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Die Luft wird dünn, die Handlung auch

25. Aug 11: Julian Gilbeys Action-Thriller A Lonely Place To Die enttäuschte auf dem Fantasy Filmfest | Dobrila Kontić

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Schwindelerregende Höhen, dünne Luft und ein stets mitkletterndes Sicherheitsrisiko – Bergsteigen ist an und für sich schon ein äußerst spannendes und häufig auch leider dramatisches Unterfangen. Ein Thriller vor solch einem Szenario kann den Puls des Zuschauers in ungeahnte Höhen schnellen lassen, wie 1993 bereits Cliffhanger bewies. Und auch Julian Gilbeys Actionthriller A Lonely Place To Die beschert uns zu Beginn anhand kleinerer Ausrutscher bei der Kletterpartie von fünf Freunden noch so manchen Schockmoment, bis der Film zu seinem eigentlichen Handlungskern kommt und einer Talfahrt gleicht.

Es sollte doch nur ein netter Ausflug werden: Die fünf Freunde Alison (Melissa George), Ed (Ed Speleer), Rob, Alex und Jenny wollen die hügelige Landschaft der schottischen Highlands bezwingen. Doch der Weg zum Gipfel führt durch einen einsamen Wald, in dem sie die Stimme eines Mädchens vernehmen. Die Laute kommen aus einer im Boden vergrabenen Kiste, aus der sie das verängstigte Mädchen Anna befreien. Ohne zu ahnen, was für Konsequenzen diese Befreiungsaktion haben wird, wollen die fünf Anna schnellstmöglich in der nächsten Ortschaft der Polizei übergeben. Doch zwei Männer haben etwas dagegen: die Entführer, die vom wohlhabenden Vater des Mädchens noch das Lösegeld erwarten und generell über keine Skrupel, dafür aber über reichlich Scharfschützen-Expertise verfügen. Der Fluchtweg der mutigen Fünf führt über die Berge, doch so weit werden die meisten gar nicht kommen…

Ein rasantes Action-Spektakel, das keine Zeit zum Luftholen lässt und den Zuschauer in seinem Sitz nervös aufspringen lässt – das hat sich Regisseur Julian Gilbey bei A Lonely Place To Die wohl vorgenommen. Und für kurze Zeit gelingt ihm sogar diese außerordentliche Spannung in seinem Film: Die ersten Szenen der Kletterpartie sind nervenzehrend und finden vor einer traumhaft schönen Kulisse statt, die vom Kameramann wunderbar eingefangen wird. Doch mit dem Verlauf der dünnen Handlung werden diese Szenen immer seltener, der Grobschnitt der Charaktere immer offensichtlicher und dementsprechend bleibt das Mitgefühl – eine Voraussetzung zum Mitfiebern – beim Zuschauer völlig aus. Als die – man mag es kaum so nennen – Handlung schließlich in die nächstgelegene Ortschaft verlegt wird und in wilde Schießereien mündet, ist das Schicksal dieses Filmes längst besiegelt: Er gleicht einem dumpfen Aufprall nach dem langen Fall aus eisigen Höhen.

A Lonely Place To Die
Fantasy Filmfest 2011
Carnaby International, Großbritannien 2011
Regie: Julian Gilbey. Drehbuch: Julian & Will Gilbey
Hauptdarsteller: Melissa George, Ed Speelers, Eamonn Walker
98 Min.

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