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Und noch ein Katastrophenfilm…

14. Nov 09: Roland Emmerichs Endzeitvision 2012 | Jana Brinckmann

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Liebe Leser und Leserinnen bitte haltet euch fest, denn die folgende Nachricht wird unser aller Zukunft verändern: Die Welt wird untergehen! Und das zum x-ten Mal… Der neue alte Prophet ist kein geringerer als der deutsche Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent Roland Emmerich. Nach durchaus zu honorierenden filmischen Querschlägern wie Trade und 10.000 B.C., scheint ihm die Welt, „so wie wir sie kennen“ wieder mal gehörig auf die Nerven zu gehen, weshalb fünf Jahre nach The Day After Tomorrow ein neuer Katastrophenfilm her muss. Doch kann noch ein Endzeitdrama die Kinowelt wirklich beeindrucken oder gar überraschen?

Die Geschichte beginnt im Jahr 2009. In einem indischen Kupferbergwerk finden Wissenschaftler heraus, dass sich eine verheerende Sonneneruption ereignete. Die Auswirkungen: Der Erdkern fängt an zu schmelzen und das Magnetfeld der Erde dreht sich um, weshalb der Kompass plötzlich nach Süden zeigt, was einer 1958 aufgestellten Hypothese des amerikanischen Wissenschaftlers Charles Hapgood (hat wirklich gelebt) entspricht. Begleiterscheinungen wie Erdbeben von unbeschreiblichem Ausmaß, Vulkanausbrüche und Tsunamis werden dann die Welt im ‚magischen‘ Jahr 2012 zerstören. ‚Magisch‘ deshalb, weil bereits die Maya dieses Ereignis in ihrem Kalender notierten. Doch zunächst wird das nahende Unheil den Regierungschefs aller Nationen mitgeteilt, welche eiligst und ‚top secret‘ mit dem Bau von Hightech-Archen starten, um wenigstens den reichen Teil der Menschheit zu retten. Mitten drin ist der erfolglose Schriftsteller und Familienvater Jackson Curtis, der zufällig kurz vor der ersten Schockwelle von einem verrückten Radiopiraten die katastrophale Neuigkeit erfährt. Nach anfänglichen Zweifeln, rafft sich Jackson dann auf und versucht seine Familie in halsbrecherischen Szenen zu retten.

Roland Emmerichs 2012 kann leider nicht durch eine unerwartete Handlung überraschen, denn zum einen basiert der Film auf einer unwahrscheinlichen Weltuntergangstheorie, die als Mischung aus Legende und Wissenschaft schnell und unverständlich abgehandelt wird. Und zum anderen sind die Hauptcharaktere, trotz Anlehnung an der aktuellen globalen politischen Landschaft, allzu typisch für dieses Genre, wie der stets aufopferungsvolle (hier schwarze) US-Präsident, der skrupellose Berater vs. den gutherzigen Wissenschaftler, der heldenhafte Vater mit Exfrau und zwei Kindern à la Krieg der Welten sowie der die Wahrheit verkündende ‚Verrückte‘. Aber wenn wir ehrlich sind, haben Katastrophenfilme auch nicht den Anspruch besonders tiefgründig oder logisch zu sein. Die Menschheit muss nur vor ihrer völligen Vernichtung stehen, damit wir im Angesicht des Todes sowohl das Leben als auch unseren ‚Nächsten‘ wieder lieben lernen, und es muss ordentlich ‚krachen‘ dabei. 2012 bietet beides im Überfluss, was dank des unglaublichen technischen Fortschritts, der Beginn einer neuen Ära ist, die hoffentlich bald den 3-D-Effekt und bewegliche Kinosessel beinhaltet. Denn die Bilder bzw. Special Effects sind absolut bombastisch und können emotional sogar mitreißen. Auch nehmen ‚kitschige‘ Szenen wie flammende Abschiedsreden oder späte Liebesbeteuerungen, wortreiche Dialoge oder wissenschaftliche Erklärungen, z. B. hinsichtlich des Weltuntergangs, nicht zu viel Platz ein, so dass Action-Junkies voll auf ihre Kosten kommen.

 

2012
Columbia Pictures, USA, Kanada 2009
Regie & Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser
Hauptdarsteller u.a.: John Cusack, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor
158 min., Dt. Filmstart: 12.11.2009
FSK: 12

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