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Auferlegte Torschlusspanik

11. Feb 17: BERLINALE 2017 – FORUM: Menashe erzählt von einem Außenseiter in einer ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinde in New York | Dobrila Kontić

Kino & TV

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Sie sprechen jiddisch, die Frauen bedecken ihr Haar mit Perücken, die Männer haben lange Bärte und Schläfenlocken – im Borough Park in Brooklyn, New York, ist eine der größten jüdisch-orthodoxen Gemeinden außerhalb Israels beheimatet. Hier, unter einer nach strengen religiösen Vorschriften lebenden chassidischen Gemeinde, spielt Joshua Z Weinsteins Menashe. Ein stilles Drama, das aufzeigt, wie erdrückend und ausweglos ein Leben in dieser von der Außenwelt scheinbar komplett isolierten Glaubensgemeinschaft sein kann.

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Umgarnt und verfolgt

10. Feb 17: BERLINALE 2017 – WETTBEWERB: Der Eröffnungsfilm Django | Dobrila Kontić

Kino & TV

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„Scheußlicher Schnurrbart“, das entfährt in diesem Film dem berühmten Gitarrenvirtuosen Django Reinhardt, als er zum ersten Mal Aufnahmen von Adolf Hitler sieht. Es ist ein feuchtfröhlicher Abend in einem gut versteckten Pariser Jazzclub, 1943 im Frankreich der deutschen Besatzung – Ausgelassenheit vor bitterernstem Hintergrund. Nicht nur eine Vorliebe für beschwingte Musik, sondern auch für das Spiel mit Kontrasten ist allgegenwärtig in dem Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale: Étienne Comar beleuchtet in Django, wie sich die Lage für den Sinto Django Reinhardt und seine Familie zu dieser Zeit gefährlich zuspitzt – trotz und wegen seiner Prominenz.

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culturtape – Die Twistenden

28. Jan 17: THEMENWOCHE TWIST ENDING: Musikvideos mit unerwarteten Wendungen | Dobrila Kontić

Musik

Während die meisten Filme mit Twist Ending anderthalb bis zweieinhalb Stunden Zeit haben, um ihre Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken und sie dann mit einer alles umdeutenden Enthüllung zu verblüffen, muss das Musikvideo, das sich an einem Plot Twist versucht, komprimieren, was das Zeug hält: Nur ein paar Minuten bleiben ihm, um unsere Aufmerksamkeit für die Story in Beschlag zu nehmen – und sollte uns der Song dazu missfallen, ist dies von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wer sich aber zu sehr am Song erfreut, gar die Augen schließt, wird die fantastischen, dramatischen, gruseligen und niedlichen Enthüllungen der nun folgenden Musik-Videos auch verpassen. Also Augen und Ohren auf beim twistenden culturtape...

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Wider Erwarten raffiniert

26. Jan 17: THEMENWOCHE TWIST ENDING: Kritik zu M. Night Shyamalans Split (spoilerfrei) | Dobrila Kontić

Kino & TV

Vor knapp einem Jahr meldete sich Regisseur M. Night Shyamalan nach einer Reihe unangenehmer Flops mit The Visit zurück – einem stellenweise sehr witzigen Horrorfilm über zwei Kinder und ihren seltsame Wendungen annehmenden ersten Besuch bei den Großeltern. Obwohl The Visit insgesamt auf ein gemischtes Echo traf, weckte dieser Film zugleich Hoffnungen, dass sich Shyamalan hiermit auf die Essenz seiner Werke zurückbesann und ihm womöglich bald wieder ein ebenso angsteinflößender wie berührender Geniestreich wie damals mit The Sixth Sense gelingen könnte. Doch sein neuestes Werk Split gibt nicht viel auf derlei Erwartungen – und überrascht stattdessen mit einem sehr eigenwilligen Dreh. Zum Glück.

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Let’s Twist Again

22. Jan 17: THEMENWOCHE TWIST ENDING: Ein erzählerisches Mittel im Erschöpfungszustand | Dobrila Kontić

Kino & TV

Wenn dieser Tage der neue Film von M. Night Shyamalan in den deutschen Kinos anläuft, wird es wieder zum Thema: Das Twist Ending. Wird sein neuestes Werk Split über eins verfügen und fallen wir drauf rein? Die einschlägigen Film-Websites und -Blogs wissen inzwischen, wie mit Besprechungen zu solchen Filmen zu verfahren ist: Spoiler-Warnung oder -Entwarnung voranstellen und mehr oder weniger subtil offenlegen, ob die Wende gegen Ende überraschend genug ist, um diesen Film als ansehnlich zu bewerten. Doch mal abgesehen davon, dass die Reduktion eines Films auf die Schockwirkung seines Endes schon fragwürdig ist, ist diese heutzutage überdies schwer zu erreichen. Wer als aufmerksamer Zuschauer die Flut an Twist Endings in den 00er-Jahren mitverfolgt hat, spielt inzwischen fast alle möglichen Wende-Szenarien im Kopf schon durch und liegt immer häufiger richtig. Filme, die ihre Wirkung dennoch nicht verfehlen wollen, müssen schon tiefer in die Plot-Kiste greifen, was aber häufig eine Überkonstruktion zur Folge hat und deswegen misslingt. Sind wir damit am Ende der Twist Ending-Welle angelangt? Eine Betrachtung – so spoilerfrei wie möglich.

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Die Schmerzfreie

20. Jan 17: Mehr (Künstler)Leben lässt sich wohl kaum zwischen zwei Buchdeckel pressen: Marina Abramovićs beeindruckende Memoiren Durch Mauern gehen | Dobrila Kontić

Literatur

70 Jahre alt ist die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović Ende letzten Jahres geworden – auf dem Cover ihrer Autobiografie Durch Mauern gehen sieht man ihr das natürlich nicht an. Nahezu faltenfrei und mit zurückgebundenem schwarzen Haar blickt sie uns da starr in die Augen, was unvermeidbar an ihren popkulturellen Durchbruch im Jahre 2010 erinnert: Mit der Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art, ihrer dort dargebotenen Performance und dem gleichnamigen Dokumentarfilm The Artist Is Present erreichte Abramović eine weit über die Kunstwelt hinausgehende Aufmerksamkeit, positiv wie negativ. Drei Monate lang, hatte sie dafür täglich acht Stunden auf einem Stuhl im Ausstellungsraum ausgeharrt und jedem Museumsgänger, der sich ihr gegenüber platzierte, so lang er wollte, in die Augen geblickt. Als sinnfreien Anstarrwettbewerb sahen das die einen, als energetischen Austausch und würdige Vollendung ihres jahrzehntelangen Schaffens die anderen. Humorvoll und mit entwaffnender Offenheit blickt Abramović an den gespaltenen Meinungen vorbei auf ein Künstlerleben zurück, das der Überwindung von Hindernissen und dem Einswerden mit ihrer Arbeit gewidmet war.

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