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Der moderne Vagabund

11. Mar 10: Jason Reitmans Tragikomödie Up in the Air | Dobrila Kontic

Sechs Nominierungen konnte Up in the Air bei der diesjährigen Oscar-Verleihung verbuchen, ging am Ende aber leer aus. Leider – denn die Tragikomödie über das scheinbar sorglose Leben eines Business-Vagabunden changiert gekonnt zwischen grotesk-komischen und größtenteils kitschfreien, emotionalen Momenten. Dazu liefert die Romanadaption noch einen kritischen Blick auf die westliche Leistungsgesellschaft, in der Freiheit und Ungebundenheit Segen und Fluch zugleich sein können.

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Eine glitzernde Enttäuschung

05. Mar 10: Rob Marshalls starbesetzte Musical-Verfilmung Nine | Dobrila Kontic

Nach dem Kassenknüller Chicago aus dem Jahr 2002 wagte sich Rob Marshall jüngst erneut an die Verfilmung eines Broadway-Musicals: Nine. Angelehnt an Federico Fellinis autobiographischen Film 8 1/2 (1963), werden uns die Leiden des berühmten italienischen Regisseurs Guido Contini präsentiert, die durch eine Schaffenskrise, der Angst vorm Altern, aber insbesondere die vielen Frauen im Leben des Womanizers bedingt sind. Das schillernde Schauspieler-Ensemble kann aber nicht vom ärgerlichen Mangel an Esprit, Tempo und vor allem guten Songs in diesem Musical-Film hinwegtäuschen.

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Die Mauer der Schuld

02. Mar 10: Martin Scorseses Psychothriller Shutter Island | Jana Brinckmann

Am 13. Februar 2010 war es endlich soweit: Martin Scorsese ließ sein bereits 2008 abgedrehtes Werk, Shutter Island, auf der 60. Berlinale uraufführen. Wieder mit an Bord ist Leonardo DiCaprio, der seit den Dreharbeiten zu Gangs of New York im Jahr 2002 die neue Muse des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs zu sein scheint. Diesmal bekam DiCaprio die Hauptrolle des U.S. Marshalls Teddy Daniels auf den Leib geschneidert, der gemeinsam mit einem Kollegen die mysteriöse Flucht einer Insassin aus der psychiatrischen Anstalt für geistig gestörte Gewaltverbrecher untersuchen soll. Doch wer jetzt aufgrund der Story und/oder des Trailers glaubt, Scorsese macht einen Ausflug ins Horrorgenre, der irrt. Vielmehr wird uns ein hauptsächlich durch die Musik beängstigend wirkender Psychothriller präsentiert, der aber dennoch überraschend gelungen ist.

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culturhäppchen

28. Feb 10: FlashForward - Die Science-Fiction-Serie mit dem bitter-süßen Blick in die Zukunft | Jana Brinckmann

Angenommen wir könnten für einen kurzen Augenblick in unsere Zukunft schauen, was würde dann passieren? Der neue Science-Fiction-Import aus den USA bringt die gesamte Menschheit auf spektakuläre Weise in genau diese Situation und liefert uns damit einen interessanten Verschwörungs- sowie Psychokrimi. Das Szenario beginnt am 06. Oktober 2010 als für exakt 2 Minuten und 17 Sekunden ein weltweiter Blackout die Menschen zu Boden fallen lässt wie überreifes Obst. Und wer zu den ‚Glücklichen‘ gehört, die nicht gerade auf dem Highway oder im Flugzeug unterwegs sind oder sich einfach nur in der Nähe eines potentiellen Gefahrenherdes aufhalten, sieht für genau 137 Sekunden wie seine Zukunft in sechs Monaten, also am 29. April 2010, ausschaut.

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Gefangen in der Zwischenwelt

25. Feb 10: Peter Jacksons Romanverfilmung In meinem Himmel | Jana Brinckmann

Peter Jackson zählt zu einer Vielzahl von Regisseuren, Produzenten und Drehbuchautoren, die mit Vorliebe Romane für die Kinoleinwand aufbereiten. Jedoch gehört er unter diesen zu der Minderheit, die sich lobenswerter Weise möglichst genau an die Buchvorlage halten wollen, was aber angesichts des Detailreichtums der meisten Geschichten ein Ding der filmischen Unmöglichkeit zu sein scheint. Mit der Herr der Ringe Trilogie hat er uns allerdings eindrucksvoll gezeigt, dass Literaturverfilmungen zumindest zufriedenstellend umgesetzt werden können. Umso bedauerlicher ist es, dass er bei der Realisierung seines aktuellen Werkes zum Roman von Alice Sebold diesen Blick für die ausschlaggebenden Details gerade verlegt hatte. Denn die tragische Geschichte aus Sicht des jungen Opfers wird viel zu pathetisch erzählt, wodurch das sensible Thema über den Verlust eines geliebten Menschen durch brutale Verbrechen und den langen Weg zur Überwindung nur oberflächliche Behandlung erfährt.

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Aus ‚pulp‘ mach Schund

22. Feb 10: Michael Winterbottoms Berlinale-Beitrag The Killer inside me | Dobrila Kontic

Eine der vielen Stärken von Fiktion ist es, uns als Zuschauer oder Leser Welten erleben und in Köpfe schauen zu lassen, die uns, sofern wir Glück haben, ansonsten verborgen bleiben. Geistig gestörte, sadistische Charaktere finden sich zuhauf in Literatur und Film, man denke an Humbert Humbert in Lolita oder Patrick Bateman in American Psycho. Ein ähnlicher Charakter steht auch in Michael Winterbottoms ‚pulp crime‘-Adaption The Killer inside me im Vordergrund. Leider verspielt der Film seine Chancen, indem er vor Deutlichkeit in der Charakterzeichnung zurückweicht – zugunsten von überdeutlichen Gewaltszenen.

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