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Style, Stunts und Spione

19. Aug 17: John Wick-Regisseur David Leitch kredenzt uns mit Atomic Blonde ein überstyltes Action-Feuerwerk | Dobrila Kontić

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Keine unverwundbare, aber eine zähe Heldin präsentiert uns David Leitch in seinem Spionage-Action-Thriller Atomic Blonde. Wir begegnen ihr zum ersten Mal, als sie aus einem Bad im Eiswasser auftaucht, wobei die Kamera erst ihr von Blutergüssen gezeichnetes Gesicht und dann ihren durchtrainierten ebenso geschundenen Rücken zeigt. Abgekämpft und hartgesotten – das ist Lorraine Broughton, Spionin im Auftrag des britischen Geheimdienstes MI6. Charlize Theron spielt sie mit platinblonder Debbie Harry-Mähne, unter der sie keine Miene verzieht. Tätig ist sie in den End-80ern, die sie in den letzten Tagen vorm Fall der Mauer nach Berlin führen.

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Dem Erinnern verpflichtet

17. Aug 17: Aber leider nicht erinnerungswürdig: Terry Georges Historienmelodram The Promise über den Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs | Dobrila Kontić

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Nichts bietet sich so sehr an wie Film, um breitenwirksam an ein verdrängtes historisches Kapitel zu erinnern. Doch dieses hehre Anliegen allein macht noch keinen sehenswerten Film. Im Kino lässt sich das aktuell bei The Promise feststellen. Ein Historiendrama, das sich mit dem im Zuge des Ersten Weltkriegs begangenen Völkermord an den Armeniern auseinandersetzen will und dafür behelfsweise zu einer so rührseligen wie uninteressanten Liebesgeschichte greift.

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Flüchtiges Abbild statt Porträt

14. Jun 17: Über 20 Jahre nach Tupac Shakurs Tod hetzt das Biopic All Eyez On Me durch sein kurzes Leben | Dobrila Kontić

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Lang genug sind die 90er Jahre inzwischen her, dass sie ein Revival erleben und ihre Ikonen in Biopics heraufbeschworen werden. Dennoch scheint es gewagt, das Leben des amerikanischen Rappers Tupac Shakur zu verfilmen, der 1996 an den Folgen mehrerer Schusswunden starb. Zu präsent ist Tupac noch im kulturellen Gedächtnis, seine Musik wird immer noch gern gehört, sein markantes Konterfei auf T-Shirts gedruckt und auf Häuserwände rund um die Welt gesprüht. Dies und die weiterhin kursierenden Gerüchte um einen vorgetäuschten Tod zeigen, dass Tupacs Ableben so wenig verwunden wie akzeptiert bleibt. Ein Zustand, an dem das allzu plump geratene biografische Drama All Eyez On Me nichts ändern wird. Zum Glück.

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Wer trägt hier wen?

28. May 17: SEEFF 2017: Ivona Jukas dichtes Episodendrama You Carry Me | Dobrila Kontić

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In drei Episoden erzählt die kroatisch-montenegrinische Filmemacherin Ivona Juka in ihrem Film You Carry Me (Ti mene nosiš) von Töchtern, Vätern und großen Lebensfragen, jedes Mal zentriert um eine der weiblichen Figuren: Die vorpubertäre Dora, deren Vater Vedran ein strauchelnder Drogendealer ist, den sie sich zum Vorbild nimmt. Die allzeit wütende Ives, die sich liebe- und aufopferungsvoll um ihren dementen Vater kümmert und an der emotionalen Last zu zerbrechen droht. Und die erfolgreiche Nataša, deren Freude auf ihr erstes Kind laufend von unschönen Neuigkeiten und ungewollten Begegnungen mit ihrem entfremdeten Vater getrübt werden.

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Gezeichnete Vaterfigur

27. May 17: SEEFF 2017: Der ungarische Eröffnungsfilm Kills on Wheels | Dobrila Kontić

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Mit einem heiteren Street Food Market im Hof des Collegium Hungaricum begann gestern das diesjährige South East European Film Festival in Berlin – kurz: SEEFF. Zahlreiche Leckereien aus den Balkanregionen gab es hier zu probieren, zu denen hervorragende Weine aus Serbien und Ungarn dargereicht wurden, bevor sich das Publikum im Vorführsaal zu Attila Tills Kills on Wheels versammelte: Ein zwischen Gangsterkomödie und Beziehungsdrama angesiedelter Film über zwei junge Männer mit Behinderungen, die sich einem seit kurzem im Rollstuhl sitzenden Auftragskiller anschließen.

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Zur Gartenparty des Grauens

04. May 17: Jordan Peeles Debütfilm Get Out bietet anspielungsreichen Gesellschaftshorror | Dobrila Kontić

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Erste Warnung: Auf den Trailer zu Get Out sollte man getrost verzichten, wenn man sich dem Horror dieses Films wirklich hingeben will. Regisseur und Drehbuchautor Jordan Peele gelingt es nämlich wunderbar, in seinem Filmdebüt weit genug am Spannungsbogen zu ziehen, ohne ihn zum Reißen zu bringen und dann mit geübtem Schuss ins Schwarze zu treffen. Sofern es einem eben nicht die schon vieles heraus posaunende Vorschau verdorben hat. Zweite Warnung: Ja, Get Out ist ein Horrorfilm mit satirischen Elementen – aber mit Anspielungen, die viel weiter ins Reale greifen, als dass man ihn unbekümmert verlassen kann.

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