Inhalt:

Geschichten zum Aufwachen

08. Sep 11: Claus Mikoschs anregender Debütroman Der kleine Buddha | Desirée Bea Cimbollek

Claus Mikosch hat mit seinem Debüt Der kleine Buddha schon viele Leser aus aller Welt begeistert. Auf Wunsch seiner vielen internationalen Freunde kam das in 2010 erstellte Buch erst auf Englisch raus, kurz danach fischte er aber wieder die deutsche Originalversion aus der Schublade, um sie auf den Markt zu bringen. Ende dieses Jahres werden auch seine spanischen Bekannten das Buch in ihrer Heimatsprache lesen können. Der in Mönchengladbach geborene Autor lebt nämlich seit fast einer Dekade an der andalusischen Costa del Sol, wo er seit Jahren u.a. auch als professioneller Fotograf tätig ist. Sicherlich war die spanische Küste Teil seiner Eingebung, seinen Protagonisten, den kleinen Buddha, auf Reise zu schicken und sowohl ihm als auch den Lesern Lebensweisheiten mitzugeben.

Die von Rosie May Harrison illustrierte Erzählung handelt von einem kleinen Buddha, der es eines Tages leid ist, immer alleine unter seinem Boddhi-Baum zu meditieren und auf den Rat eines Freundes hin entscheidet, eine Reise zu machen. Ziemlich ziellos lässt er sich einfach treiben und stößt so auf unterschiedliche und interessante Menschen, die ihm während seines Abenteuers persönliche Erlebnisse und Eindrücke erzählen. Auf diesem Weg lernen wir zum Beispiel seine erste Wegbegleiterin kennen, eine mutige Frau, die ihm anvertraut, warum sie beschlossen hat, ihr Dorf zu verlassen und ein neues Leben in der großen Stadt anzufangen; eine blinde Hexe, die seit Jahren in einer dunklen Höhle im Wald lebt und anderen Menschen hilft, sich wieder zu finden; oder auch den Gärtner, der dank der Natur viel über das Leben gelernt hat.

In insgesamt 13 Kapiteln lässt uns Mikosch an der Reise des kleinen Buddha teilnehmen. Durch sie werden wir des Öfteren daran erinnert, wie wichtig es im Leben ist, an uns selbst zu glauben und unseren eigenen Weg zu gehen. Betont werden in den abenteuerlichen Erfahrungen des entzückenden und immer neugierigen Buddhas Themen wie der Optimismus, die Wünsche, die Geduld oder einfach das Geheimnis des Glücks und des Älterwerdens. Alle Geschichten – mal kürzer, mal länger verfasst – sind in einem einfachen Stil und doch sehr umfangreichen Wortschatz geschrieben und somit für alle Altersgruppen geeignet. Die weisen Metaphern und die leichte Melancholie, die wir beim Lesen empfinden, sind jedoch eher an Erwachsene gerichtet, die sich sicherlich in einigen der vielen Geschichten wiederfinden werden.

Der kleine Buddha lädt uns auf sehr angenehme Art und Weise zum Nachdenken ein und macht uns darauf aufmerksam, im Leben nicht nur immer das Große zu sehen, sondern auch auf die kleinen Details zu achten. In diesem Sinne kann man sagen, dass das Werk eine Reise ins Innere ist, in dem nicht nur Träume und Erinnerungen wachgerüttelt, sondern auch viele Fragen beantwortet werden. Wie der argentinische „Seelenkenner“ Jorge Bucay schon sagte: „Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen“. Und selbst, wenn wir sicher sind, schon „wach“ durch die Welt zu gehen, so öffnet dieses Buch unsere Augen noch ein bisschen mehr.

Desirée Bea Cimbollek lebt als freie Journalistin in Berlin und hat Der kleine Buddha ins Spanische übersetzt.

Claus Mikosch:
Der kleine Buddha
Books on Demand, 128 S.
8,90 Euro

Kommentieren

Dein Kommentar wird nach der Freischaltung durch unser Team sofort auf dieser Seite erscheinen!

Seitenleiste:

Alle Beiträge aus Literatur:

Abonnieren

Wir bei...

Weitersagen

Facebook

Twitter

Delicous

Weitere

Fusszeile: