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09. Feb 10: Castle - Eine komödiantische Krimiserie? | Jana Brinckmann

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Neben zweifelhaften Realityshows und Gerichtssendungen dominieren auch Krimiserien wie die verschiedensten, aber doch immergleichen CSI-Formate, Law & Order oder SOKO Leipzig unser TV-Programm. Und weil die Welle des Erfolgs scheinbar nicht abklingen möchte, stürzen sich erneut mutige Surfer des Crime auf sie, angeführt beispielsweise vom US-amerikanischen Drehbuchautor Andrew W. Marlowe. Mit seiner neuen Serie Castle will er aber nicht einfach ein Teil der Masse sein. Deshalb versucht er etwas ganz Verrücktes: die Kombination aus Krimi und Comedy! Umgesetzt wird diese Idee, indem sich zum obligatorischen Polizei-Team, hier das NYPD, ein flirtgeiler Schriftsteller gesellt.

Die Story ist einfach: In New York wird gemordet. Die Wege vom gefeierten Krimiautor Richard (Rick) Castle und der weiblichen Hauptfigur, der Ermittlerin Kate Beckett, kreuzen sich, nachdem ein Serienkiller scheinbar Castles Romane als Inspirationsquelle nutzt. Dieser wiederum versucht die ‚besonderen Umstände‘ seinerseits als Inspirationsquelle zu nutzen, da er mit einer Schreibblockade zu kämpfen hat. Deshalb hilft er nicht nur bei der Aufklärung des mit ihm in Verbindung stehenden Falles, sondern heftet sich für unbestimmte Zeit als Beobachter in heiliger Schriftsteller-Mission an Becketts Fersen. Denn immerhin soll die attraktive Polizistin nicht nur sein nächstes Flirtopfer, sondern auch seine nächste Romanheldin werden…

Die Kombination aus Krimi und Comedy ist witzig, spritzig gedacht und sogar in dem einen oder anderen Wortgeplänkel zwischen Schriftsteller und Polizistin verwirklicht. Auch die Einbindung des sozialen Umfeldes Rick Castles, welches aus der extravaganten Schauspieler-Mutter und der zu erwachsenen Teenager-Tochter besteht, und die ‚poetischen‘ Original-Episodentitel wie „Nanny McDead“ oder „Hell Hath No Fury“, erfrischen und verleihen Charme. Leider fehlt dennoch das letzte Quäntchen Originalität sowie teilweise Authentizität, da einerseits immer das Gefühl des ‚Schon-mal-gesehen-Habens‘ mitschwingt und andererseits das ‚Genius‘ des Schriftstellers in unlustiger Manier die Kompetenz der New Yorker Polizei ziemlich schlecht dastehen lässt und so die Frage aufwirft, wie diese Leute vor Castles Erscheinen überhaupt Fälle lösen konnten. Fazit: Nett, aber nicht besonders.

 

Castle
ABC Studios, USA 2009
Regie & Drehbuch: u.a. Andrew W. Marlowe
Hauptdarsteller u.a.: Nathan C. Fillion, Stana Katic, Susan Sullivan
43 Min./Folge
Dt. Erstausstrahlung: 06. Februar 2010 auf Kabel 1

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