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Düsteres und Desaströses

05. Sep 18: Highlight-Vorschau zur 32. Ausgabe des Fantasy Filmfest | Dobrila Kontić

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Nachdem Jordan Peeles Horror-Groteske Get out in diesem Jahr mit einem Oscar bedacht wurde, nachdem das wirklich gruselige Familiendrama Hereditary diesen Kinosommer in aller Munde war und sich die Leute wie bescheuert auf Luca Guadagninos Remake von Dario Argentos Suspiria freuen, müsste man meinen, dass mehr Menschen sich dem Horrorgenre öffnen, ihm offener und mit weniger Vorurteilen begegnen. Und tatsächlich: Die Vorstellungen des Fantasy Filmfest werden (zumindest in Berlin) seit Jahren immer reger besucht. Zu Recht, denn hier wurden schon einige Meilensteine dessen gezeigt, was aktuell als ‚Prestige Horror‘ gepriesen wird: doppelbödige, mit billigen Schockeffekten sparende und sich dem subtilen Grauen widmende Filme wie The Witch und It Comes at Night. Oder nachdenkliche schwarze Komödien wie Colossal und Swiss Army Man. Und manchmal auch Filme, die sich nirgendwo und überall einordnen lassen, wie mein persönlicher Fantasy Filmfest-Liebling A Girl Walks Home Alone at Night.

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Lösungsorientierte Jugendliche

13. Aug 18: Vollblüter: Ein durchtrieben nachdenklicher Neo-Noir-Thriller | Dobrila Kontić

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Dass Kinderfreundschaften die Pubertätsjahre überstehen, ist eine Seltenheit. Und so haben auch die beiden Teenager Lily (Anya Taylor-Joy) und Amanda (Olivia Cooke), obwohl sie in derselben Vorstadt im wohlhabenden Connecticut wohnen, jahrelang kein Wort miteinander gewechselt, bis sie sich zu Beginn von Vollblüter wiedersehen. Das Wiedersehen hat Amandas Mutter arrangiert, die meint, ihre sonderbare Tochter könnte eine Freundin gebrauchen. Was sie damit anrichten würde, hat sie nicht geahnt.

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Die Mitreißer

18. May 18: Matt Schraders Dokumentarfilm Score – Eine Geschichte der Filmmusik | Dobrila Kontić

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Den „Herzschlag des Films“ nennt ihn Regisseur James Cameron, von der „Seele des Films“ spricht Filmhistoriker Leonard Maltin – und dann kommt Musiklegende Quincy Jones um die Ecke und bringt zynisch lächelnd auf den Punkt, was der Film-Soundtrack in kommerzieller Hinsicht ist: „Emotion Lotion.“ Die Wahrheit liegt wie so oft wohl irgendwo dazwischen. Natürlich soll die eigens für den Film komponierte Musik das Kino-Publikum mitreißen, es emotional engagieren, kurzum: es manipulieren. Doch dass dabei auch große Kunst entstehen kann und wir Soundtracks fernab ihrer eigentlichen Funktion wertschätzen, ist unbestreitbar. Matt Schraders durch eine Kickstarter-Kampagne finanzierter Dokumentarfilm Score käme also wie gerufen, um die Geschichte des Film-Soundtracks und seine heutigen Besonderheiten zu ergründen – wäre er nicht selbst solch ein Fan von Filmmusik.

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Freier Fall in die Finsternis

25. Apr 18: Lynne Ramsays Drama A Beautiful Day ist eine verstörende Glanzleistung | Dobrila Kontić

Dass ein Film auf einem renommierten Festival wie Cannes von den Kritikern gefeiert und ausgezeichnet wurde, muss nicht heißen, dass sich diese Begeisterung auch aufs reguläre Kinopublikum übertragen wird – man denke bloß an Ruben Östlunds arg bemühter Sozialsatire The Square, dem letztjährigen Sieger der Goldenen Palme. Vielmehr steigt damit vorm Kinostart die Gefahr unerfüllbarer Erwartungen. Doch jede Sekunde von Lynne Ramsays A Beautiful Day (im Original You Were Never Really Here) zeigt, dass in den minutenlangen Standing Ovations von Cannes keinesfalls überreagiert wurde: Dieser Film ist auf unerwartete Weise brutal und mitreißend – und ein außergewöhnliches visuelles Erlebnis.

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Flügge werden

18. Apr 18: Greta Gerwig zeigt uns in Lady Bird eine Teenagerin im tragikomischen Abnabelungsprozess | Dobrila Kontić

Scheiternde Romanzen, zerbrechende Freundschaften, Streit mit der Mutter und eine ungewisse Zukunft: Greta Gerwigs zwischen Leichtigkeit und Betrübtheit schwankende Komödie Lady Bird setzt sich intensiv mit den Erfahrungen eines Mädchens kurz vor ihrem High-School-Abschluss und der Abnabelung von der Familie auseinander. Ihr Film ist zwar keine Neuerfindung des Coming-of-Age-Genres, aber hebt auf herzerwärmende Weise das Besondere im Gewöhnlichen der Jugend hervor.

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Die Jesus-Versteherin

13. Mar 18: Das Drama Maria Magdalena ergänzt die bisherigen Auferstehungsfilme um wichtige Aspekte | Dobrila Kontić

Der kitschige Trailer-Zusammenschnitt lässt nichts Gutes vermuten, aber hinter Maria Magdalena von Garth Davis steckt deutlich mehr: Eine kluge Betrachtung der (platonischen) Beziehung zwischen Jesus von Nazareth und Maria Magdalena, der lange Zeit verfemten und unterschätzten ersten Frau unter seinen Jüngern. Zudem gelingt diesem Film eine nachdenkliche Auseinandersetzung mit (Irr)Glauben und Deutung religiöser Lehren im Spannungsfeld von Diskriminierung und Revolutionsversessenheit. Ein Film für unsere Zeit – und das ohne plumpe Bedienung aktueller Hashtag-Ideologien.

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