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SEE FILM FESTIVAL À BERLIN #1

30. May 16: Eine Bilanz zur ersten Ausgabe des südosteuropäischen Filmfestivals in Berlin | Dobrila Kontić

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Seit 2010 findet in Paris alljährlich das South East European Film Festival (SEE à Paris) statt – auf Initiative vom Jordan Plevnes, dem ehemaligen mazedonischen Botschafter in Frankreich. Nachdem Plevnes im letzten Jahr das Festival versuchsweise nach Berlin gebracht hat, befand der damalige Jury-Präsident Harald Siebler, dass die Veranstaltung als eigenständiges, nicht-kommerzielles Filmfestival fortgesetzt werden müsse. Es war die Geburtsstunde des SEE Film Festival à Berlin, das in den vergangenen Tagen Filme aus 14 Ländern Südosteuropas präsentierte und dabei großes Potenzial für eine dauerhafte Bereicherung der Festivallandschaft Berlins offenbarte.

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Kulleräugig und kaputt

10. May 16: Laura Lackmann verfilmt Sarah Kuttners Roman Mängelexemplar | Dobrila Kontić

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Ende der Nuller Jahre, als das deutsche Musikfernsehen bereits im Sterben lag und Jahre nachdem ihre dort ausgestrahlten Shows schon abgesetzt waren, veröffentlichten die Ex-‚VJanes‘ Charlotte Roche und Sarah Kuttner ihre Debütromane. Roches mitunter als Ekel-Prosa verschrienes Werk Feuchtgebiete sorgte bald aufgrund seiner expliziten Körperlichkeit für Feuilleton-Furore. Sarah Kuttners Mängelexemplar trat hingegen thematisch etwas sanfter aufs Parkett, drehte sich aber ebenfalls um ausgiebige Introspektion: Es ging darin um eine 27jährige Berlinerin, die aufgrund ihrer emotionalen Unberechenbarkeit nacheinander ihren Job, ihren Freund und ihre beste Freundin verliert und sich schließlich in einer Therapie ihren Angstattacken und Depressionen stellt. Auf dem Weg dahin zieht sie unentwegt Gedankenkreise um sich und ihr Leben, findet für den „blöden Penner Angst“ allerlei Kraftausdrücke und schließlich zu sich selbst. Regisseurin Laura Lackmann hat diesen Roman nun verfilmt und es geschafft, dessen Geschwätzigkeit auf die Leinwand zu übertragen. Leider.

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Ins Herz der Hexenangst

11. Apr 16: FANTASY FILMFEST NIGHTS 2016: Robert Eggers‘ The Witch | Dobrila Kontić

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Als Film, der sogar den hartgesottenen Horror-Autor Stephen King ängstigte und wie von Regie-Legende Stanley Kubrick erschaffen scheint, wird The Witch seit kurzem in den USA vermarktet. Seit Februar läuft der Regiepreis-Gewinner des Sundance Filmfestivals dort bundesweit, was für einen Horrorfilm, noch dazu ein Debüt, eher unüblich ist. Man mag an einen Hype denken, doch was Robert Eggers, einst Kostümdesigner, in seinem Historien-Horror-Drama generiert, lässt uns die entsetzlichen Auswirkungen des puritanischen Aberglaubens nachempfinden. Und erschüttert bis ins tiefste Mark.

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Begründete Torschlusspanik

11. Apr 16: FANTASY FILMFEST NIGHTS 2016: Die skurrile Beziehungs-Dystopie The Lobster | Dobrila Kontić

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„Hummer werden hundert Jahre alt und bleiben ihr Leben lang fruchtbar.“ Darum möchte David (Colin Farrell) einer werden, falls er es in den nächsten 45 Tagen nicht schaffen sollte, eine neue Partnerin zu finden. Denn in der Welt, in der David lebt, ist das Single-Dasein unerwünscht – wer nicht (mehr) verpartnert ist, hat drei Optionen: Schnellstmöglich eine neue ‚Liebe‘ finden, sich in sein Wunschtier verwandeln lassen oder sich den ‚Loners‘ anschließen, einer im Wald lebenden Rebellengruppe, die zum Abschuss freigegeben ist. Nachdem seine Frau ihn verlassen hat, entscheidet sich David zunächst für die erste Option und lässt sich in ein Hotel einweisen, das auf die schnelle Partnervermittlung spezialisiert ist. Doch deren Methodik ist noch gruseliger als die Ergebnisse unsinnigster ‚Matching‘-Algorithmen in gängigen Partnerportalen.

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Im Gefühlskatapult

23. Mar 16: Maïwenns überragendes Beziehungsdrama Mein Ein, Mein Alles | Dobrila Kontić

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Einmal kurz durchgeatmet und schon stürzt sich Tony (Emmanuelle Bercot) die steile Ski-Piste hinunter, nimmt eine steile Kurve, während ihr Sohn ihr noch erschrocken hinterherruft. Das Ergebnis dieser waghalsigen Aktion: Vorderer Kreuzbandriss. Mit eingegipstem rechten Bein wird sie in eine Reha-Klinik am Meer eingeliefert. Müde, abgekämpft und belustigt schaut sie drein, als ihr die Klinik-Leiterin ihre Sicht der Dinge mitteilt: Knieprobleme seien häufig ein Zeichen für seelischen Ballast aus der Vergangenheit, den man noch mit sich herumtrage. „Das Knie lässt sich nicht nach hinten beugen.“ Folglich müsse Tony wieder lernen, nach vorn zu schauen. Kaum hat man als Zuschauer noch mit Tony über diese unseriöse Diagnose gelacht, sieht man sie schon zurückblicken: Auf den Abend, an dem sie mit Georgio (Vincent Cassel) nach einem Clubabend anbandelte und ihm unwiederbringlich verfiel.

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Das Grauen im Hintergrund

09. Mar 16: László Nemes‘ unkonventionelles, preisgekröntes Holocaust-Drama Son of Saul | Dobrila Kontić

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„Im Verlauf der Jahre ist der Holocaust zu etwas Abstraktem geworden. Für mich stellt er vielmehr ein Gesicht dar, ein menschliches Gesicht. Lassen sie uns dieses Gesicht nicht vergessen.“ Mit diesen Worten nahm der ungarische Regisseur László Nemes im Januar dieses Jahres den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film entgegen – inzwischen wurde ihm auch der Oscar in dieser Kategorie verliehen. Was Nemes‘ Worte meinen, offenbart sich in seinem Spielfilm-Debüt: Son of Saul ist ein Holocaust-Drama, das Abstand nimmt von jeglichem Sentimentalismus und ausnahmehaften Überlebensgeschichten. Stattdessen wagt dieser Film den Versuch, dem Zuschauer eine Ahnung von der Ausweglosigkeit inmitten des Grauens zu vermitteln. Und eine Vorstellung davon, was es kostet, sich ein Stückchen geraubter Menschenwürde zurück zu erkämpfen.

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