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Ein Programmkino mit Zukunft

30. Jun 16: Neueröffnung des Berliner Programmkinos Eiszeit: Bericht und Q&A mit dem Betreiber Burkhard Voiges | Dobrila Kontić

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Das Eiszeit in Berlin-Kreuzberg ist ein Programmkino mit langer Tradition: 1982 wurde es als Projektraum von Dokumentarfilmern in einem besetzten Haus in Schöneberg gegründet. Nach dortiger Räumung zog es 1985 in die Zeughofstraße 20 um, wo es sich fortan als kleines Filmhaus mit Wohnzimmeratmosphäre und alternativem Programm etablieren konnte: Anspruchsvolle Dokumentarfilme, Experimentelles und Genre-Blüten gab es hier zu sehen – im Februar 2015 wurde es gar zum Abspielort für die Berlinale-Sektion Berlinale goes Kiez. Einige Monate später schloss es seine Pforten, um innerhalb des Hauses umzuziehen und umzubauen. Die Wiedereröffnung war für Oktober 2015 angesetzt. Doch, wie in Berlin üblich, gab es Komplikationen bei den Umbauarbeiten, in deren Verlauf das Eiszeit zwischen die Fronten eines Kampfs gegen Gentrifizierung geriet. Nach entsprechender Verzögerung kann es heute seinen Betrieb wieder aufnehmen – mit einem zukunftsfähigen Konzept für diese Zeit, in der Kino an Relevanz einzubüßen droht.

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Alice im Land der Hohlwangigen

23. Jun 16: Eine Reflexion über Schönheit und Begehren: Nicolas Winding Refns The Neon Demon | Dobrila Kontić

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Ein junges Mädchen aus Georgia zieht nach Los Angeles, um als Model groß rauszukommen. Ihre Schönheit fasziniert Fotografen und Designer, aber befeuert zugleich den Neid ihrer Model-Kolleginnen und das Verlangen zwielichtiger Gestalten. Was wie die hohle Story eines reißerischen Thrillers klingt, hebt Regisseur Nicolas Winding Refn (Drive, Walhalla Rising) in fantastische Horror-Höhen: The Neon Demon ist eine visuell mitreißende Reflexion über ein grenzenloses, enthemmtes Begehren nach Schönheit. Mit einem konsequenten Finale.

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Wenig Struktur, viel Wirkung

05. Jun 16: UNKNOWN PLEASURES #8 – American Independent Film: Zum Eröffnungsfilm Experimenter | Dobrila Kontić

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Experimenter, der Eröffnungsfilm des diesjährigen Unknown Pleasures-Festivals, hat Stanley Milgram und sein weltbekanntes sozialpsychologisches Experiment zum Thema: 1961, im selben Jahr, als in Jerusalem der Eichmann-Prozess stattfand, führte der amerikanische Psychologe Stanley Milgram an der Yale Universität eine Studie zu Gehorsam gegenüber Autoritäten mittels eines sorgfältig vorbereiteten Experiments durch. Den Teilnehmern wurde vom Versuchsleiter erklärt, es gehe bei diesem Test um die Auswirkung von Bestrafung auf den Lernprozess. Ihre Aufgabe bestand darin, als ‚Lehrer‘ dem in einem abgetrennten Raum sitzenden anderen Teilnehmer – dem ‚Schüler‘ (in Wirklichkeit ein eingeweihter Schauspieler) – per Knopfdruck Stromstöße für jede falsche Antwort zu geben. Mit jeder falschen Antwort erhöhte sich die Intensität des Stromschlags um 15 Volt, bis zu einer als „gefährlich“ deklarierten Höhe von 450 Volt – der Versuchsleiter versicherte jedoch, dass der Schüler keine bleibenden Schäden davontragen würde. Nach Ausführung des 150 Volt-Knopfs hörte der Lehrer den Schüler rufen, dass er das Experiment abbrechen wolle, da er ein Herzleiden habe und es nicht mehr aushalte. Nach weiterer Ausführung hörte er den Schüler schreien und schließlich ab 300 Volt verweigerte dieser die weitere Beantwortung der Fragen. Wie viele der Versuchsteilnehmer brachen an diesem Punkt das Experiment ab, obwohl sie aufgefordert werden weiterzumachen?

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Fortsetzung einer Flüchtigkeit

02. Jun 16: Richard Linklaters 80er-Jahre College-Komödie Everybody Wants Some!! | Dobrila Kontić

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Viel Kritikerlob und Auszeichnungen wie den Silbernen Berlinale-Bären für die Beste Regie durfte der amerikanische Regisseur Richard Linklater vor zwei Jahren für sein über 12 Jahre gefilmtes Coming of Age-Drama Boyhood einheimsen. Um den Eintritt ins Erwachsenenalter und die Suche nach einem sinnerfüllenden Platz im Leben geht es auch in seinem neuesten Film Everybody Wants Some!!. Doch es ist ein viel älterer Linklater-Film, der über diese College-Komödie einen großen Schatten wirft: Dazed and Confused von 1993 – mittlerweile als Kultfilm geliebt und hochgeachtet. Und in vielerlei Hinsicht immer noch sehenswerter als Everybody Wants Some!!.

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SEE FILM FESTIVAL À BERLIN #1

30. May 16: Eine Bilanz zur ersten Ausgabe des südosteuropäischen Filmfestivals in Berlin | Dobrila Kontić

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Seit 2010 findet in Paris alljährlich das South East European Film Festival (SEE à Paris) statt – auf Initiative vom Jordan Plevnes, dem ehemaligen mazedonischen Botschafter in Frankreich. Nachdem Plevnes im letzten Jahr das Festival versuchsweise nach Berlin gebracht hat, befand der damalige Jury-Präsident Harald Siebler, dass die Veranstaltung als eigenständiges, nicht-kommerzielles Filmfestival fortgesetzt werden müsse. Es war die Geburtsstunde des SEE Film Festival à Berlin, das in den vergangenen Tagen Filme aus 14 Ländern Südosteuropas präsentierte und dabei großes Potenzial für eine dauerhafte Bereicherung der Festivallandschaft Berlins offenbarte.

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Kulleräugig und kaputt

10. May 16: Laura Lackmann verfilmt Sarah Kuttners Roman Mängelexemplar | Dobrila Kontić

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Ende der Nuller Jahre, als das deutsche Musikfernsehen bereits im Sterben lag und Jahre nachdem ihre dort ausgestrahlten Shows schon abgesetzt waren, veröffentlichten die Ex-‚VJanes‘ Charlotte Roche und Sarah Kuttner ihre Debütromane. Roches mitunter als Ekel-Prosa verschrienes Werk Feuchtgebiete sorgte bald aufgrund seiner expliziten Körperlichkeit für Feuilleton-Furore. Sarah Kuttners Mängelexemplar trat hingegen thematisch etwas sanfter aufs Parkett, drehte sich aber ebenfalls um ausgiebige Introspektion: Es ging darin um eine 27jährige Berlinerin, die aufgrund ihrer emotionalen Unberechenbarkeit nacheinander ihren Job, ihren Freund und ihre beste Freundin verliert und sich schließlich in einer Therapie ihren Angstattacken und Depressionen stellt. Auf dem Weg dahin zieht sie unentwegt Gedankenkreise um sich und ihr Leben, findet für den „blöden Penner Angst“ allerlei Kraftausdrücke und schließlich zu sich selbst. Regisseurin Laura Lackmann hat diesen Roman nun verfilmt und es geschafft, dessen Geschwätzigkeit auf die Leinwand zu übertragen. Leider.

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