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Einmal um die eigene Achse geliebt

07. Dec 17: FRANZÖSISCHE FILMWOCHE 2017: Juliette Binoche strahlt über die Schlichtheit der Komödie Meine schöne innere Sonne locker hinweg | Dobrila Kontić

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Was tun, wenn das Leben nur noch flüchtige Romanzen und Kurzeit-Affären bereithält und die Hoffnung auf die wahre Liebe dahinsiecht? Seine Freunde vollheulen, lachen, sich aufregen, Hoffnung schöpfen, das ganze nochmal von vorn durchmachen und am Ende vielleicht doch noch was über sich selbst herausfinden. Das wäre auch schon der bescheidene Plot von Claire Denis‘ Meine schöne innere Sonne und ganz schön dürftig, wenn Juliette Binoche und Gérard Depardieu dem ganzen nicht so viel Charme einflößen würden.

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Freier Fall in die Finsternis

03. Dec 17: AROUND THE WORLD IN 14 FILMS: Lynne Ramsays Drama A Beautiful Day ist eine verstörende Glanzleistung | Dobrila Kontić

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Dass ein Film auf einem renommierten Festival wie Cannes von den Kritikern gefeiert und ausgezeichnet wurde, muss nicht unbedingt heißen, dass sich diese Begeisterung auch aufs Kinopublikum übertragen wird. Viel größer ist die Gefahr, dass die Erwartungen ins Unerfüllbare hochgeschraubt und anschließend unterlaufen werden – wie zum Beispiel beim etwas bemüht wirkenden The Square, dem diesjährigen Gewinner der Goldenen Palme. Doch die gestrige Vorstellung von Lynne Ramsays A Beautiful Day im Rahmen des Around the World in 14 Films-Festivals in Berlin zeigte, dass in den minutenlangen Standing Ovations von Cannes keinesfalls überreagiert wurde: Dieser Film ist auf unerwartete Weise brutal und mitreißend – und ein außergewöhnliches visuelles Erlebnis.

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Irritation statt Provokation

03. Dec 17: FRANZÖSISCHE FILMWOCHE 2017: Regisseurin Laetitia Masson diskutierte im Panel über die Situation von Drehbuchautorinnen und präsentierte anschließend ihre arte-Serie Ein Engel verschwindet | Dobrila Kontić

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Séries chéries hieß es am Freitagabend bei der Französischen Filmwoche in Berlin: Die so betitelte Diskussionsrunde versammelte fünf Drehbuchautorinnen und Serienmacherinnen in der Galerie des Institut Français. Unter anderem sprachen Annette Hess (Weissensee), Caroline Huppert (Pour Djamila) und Gabi Krieg (SOKO Wismar) mit dem Moderator Marcus Posimski über die Produktionsbedigungen und den nach wie vor geringen Frauenanteil bei der Serien-Regie. Als selbsternannte Provokateurin und Quotengegnerin gab sich dabei Laetitia Masson, Drehbuchautorin und Regisseurin der Mini-Serie Ein Engel verschwindet (im Januar auf arte zu sehen). Viel wichtiger als der Frauenanteil, seien die Geschichten, die erzählt würden und wie sie erzählt würden, erklärte sie und verwies auf ihre Vorliebe für unpopuläre, sozialkritische Themen. Diese Haltung steigerte die Neugier auf ihre im Anschluss präsentierte Serie. Und die Ernüchterung nach der Vorstellung.

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Waffenlose Wildwestheldin

28. Nov 17: Martin Koolhovens scheinfeministisches Western-Drama Brimstone | Dobrila Kontić

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Was bereits vor knapp zwanzig Jahren mit Bad Girls und Schneller als der Tod misslang, will Hollywood einfach nicht auf sich sitzen lassen: Es muss doch verdammt nochmal möglich sein, einen sehenswerten Frauen-Western zu drehen! Und so erreichten uns in jüngerer Zeit immer wieder neue Versuche, diesem arg männlich dominierten Genre eine weibliche Perspektive entgegenzusetzen (wohlgemerkt immer von männliche Regisseuren), etwa mit Tommy Lee Jones‘ The Homesman (2014) und Gavin O’Connors Jane Got A Gun (2016). Aktuell ist auf Netflix gar eine Miniserie (Godless) zum Thema zu sehen. Doch wie gelungen und konstruktiv-feministisch diese aktuellen Werke sind, darüber wird gestritten (mit Tendenz zur Ablehnung). Dennoch sollte man dankbar sein: Nur mit dem ungebrochenen Willen, dem Western etwas Feministisches abzugewinnen (und so neu vermarkten zu können), war es wohl möglich Martin Koolhovens wundersames, in seiner Plumpheit herrlich witziges Western-Drama Brimstone zu finanzieren – auch wenn dieser Film tatsächlich ernst gemeint war.

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Reise ohne Wiederkehr

26. Nov 17: AROUND THE WORLD IN 14 FILMS: Fellipe Barbosas Doku-Drama Gabriel and the Mountain in Andenken an seinen weltreisenden Freund Gabriel Buchmann | Dobrila Kontić

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Am 17. Juli 2009 wurde der 28-jährige Brasilianer Gabriel Buchmann in Malawi als vermisst gemeldet, nachdem er von einer Klettertour zum dortigen Bergmassiv Mulanje nicht mehr zurückgekehrt war. Es sollte die letzte Station einer einjährigen Weltreise sein, auf der der Ökonomie-Student mehr über die Ursachen globaler Armut erfahren wollte. Doch nach einigen Wochen intensiver Suche wurde Gabriel tot aufgefunden. In seinem dokumentarischen Drama Gabriel and the Mountain rekonstruiert Regisseur Fellipe Barbosa die Afrika-Reise seines guten Freundes und lässt uns an dessen Idealismus und arroganter Unvernunft gleichermaßen teilhaben.

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Unvollkommen und gelungen

17. Nov 17: Eine Liebeskomödie fernab der abgenutzten RomCom-Dramaturgie: The Big Sick | Dobrila Kontić

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Dies ist keine der üblichen Geschichten, die man erwartet, wenn man ein Paar fragt, wie es zueinander fand: Er lernt sie bei seinem Stand-Up-Auftritt in einer Bar kennen, die beiden bandeln an. Sie erkrankt kurze Zeit später, wird ins künstliche Koma versetzt, während er an ihrem Bett wacht und schwört, diese Frau zu heiraten, falls sie wieder erwacht. Den Kern ihrer ungewöhnlichen Liebesgeschichte haben der pakistanisch-amerikanischen Komiker Kumail Nanjiani und seine Ehefrau Emily V. Gordimer im Drehbuch zu The Big Sick verarbeitet – einer sympathisch unvollkommenen Liebeskomödie.

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