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Mutter Natur als Globales Netzwerk

20. Dec 09: James Camerons Avatar – Aufbruch nach Pandora | Jana Brinckmann

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Nach ca. 12-jähriger Pause präsentiert uns James Cameron sein neustes und teuerstes Werk Avatar, welches von diversen Medien sowie ausgebufften Werbestrategen schon lange vor der ersten Premiere ausgeschlachtet und hochgelobt wurde. Mehr als fünf Jahre soll der Titanic-Regisseur an dem rund 500 Millionen Dollar schweren 3-D-Epos gearbeitet und auf jedes kleinste Detail der „superanimierten“ Kitsch-Romanze mit „Back-to-Nature“-Philosophie wert gelegt haben. Aber ob sich der Aufwand wirklich gelohnt hat, werden die Einspielergebnisse zeigen (zumindest in finanzieller Hinsicht).

Das Fantasy-Spektakel Avatar spielt im 22. Jahrhundert auf einem weit entfernten Planeten namens Pandora. Die blauen, katzenähnlichen Ureinwohner dieser in Neonfarben getauchten Welt sind die „Na‘vi“. In einem riesigen Baum lebend, erheben sie Mutter Natur zur Göttin „Eywa“, die ebenfalls durch einen Baum verkörpert wird. Das Besondere allerdings sind ihre ‚Blätter‘, die äußerlich Lichtkabeln nachempfunden sind und eine Verbindung zu den Ahnen beziehungsweise deren gesammeltes Wissen herstellen können. Als die Menschen den Planeten entdecken, wollen sie die Na‘vi zunächst kennenlernen, studieren und missionieren. Allerdings werden sehr wertvolle Bodenschätze gefunden, die das friedvolle Antasten empfindlich stören. Denn das ‚Baum-Dorf‘ der Ureinwohner liegt dummerweise direkt über dem größten Vorkommen dieses Bodenschatzes, weshalb zunächst eine diplomatische Umsiedlungsaktion geplant ist. Im Zuge dessen werden Avatare von ausgewählten Personen entwickelt, welche genetische Kreuzungen aus Mensch und Na’vi sind, um sich deren Vertrauen zu erschleichen. Gesteuert werden die leeren Hüllen per neuronaler Verknüpfung mit dem menschlichen Pendant. Der im Rollstuhl sitzende Marine Jake Sully wird von militärischer Seite als Spitzel ins Diplomaten-Team eingeschleust. Und wie der Zufall es will, gerät Sully gleich bei seinem ersten Ausflug an Alien-Monster, vor denen er fliehen muss. Prompt eilt ihm die Na’vi Neytiri zur Hilfe, die aufgrund eines göttlichen Zeichens seine reine Seele erkennt, woraufhin er (natürlich mit einigem Widerstand) in die Dorfgemeinschaft aufgenommen wird und deren Glauben beziehungsweise Lebensart studieren darf. Und je mehr die beiden Identitäten des Jake Sully verschmelzen und die zarte Liebe zur Eingeborenen Neytiri erblüht, verlieren sowohl menschliche Wirtschaftsmagnaten als auch kriegswütige Militärs ihre Geduld. Es folgt ein erbitterter Kampf zwischen Na’vi und Mensch.

Die Erwartungen an dem Film Avatar waren dank guter Marketingstrategie und der parallelen Entwicklung des Computerspiels, immens hoch. In einem Interview gab der Regisseur und Drehbuchautor James Cameron bekannt, dass er nicht schon früher mit der Umsetzung des 3-D-Werkes begann, weil ihm die Technik nicht ausgereift genug war. Den richtigen Zeitpunkt hat er trotz allem nicht erwischt, denn die meisten Bilder waren einfach unscharf, was bei einem Film mit Überlänge die Geduld und den Sehnerv des Zuschauers erheblich strapaziert. Desweiteren wird dem Fantasy-Spektakel durch diesen miserablen 3-D-Effekt das Einzige genommen wodurch es zu glänzen vermag: die kostspieligen, zeitaufwendigen Details wie das Wehen des kleinsten Grashalms oder die wunderschön animierte Mimik und Gestik der Na’vi. Denn die Handlung ist nun wirklich nicht neu, besonders schön oder auf irgendeine Art interessant. Auch die stereotypen Charaktere wie der fiese, muskelbepackte Militär-Häuptling oder der schmalzige Reden schwingende Held, vermögen nicht im Geringsten zu begeistern. Positiv überraschen konnte allerdings die Idee von der Funktionsweise der Welt Pandora, die an den ‚Öko‘ in uns appellieren soll. Das Besondere ist, dass die Göttin Eywa (Mutter Natur) als ein globales Netzwerk tatsächlich existiert und das gesammelte Wissen des Planeten in sich trägt, was durch den speziellen Draht aller Lebewesen zur Mutter Natur (in Form von Tentakeln in den Haaren) auch abgerufen werden kann. Da soll sich noch einer über die tiefe Naturverbundenheit der Na‘vi wundern!

Mein Tipp: Schaut euch den Film lieber in 2-D an, dann habt ihr auch was von den hübschen Bildern.

 

Avatar – Aufbruch nach Pandora
Twentieth Century-Fox Film Corporation, USA 2009
Regie & Drehbuch: James Cameron
Hauptdarsteller u.a.: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver
162 Min., FSK: 12
Dt. Filmstart: 17. Dezember 2009

Jana schrieb am 21.12.2009 20:10

Ja das kann durchaus sein, obwohl ich mittig saß... Dennoch sollte gewährleistet werden, dass auch die Zuschauer in den ersten Reihen klar sehen können. Ansonsten entsteht noch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Kino ;o) Aber vielleicht war auch der Projektor falsch eingestellt.

Kaspar schrieb am 21.12.2009 18:28

Du bist zu weit vorne gesessen, eindeutig. Ich hab ihn zweimal gesehen, einmal in der ersten Reihe, da kann ich Deine Kritik an den 3D Effekten bestätigen. Aber weiter hinten kann von unscharf oder gar miserabel nicht die Rede sein, beeeindruckend scharf und nah, unbedingt in 3D Mitte-Mitte anschauen.

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