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Betörend schöne Bilder eines Dramas

15. Apr 10: Tom Fords Regiedebüt nach der gleichnamigen Romanvorlage A Single Man | Martin Müller

Dass Künstler sich gemeinhin nur selten in den Grenzen ihrer eigenen Profession bewegen, ist nichts Neues. So werden Schauspieler zu Sängern und umgekehrt. Nun wagt sich auch Tom Ford hinter die Kamera, nachdem er die Modewelt von Gucci rettete und später auch die Geschicke der Marke Yves Saint Laurent leitete, bis er sein eigenes Label gründete. Gefeiert und teilweise vergöttert suchte sich Ford den scheinbar vergessenen Roman A Single Man (Der Einzelgänger) von Christopher Isherwood aus und gab diesem wunderbaren Werk ein ästhetisches Gewand in grandiosen Bildern. Dabei schafft er es, den Bilderrausch mit der Komplexität des Charakters des vermeintlichen Einzelgängers George einzufangen. Die von Isherwood im Roman vorgegebene Zeitspanne eines Tages behält Ford bei, jedoch erlaubt er sich eine vom Roman abweichende Konzeption der Hauptfigur.

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Mein Freund der Feind

06. Apr 10: Das 3D-Animationsabenteuer Drachenzähmen leicht gemacht | Jana Brinckmann

Nach Shrek, Madagaskar und Monsters vs. Aliens, entführt uns DreamWorks Animation nun in die raue Welt der Wikinger. Genauer gesagt in das Dorf „Stur“ auf der Insel Berk, welche „Zwölf Tage nördlich von Trostlos und ein paar Grad südlich von Schweinekalt und mitten auf dem Längengrad der Langenweile“ liegt. Der Name ist in diesem besonderen Fall auch Programm, denn alle Dorfbewohner sind unverbesserlich stur. Das äußert sich beispielsweise allein in der Tatsache, dass sie nicht daran denken andere, viel freundlichere Lebensräume zu erschließen, weil es einer Flucht vor ungemütlichen Situationen gleich käme. Und kein Wikinger läuft vor Herausforderungen oder Gefahren davon, nicht einmal wenn täglich monströse, feuerspeiende sowie Schafe klauende Drachen hereinschneien und das Dorf in Schutt und Asche legen.

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Im Sumpf des Erbrechens

31. Mar 10: Das Oscar-gekrönte Drama Crazy Heart | Dobrila Kontic

Crazy Heart hat die lebensverändernde zweite Chance zum Thema. Wie gut, dass man diesem Film überhaupt eine Chance gab: Ursprünglich war das Drama als sogenannte Direct-to-DVD-Produktion eingeplant, eine Veröffentlichungsweise, die sonst vor allem Splatterfilmen und schlechten Fortsetzungen vorbehalten bleibt. Und auch Crazy Heart, in dem ein vor dem Abgrund stehender, gealteter Country-Sänger porträtiert wird, lässt sich wohl kaum als typisches Popcorn Movie verkaufen, zu gemächlich, fast schon eigenbrötlerisch wirkt seine Erzählweise. Damit lässt dieser Film für eine überzeugende schauspielerische Leistung viel Raum – Raum, den Jeff Bridges und Maggie Gyllenhall hervorragend genutzt haben.

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Wenn Philosophie auf Religion trifft

29. Mar 10: Alejandro Amenábars Sandalenfilm Agora – Die Säulen des Himmels | Martin Müller

Bei in der Antike spielenden Filmen, die nunmehr fast schon ironisch den Namen ‚Sandalenfilm‘ tragen, assoziiert man schnell ein von Pathos und großen Gesten geprägtes Epos. Seit den Anfängen solcher Epen wie Ben Hur und letztlich auch Gladiator waren sie von inhaltsschwangeren Moral- und Ehrbegriffen überladen, die mit ihren monumentalen Kulissen kongruierten. Nun wagte sich Alejandro Amenábar, bekannt unter anderem durch den Oscar prämierten Film Das Meer in Mir und The Others, an dieses Genre. Doch ist sein Anliegen weniger die große Kulisse im antiken Gewand, sondern mehr die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau in einer von schwelenden Religionskonflikten geprägten Zeit. Freilich sind die Schauplätze des antiken Alexandrias um 400 n. Chr. imposant in Szene gesetzt und auch die episch ausladenden Bilder haben genügend Raum, aber die Geschichte um Hypatia von Alexandria als stählernes Bollwerk der Menschlichkeit gegen den aufkeimenden Fatalismus und Fundamentalismus beeindruckt durch ihre Intensität und beeindruckende Kameraführung.

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Himmlische Monster auf Baby-Jagd

24. Mar 10: Scott Stewarts apokalyptischer Horror-Thriller Legion | Jana Brinckmann

„Come, Ye Chidren, Listen To Me. I Will Teach You The Fear Of The Lord” (Psalm 34:11) Mit diesem Bibelzitat setzt der aktuelle Kinoflop des Regisseurs und Drehbuchautors Scott Stewart ein, der auf wenig originelle Weise eine religiös-moralische Horrorvision entwirft, in der Gott den Glauben in uns und damit seine eigene Barmherzigkeit verloren hat. Das Resultat: Engel mit Schwert statt Heiligenschein vs. Mensch mit Lebenserhaltungstrieb und Maschinenpistolen.

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Vom Ghost Club zu Para-Spionen

22. Mar 10: Grant Heslovs Army-Parodie Männer, die auf Ziegen starren | Jana Brinckmann

Seit der Gründung des „Ghost Club“ im England des Jahres 1862 beschäftigt sich offiziell eine Minderheit von Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachgebiete mit Phänomenen, die unsere Sinne übersteigen. Ende des 19. Jahrhunderts werden die Grenzen dieses ‚geisterhaften‘ Forschungsfeldes explosionsartig auf weitere Untersuchungsgebiete, wie Telepathie, Präkognition, Psychokinese und Fernwahrnehmung (Remote viewing), ausgedehnt, so dass es zur Etablierung eines eigenen Forschungszweiges auf internationaler Ebene kommt: der Parapsychologie. Hochkonjunktur hatte das stets stiefmütterlich behandelte Wissenschaftsgebiet im Zuge des Kalten Krieges, als sich das russische und amerikanische Militär der Forschungen annimmt, um Para-Spione auszubilden. Und genau jene historische Tatsache verwendet der Regisseur Grant Heslov als Vorlage für seine überspitzt-komische Army-Komödie Männer, die auf Ziegen starren, in der ein Journalist auf „Jedi-Soldaten“ trifft und ein bewusstseinserweiterndes Abenteuer erlebt.

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