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Drei Namen, eine Haltung

20. Feb 18: BERLINALE – PANORAMA DOKUMENTE: Stephen Loveridges erhellende Doku Matangi/Maya/M.I.A. über eine der streitbarsten Musikerinnen unserer Zeit | Dobrila Kontić

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Matangi/Maya/M.I.A. von Stephen Loveridge ist ein Dokumentarfilm über eine der streitbarsten Musikerinnen unserer Zeit: Mathangi "Maya" Arulpragasam (im Folgenden der Einfachheit halber Maya genannt), bekannt unter ihrem Künstlernamen M.I.A. Diese Doku hätte eigentlich schon 2013 in Begleitung zum damaligen Album Matangi erscheinen sollen. Aber nachdem Loveridge ohne Rücksprache mit der Plattenfirma von M.I.A. einen Teaser veröffentlicht hatte, kam es zum Eklat: Die Plattenfirma ließ den Teaser wieder von der Videoplattform entfernen, woraufhin Loveridge das Projekt beleidigt verließ und erst einige Jahre später zu ihm zurückkehren sollte. Eine turbulente Entstehungsgeschichte, die bestens zur Karriere von M.I.A. passt: Aufgrund ihrer konsequenten Verknüpfung von Künstlertum, Aktivismus und manchmal unbegründeter Rebellion hat ihre Karriere schon einige Rückschläge hinter sich. Matangi/Maya/M.I.A. zeichnet diese so steile wie holprige Laufbahn nach und spürt den Gründen für Mayas kämpferische Haltung nach.

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Durch das Schlüsselloch der Zeit geblickt

19. Feb 18: BERLINALE 2018 – WETTBEWERB: Alexei German Jr. bringt uns in Dovlatov das Künstlermilieu in Leningrad Anfang der 1970er nahe. | Dobrila Kontić

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Sich einem Schriftstellerleben auf interessante Weise filmisch zu widmen ist schon schwierig genug, aber wie steht es mit einem Autor, der die meiste Zeit seines Lebens vergeblich darauf hoffte, seine Werke überhaupt veröffentlichen zu dürfen? So erging es dem russischen Schriftsteller Sergei Dovlatov, bis er sich 1978 in die USA absetzte und zu einem der in Russland meistgelesenen Autoren avancierte. Regisseur Alexei German Jr. konzentriert sich in seinem biographischen Film Dovlatov auf einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben dieses Autors Anfang der 1970er Jahre in Leningrad. Entstanden ist ein interessantes Zeitgemälde von der damaligen Atmosphäre im intellektuellen Milieu Leningrads und ein starkes Plädoyer für Kunstfreiheit.

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Verwirrte Wildwest-Deppen

16. Feb 18: BERLINALE 2018 – WETTBEWERB: Der seltsame Western-Klamauk Damsel | Dobrila Kontić

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Eigentlich konnte man sich freuen: Eine Komödie, die sich die Stereotype des Westerns parodistisch vorknöpft, deutete sich schon mit dem Titel von Damsel an, dem Wettbewerbseitrag der amerikanischen Regie-Brüder David und Nathan Zellner. Schließlich kann man sich diesem angestaubten Genre heute kaum noch widmen, ohne das ein oder andere Motiv, wie die "Damsel in Distress" (dt. Jungfrau in Nöten), zu überdenken. Doch was auch immer sich die Zellners gedacht hatten, lässt ihr Film in ungelenkem Klamauk untergehen.

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Zum letzten Gebell

15. Feb 18: BERLINALE 2018 – WETTBEWERB: Wes Andersons Stop-Motion-Parabel Isle of Dogs eröffnet die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin | Dobrila Kontić

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„Wer sind wir und wer wollen wir sein?“ Die zentrale Frage von Wes Andersons Isle of Dogs, dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, mag nicht neu sein, aber angesichts des Meinungsextremismus heutiger Zeiten hochaktuell. In seinem gestalterisch bis ins letzte Detail ausgetüftelten Stop-Motion-Abenteuer setzt sich Anderson auf seine typisch augenzwinkernde Weise mit dieser Frage auseinander und erschafft eine nachdenkliche Parabel über das Zusammenbringen von Realität und Idealen im Menschsein.

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Ohne Rücksicht auf Verluste

26. Jan 18: Martin McDonaghs ungeahnt vielschichtiges Drama Three Billboards Outside Ebbing, Missouri | Dobrila Kontić

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Eine schwarze Komödie, Gesellschaftsdrama oder Rache-Thriller? Martin McDonaghs Three Billboards Outside Ebbing, Missouri entzieht sich partout solchen Einordnungen und wird jeden vor den Kopf stoßen, der eine simple Geschichte über den Kampf einer Frau für Gerechtigkeit erwartet. Stattdessen fordert uns dieser Film mit widersprüchlichen Charakteren, schockierenden Wendungen und späten Einsichten heraus – zum Glück.

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Drei Leben und eine letzte Chance

24. Jan 18: Özgür Yildirims herbes Gangsterdrama Nur Gott kann mich richten | Dobrila Kontić

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Vor zehn Jahren zeigte uns der deutsch-türkische Regisseur Özgur Yildirim mit Chiko, dass gute Gangsterfilme auch hierzulande entstehen können. Darin erzählte er von einem Hamburger Kleinkriminellen (gespielt von Denis Moschitto), der vom prallen Gangsterleben träumte, aufstieg und schließlich von unerwarteter Seite zu Fall gebracht wurde. Yildirims Spielfilmdebüt war rasant, witzig, tragisch – und wirkte dank eines talentierten Casts und hervorragender Dialoge so authentisch wie nur wenige deutsche Filme. Nach zwei Tatort-Episoden und dem klamaukigen Blutzbrüdaz, kehrt Yildirim nun zum Geist von Chiko zurück, mit Nur Gott kann mich richten: Ein multiperspektivisches Gangsterdrama, in dem die Figuren nicht vom Gangsterleben, sondern von einer stabilen, bürgerlichen Existenz träumen – und am Ende ums Überleben kämpfen müssen.

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