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Drama without a cause

15. Oct 09: Rowan Woods’ Filmdrama Winged Creatures | Dobrila Kontic

Kino & TV

Berichte über Amokläufe im Ausland und hierzulande lösen immer wieder eine gewisse Ratlosigkeit und Erschütterung in der Gesellschaft aus. Psychologen und Politiker mischen in der Diskussion um Motive und Präventivmaßnahmen eifrig mit, vermögen aber kaum die Dimensionen solch unfassbarer Taten hinreichend zu erkunden und begreifbar zu machen. Filmische Auseinandersetzungen mit dem Phänomen des Amoklaufs schaffen dies vielleicht ebenso wenig, versuchen aber zumindest durch Perspektivwechsel differenzierte Muster fernab simpler Ursache- und Wirkungs-Schemata aufzuzeigen. Ein solcher Versuch ist auch der US-Film Winged Creatures, der sich auf die Überlebenden eines Amoklaufs konzentriert, aber leider an allzu simplen Schlussfolgerungen und der Distanz zu seinen Figuren scheitert.

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Das Herz bluten und wieder volltanken lassen

15. Oct 09: Starsailor live | Dobrila Kontic

Musik

Zehn Jahre gibt es die britische Band Starsailor nun schon, die bekannt ist für ihre gefühlvollen Songtexte und die melancholische Stimme ihres Sängers James Walsh. In diesem Jahr haben sie ihr viertes Album „All the Plans“ veröffentlicht, dessen Songauskopplung „Tell me it’s not over“ zu Recht vermuten ließ, dass die Band inzwischen nicht mehr nur in rührenden Balladen brilliert, sondern auch ihre rauere Seite weiter kultiviert hat. So präsentierte sich denn auch der Auftritt von Starsailor im überschaubaren Postbahnhof in Berlin als eine besondere Mischung aus tränenreicher Melancholie und erbaulicherem Rock. Unterstützt wurden Starsailor bei ihrem Auftritt von der jungen deutschen Band Oh Napoleon aus Krefeld. Die fünfköpfige Band hatte in ihrem halbstündigen Auftritt ein Repertoire aus kraftvollen emotionalen Songs zu bieten, die von einer noch etwas schüchternen, aber mit einer wunderschönen klaren Stimme gesegneten Sängerin vorgetragen wurden – insgesamt eine sehr passende Einleitung für den Auftritt des Hauptacts. Dieser gesellte sich denn auch nach einer scheinbar nie enden wollenden Aufbaupause (in der die drei verschiedenen Gitarren von James Walsh alle mit äußerster Präzision gestimmt werden mussten) schüchtern aber freudestrahlend auf die Bühne. Sie eröffneten ihren Auftritt mit „Tie up my hands“, dem ersten Song ihres ersten 2001 erschienenen Albums „Love is here“. Nach einem kleinen Witz über den offenen Knopf seines Hemdes und dem sich darunter befindenden gemütlichen Wohlstandsbäuchlein fuhr der Sänger James Walsh im Programm unter anderem mit „All the Plans“, dem titelgebenden Songs ihres aktuellen Albums vor. Doch es waren vor allem die ‚Klassiker‘ des Debütalbums, welche das alters- und stylemäßig bunt gemischte Publikum aufjubeln ließen. Unpassend und witzig zugleich erschien dabei das Aufjauchzen eines Fans nach dem Erklingen der ersten Zeile vom besonders Keyboard-lastigen Song „Alcoholic“: „Don’t you know you’ve got your Daddy’s eyes, and Daddy was an Alcoholic.“

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Arme reiche Jugend

15. Oct 09: Nick McDonells Debütroman Zwölf | Dobrila Kontic

Literatur

Reiche Teenager üben schon seit langem eine Faszination aus, die sich die Medien gerne und überaus erfolgreich zu Nutzen machen. Man denke nur an Fernsehserien wie Beverly Hills 90210: Eine Serie, die in den 90er Jahren so erfolgreich junge Menschen vor den Fernsehschirm lockte, dass es nun eine Neuauflage mit den gleichen Zutaten gibt – junge, attraktive Schauspieler, die steinreiche, umwerfend gekleidete Teenager spielen und so als Inspiration für die finanziell meist minderbemittelten Teenies daheim fungieren sollen. Auf die (Erfolgs-)Spitze treibt dieses Prinzip momentan die US-Serie Gossip Girl, in der Manhattans Schickeria-Teenies als rücksichtslose, konsumsüchtige und stets perfekt gestylte Wesen durch noch prächtigere Kulissen wandeln. Doch dort wo Gossip Girl aufgrund des im Vordergrund stehenden Zickenterrors seiner Protagonistinnen nicht weiter ins Detail geht, wird es gerade erst interessant – nämlich in der Frage, ob solch eine im materiellen Überfluss verlebte Jugend nicht auch ihre Schattenseiten hat. Ein wenig Licht ins Dunkel bringt Nick McDonell mit seinem viel und völlig zu Recht gelobten Debütroman Zwölf (2002).

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Das Raumschiff ist gelandet

15. Oct 09: U2 – 360° Tour 2009 – Amsterdam II am 21. Juli 2009 | Martin Müller

Musik

Es ist doch immer dasselbe, wenn sich U2 irgendwo angesagt haben. Überall Menschen, auch wenn das Konzert noch Stunden entfernt ist. So auch in Amsterdam, wo die vier Iren schon tags zuvor das erste Konzert in der ausverkauften ArenA gaben. Vor der ArenA bilden sich schon seit dem Morgen lange Schlangen an den Eingängen und die Holländer machen es sich erstmal gemütlich. Angereist mit allem, worauf man den Tag über ausharren kann, bildet sich eine riesige Menschentraube und eine entspannte Atmosphäre herrscht überall. Bis irgendwann ein Signal kommt und alles losstürmt und sich panikartige Zustände abspielen. Dabei wird mitgerissen, was nicht schnell genug allein mit rennen kann. Menschen mit ihren Stühlen unterm Hintern werden genauso wie der ganze Unrat, der sich während des ganzen Tages bereits angesammelt hat. Doch folgt sofort die Ernüchterung, denn bis zum Einlass wird es noch einige Zeit dauern. So stehen nun alle dicht gedrängt, lassen geduldig einige Gewitter mit Starkregen über sich ergehen, ohne dabei das Gemeinschaftsgefühl zu verlieren, denn kurzer Hand werden notdürftig Planen gespannt und es hat auf einmal eine heimelige Stimmung Einzug gehalten. Man ist ja auch unter sich!

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culturgut

15. Oct 09: Der Einzelgänger - "Ein einzigartig modernes Werk" (Tennessee Williams) | Martin Müller

Literatur

Gemeinhin stellt man sich unter einem Einzelgänger einen Menschen vor, der sich womöglich durch Arroganz von seiner Außenwelt distanziert und somit seiner Umwelt ein Geheimnis bleibt, das durch die Distanz auch bewahrt wird. Dieses Thema greift Christopher Isherwood in seinem gleichnamigen Roman auf. Dabei eröffnet er einen anderen Blick auf einen solchen Einzelgänger, der aus seiner Sicht heraus nicht nur sich selbst beschreibt sondern auch seine Umwelt und deren Wirkung auf ihn. So bildet er einen Spiegel der Gesellschaft mit ihren Verklärungen.

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Ein Satansbraten im Engelskostüm

15. Oct 09: Orphan - Das Waisenkind, ein neuer Vertreter des Kinderhorrors | Martin Müller

Kino & TV

Das Menschen in Extremsituationen dazu neigen, Dinge zu überstürzen oder sich als Kompensation neuen Aufgaben widmen, ist nichts Neues. Das diese dann zumeist auch zum Scheitern verurteilt sind und eher für neue Probleme sorgen, kann sich jeder ausmalen. Wenn dann auch noch ein Berg alter Probleme in einer Familie herrscht, bleibt doch die Frage, warum man sich nicht lieber erst denen zuwendet, bevor man den nächsten Schritt macht.

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