Paar Vorschläge: Peaches macht mit einer Show im HAU wieder von sich reden, die Roma laden zu einem Kulturfestival mit jeder Menge Blaskapellen-Musik ein, für die kleinen und großen Bücherwürmer dürfte eine laaange Nacht in der Oranienstraße aufregend werden und die aktuelle Sonderausstellung im Jüdischen Museum solltet ihr euch auch nicht entgehen lassen. Und was ist mit Theater? Haben wir auch! Ebenso wie vier Konzerthighlights, sowohl von Newcomern als auch Altmeistern des gepflegten Pop. Wer will da noch zu Hause bleiben?
Peaches Does Herself
Bereits im Oktober 2010 beehrte die kanadische Electro Clash-Sängerin und Wahlberlinerin Peaches das Hebbel am Ufer mit dieser Show, in der sie das 10jährige Jubiläum ihres wegweisenden Albums The Teaches of Peaches feierte. Wem dieses schrille Bühnenspektakel leider entgangen ist, der kann es in diesen Tagen nachholen: Vom 4. bis zum 7. Mai gastiert Peaches erneut im HAU mit diesem, nach eigener Aussage, „fantastischen Musical, das niemals am Broadway laufen könnte.“ 22 Songs, darunter bekannte Nummern wie „Shake yer dix“ und „Talk to me“, werden von ihr live performt und mittels schräger Kostüme, loser Handlung und interessanter Darsteller zu einem surrealen Rückblick auf ihr musikalisches Schaffen verknüpft.
| Peaches Does Herself von und mit Peaches |
| 4.-7. Mai 2011 um 19.30 Uhr im Hebbel am Ufer, Berlin |
| www.hebbel-am-ufer.de |
| PeachesRocks.com |
herdeleziROMA
Das Straßen- und Kulturfestival der Roma am 7. Mai in der Boddinstraße
herdelezi oder „Djurdjevdan“ ist einer der wichtigsten Feiertage für Roma aus dem südlichen Balkan und wird am 6. Mai (beziehungsweise am 23. April nach dem Julianischen Kalender) als den Sommer einleitendes Frühlingsfest begangen. Einen kleinen Einblick in die Bedeutung dieser Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Georg bietet das Straßen- und Kulturfestival herdeleziROMA am 7. Mai in der Neuköllner Boddinstraße: Ab 15 Uhr wird es hier Ausstellungen, Diskussionen sowie Theater- und Filmvorführungen geben – und natürlich darf die sagenhafte Highspeed-Blaskapellenmusik nicht fehlen, die den Balkan so einzigartig macht und ab 17 Uhr die Boddinstraße beschallen wird. Neben dem Coliva Ensemble und dem Zapzarap Orkestar wird auch die Fanfara Kalashnikov die musikalische Untermalung dieses vielversprechenden Festivals übernehmen, hier ein kleiner Vorgeschmack:
| herdeleziROMA |
| 7. Mai ab 15 Uhr in der Boddinstraße |
| Website |
13. Lange Buchnacht
Die Oranienstraße begrüßt alle kleinen und großen Literaturliebhaber am 14. Mai zur Langen Buchnacht
Bereits zum 13. Mal findet in der Kreuzberger Oranienstraße die Lange Buchnacht statt, an der zahlreiche Buchhändler, Verlage und Künstler, sowie eine große Anzahl und Bars und Cafés beteiligt sind. Ein Blick ins vielfältige Programm lohnt sich, denn das Angebot ist groß: So wird etwa um 16.30 Uhr im Kino FSK der Fotoessayfilm Fiasko nach dem gleichnamigen, fragmentarischen Roman des presigekrönten ungarischen Schriftstellers Imre Kertész gezeigt. Um 18 Uhr liest der britische Jugendbuchautor Melvin Burgess (Billy Elliot) aus seinem neuen Roman Nicholas Dane, in dem es um Missbrauch und Unterdrückung in britischen Erziehungsheimen geht. Und der irakische Autor Abbas Khider wird sein neues Werk Die Orangen des Präsidenten um 23 Uhr vorstellen. Und dies ist nur eine kleine Auswahl an spannenden Veranstaltungen und Lesungen, die alle Buchliebhaber interessieren dürften.
| 13. Lange Buchnacht |
| 14. Mai in der Oranienstraße, Berlin-Kreuzberg |
| www.lange-buchnacht.de |
Die Macht der Finsternis
Vom 21. Mai bis zum 20. Juni 2011 wird Leo Tolstois lange zensiertes Drama Die Macht der Finsternis unter der Regie Michael Thalheimers aufgeführt, der bereits Schillers Kabale und Liebe sowie Schnitzlers Liebelei ganz wunderbar inszenierte. Wir können uns dementsprechend auf eine schwere, aber fantastische Tolstoische Kost freuen, die eindringlich vor Augen führt, welch dunkle Abgründe die Gier nach Geld bei einigen Menschen hervorruft: Tolstois „Die Macht der Finsternis“
Abbildung: Die Schaupsieler Judith Engel, Christoph Gawenda, Kay Bartholomäus Schulze, Eva Meckbach, Lea Draeger; Foto: Katrin Ribbe
| Leo Tolstois Die Macht der Finsternis |
| 21. Mai bis 20. Juni in der Schaubühne am Lehniner Platz |
| Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin |
Radical Jewish Culture
Eine ganz besondere Ausstellung über die avantgardistische Musikbewegung der 1990er
Das Jüdische Museum Berlin legt in einer Sonderausstellung der Radical Jewish Culture ein besonderes Augenmerk auf die in den 1990er aufkeimende avantgardistische Musikbewegung. Mit audiovisuellen Dokumenten, Musikbeispielen und bislang unveröffentlichtem Material will die Ausstellung diese besondere Musikszene vorstellen. Entwickelt im New Yorker Underground, entstand eine besonders freie Musikform, in der Folk, Klassik, Rock und Punk scheinbar verschmelzen. Begleitet wird diese Ausstellung von Konzerten, wie am 4. Mai vom Bester Quartett aus Krakau mit Improvisationen und Interpretationen klassischer wie traditioneller Musik.
Abbildung: Buchcover »Jewish Radicalism«, Hrsg. v. Jack Nusan Porter, 1973
© Leihgabe Bibliothek Musée d'art et d'histoire du Judaïsme, Nachlass Albert Memmi
| RADICAL JEWISH CULTURE |
| Bis zum 24. Juli im Jüdischen Museum Berlin |
| Radical Jewish Culture |
Konzerthighlights im Mai
Sufjan Stevens
Der Singer-Songwriter aus Amerika wird nicht von der Fachwelt bejubelt. Mit seiner Mischung aus Folk und Indie- sowie Elektroelementen, schafft Stevens dichte Songs an denen keiner vorbei kommt. Der deutsche Rolling Stone wählte sein 2010 erschienenes Album „The Age of Adz“ zum Album des Jahres. Mit diesem Meisterwerk begibt sich Sufjan Stevens nach vier Jahren Abstinenz wieder auf deutsche Bühnen. Ein unbedingtes Muss!
| Samstag, 7. Mai um 21.00 Uhr |
| Admiralspalast, Berlin |
Yusuf Islam
Nach sage und schreibe 35 Jahren Pause kehrt der ehemalige Cat Stevens mit seinem neuen islamischen Namen Yusuf Islam zurück auf die Bühne. In den 60ern gelangte Stevens mit folkigen Popballaden schnell in die Herzen vor allem weiblicher Fans. Auch über die ‚Love and Peace-Generation‘ hinaus prägten seine Stücke das Gefühl dieser Zeit. Nun ist er zurück, trägt passend zum Namen einen markanten Bart und im Herzen eine andere Überzeugung, doch blieb er seiner Musik treu. So dürfen alte Gefühle neu entflammen und eine alte wie neue Generation im Schwelgen einer fernen Zeit vereint werden.
| Samstag, 14. Mai 2011 um 20.00 Uhr |
| O2 World, Berlin |
Fleet Foxes
Mit ihrem gleichnamigen Debüt „Fleet Foxes“ mischten die Amerikaner aus Seattle die Musikwelt auf und zeigten: Harmoniegesang à la Sixties im legeren Folk-Pop-Gewand klingt nicht nur himmlisch, sondern erobert auch gekonnt Fanherzen. Nun soll der Nachfolger „Helplessness Blues“ an den Erfolg des Debütwerkes anknüpfen. Seit dem 29. April ist die Platte im Handel und verspricht eine noch stimmigere wie feinere Produktion, die sich auch im Gefühl der Songs widerspiegelt. Ein ganz besonderer Abend mit jeder Menge feinfühliger Musik und viel Harmonie!
| Mittwoch, 25. Mai um 20.30 Uhr |
| C-Halle, Berlin |
Marianne Faithfull & Band und Sophie Hunger & Band
Am 29. Mai ist die wohl markanteste Stimme Englands wieder zu Gast in Berlin. Neben diversen Affären und einer nicht minder hochkarätigen Drogenerfahrung machte sich Marianne Faithfull als hinreißende Sängerin einen Namen. Durch Alkohol und Drogen zu einer wahren Reibeisen-Stimme herangewachsen, ausgestattet mit grandiosen Songs und ihrer Präsenz, überzeugt sie bis heute das Publikum. Für ihr Konzert im Mai in der Zitadelle Spandau hat sie sich die Grande Dame Sophie Hunger als Unterstützung gesucht. Mit der Mischung aus Folk, Jazz und Rockelementen bietet die junge Schweizerin mit ihrer Band den richtigen Einstieg in einen wunderbaren Open-Air-Abend in der nicht minder anmutigen Stimmung der Zitadelle Spandau.
| Sonntag, 29. Mai um 18.45 Uhr |
| Zitadelle Spandau - Berlin |





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