Inhalt:

Die Sterne machen jetzt Disco

03. Mar 10: Nach drei Jahren melden sich Die Sterne mit „24/7“ zurück | Martin Müller

Musik

Vorschaubild

Dieses Jahr scheint das Jahr der Hamburger Bands zu werden, denn nach Tocotronic haben sich auch die grandiosen Sterne aufgemacht, um uns zu zeigen, wo der deutschsprachige Musikhammer hängt. Ohne solch großes Aufhebens wie zu Tocotronics ihrem „bestes Album des neuen Jahrzehnts“ kommt nun „24/7“ daher, doch versteckt sich hierin ein größerer Coup. Bekannt als eine der Gitarrenbands mit einem tiefen Sinn für ironische Gesellschaftskritik, wie Frank Spilker und Co. mit ihrem letzten Album „Räuber und Gedärm“ aus 2006 noch bewiesen, wurden nun die Gitarren in den Hintergrund gestellt und den Disco-Beats der Vortritt gelassen: Hamburger Schule meets Disco, House und Munich Pop. Diese Symbiose ist vorzüglich gelungen, auch wenn Keyboarder Richard diesem neuen Weg nichts abgewinnen konnte und die Band verließ. Eingefleischte Die Sterne-Fans werden sich sicher auch erst daran gewöhnen müssen, aber das haben auch die Deichkind-Fans geschafft.

[mehr]

Die Mauer der Schuld

02. Mar 10: Martin Scorseses Psychothriller Shutter Island | Jana Brinckmann

Kino & TV

Am 13. Februar 2010 war es endlich soweit: Martin Scorsese ließ sein bereits 2008 abgedrehtes Werk, Shutter Island, auf der 60. Berlinale uraufführen. Wieder mit an Bord ist Leonardo DiCaprio, der seit den Dreharbeiten zu Gangs of New York im Jahr 2002 die neue Muse des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs zu sein scheint. Diesmal bekam DiCaprio die Hauptrolle des U.S. Marshalls Teddy Daniels auf den Leib geschneidert, der gemeinsam mit einem Kollegen die mysteriöse Flucht einer Insassin aus der psychiatrischen Anstalt für geistig gestörte Gewaltverbrecher untersuchen soll. Doch wer jetzt aufgrund der Story und/oder des Trailers glaubt, Scorsese macht einen Ausflug ins Horrorgenre, der irrt. Vielmehr wird uns ein hauptsächlich durch die Musik beängstigend wirkender Psychothriller präsentiert, der aber dennoch überraschend gelungen ist.

[mehr]

culturhäppchen

28. Feb 10: FlashForward - Die Science-Fiction-Serie mit dem bitter-süßen Blick in die Zukunft | Jana Brinckmann

Kino & TV

Angenommen wir könnten für einen kurzen Augenblick in unsere Zukunft schauen, was würde dann passieren? Der neue Science-Fiction-Import aus den USA bringt die gesamte Menschheit auf spektakuläre Weise in genau diese Situation und liefert uns damit einen interessanten Verschwörungs- sowie Psychokrimi. Das Szenario beginnt am 06. Oktober 2010 als für exakt 2 Minuten und 17 Sekunden ein weltweiter Blackout die Menschen zu Boden fallen lässt wie überreifes Obst. Und wer zu den ‚Glücklichen‘ gehört, die nicht gerade auf dem Highway oder im Flugzeug unterwegs sind oder sich einfach nur in der Nähe eines potentiellen Gefahrenherdes aufhalten, sieht für genau 137 Sekunden wie seine Zukunft in sechs Monaten, also am 29. April 2010, ausschaut.

[2 Kommentare] [mehr]

Der Bericht eines kaltblütigen Verbrechens

26. Feb 10: Truman Capotes Meisterwerk Kaltblütig | Martin Müller

Literatur

Zu einer der schillerndsten Figuren der Literatur der Neuzeit gehört wohl Truman Capote. Berühmt für legendäre Exzesse und Exzentrik, wohl auch als gnadenloser Vamp der amerikanischen High Society, schuf er Romane, schrieb für verschiedene Magazine und Drehbücher, teils für seine eigenen Romanvorlagen wie Frühstück bei Tiffany. Doch der literarische Coup gelang ihm mit Kaltblütig, Originaltitel In Cold Blood. In seinem Streben um die Hintergründe des vierfachen Mordes an einer Familie aus Holcomb in Westkansas investierte Capote sechs Jahre Arbeit, führte Interviews, sprach mit den Tätern und fasste seine Erkenntnisse in diesem Tatsachenroman zusammen. Dabei zeichnet er das Bild eines grausamen und schwerlich verständlichen Verbrechens, das die Zeitzeugen schockierte. So stand Kaltblütig in seiner Wirkung im Erscheinungsjahr 1966 dem in nichts nach, denn neben dem Rätsel des Mordes stehen vor allem das Verstehen der Beweggründe und damit auch das Psychogramm der Täter im Vordergrund. Diese brutale Wirklichkeit, eingebettet in einer umfassenden Darstellung der amerikanischen Schizophrenie aus Moral und Gewalt, macht dieses Buch zu einem Bericht gesellschaftlicher Probleme und deren Umgang.

[mehr]

Gefangen in der Zwischenwelt

25. Feb 10: Peter Jacksons Romanverfilmung In meinem Himmel | Jana Brinckmann

Kino & TV

Peter Jackson zählt zu einer Vielzahl von Regisseuren, Produzenten und Drehbuchautoren, die mit Vorliebe Romane für die Kinoleinwand aufbereiten. Jedoch gehört er unter diesen zu der Minderheit, die sich lobenswerter Weise möglichst genau an die Buchvorlage halten wollen, was aber angesichts des Detailreichtums der meisten Geschichten ein Ding der filmischen Unmöglichkeit zu sein scheint. Mit der Herr der Ringe Trilogie hat er uns allerdings eindrucksvoll gezeigt, dass Literaturverfilmungen zumindest zufriedenstellend umgesetzt werden können. Umso bedauerlicher ist es, dass er bei der Realisierung seines aktuellen Werkes zum Roman von Alice Sebold diesen Blick für die ausschlaggebenden Details gerade verlegt hatte. Denn die tragische Geschichte aus Sicht des jungen Opfers wird viel zu pathetisch erzählt, wodurch das sensible Thema über den Verlust eines geliebten Menschen durch brutale Verbrechen und den langen Weg zur Überwindung nur oberflächliche Behandlung erfährt.

[mehr]

Aus ‚pulp‘ mach Schund

22. Feb 10: Michael Winterbottoms Berlinale-Beitrag The Killer inside me | Dobrila Kontic

Kino & TV

Eine der vielen Stärken von Fiktion ist es, uns als Zuschauer oder Leser Welten erleben und in Köpfe schauen zu lassen, die uns, sofern wir Glück haben, ansonsten verborgen bleiben. Geistig gestörte, sadistische Charaktere finden sich zuhauf in Literatur und Film, man denke an Humbert Humbert in Lolita oder Patrick Bateman in American Psycho. Ein ähnlicher Charakter steht auch in Michael Winterbottoms ‚pulp crime‘-Adaption The Killer inside me im Vordergrund. Leider verspielt der Film seine Chancen, indem er vor Deutlichkeit in der Charakterzeichnung zurückweicht – zugunsten von überdeutlichen Gewaltszenen.

[mehr]

Seitenleiste:

Links

Abonnieren

Wir bei...

Weitersagen

Facebook

Twitter

Delicous

Weitere

Fusszeile: